Fotoausstellung . Santiago de Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Fotoausstellung an der Plaza de la Ciudadanía vor der Moneda . Santiago de Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Fotoausstellung . Santiago de Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Friedhof Punta Arenas . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Cementerio Municipal . Punta Arenas . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Friedhof Punta Arenas . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Puerto Natales . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Fjord Ultima Esperanza . Puerto Natales . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Puerto Natales . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Torres del Paine . Nationalpark Torres del Paine . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Lago Nordenskjöld . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Lago Nordenskjöld . Nationalpark Torres del Paine . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Lago Nordenskjöld . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Moos . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Moos am Weg . Nationalpark Torres del Paine . Patagonien/Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Moos . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Valle del Frances . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Valle del Francés . Nationalpark Torres del Paine . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Valle del Frances . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Lago Pehoe . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Lago Pehoe . Nationalpark Torres del Paine . Patagonien/Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Lago Pehoe . Torres del Paine . Patagonien . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Cerro Torre und Fitzroy . Patagonien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Cerro Torre und Cerro Fitzroy . Nationalpark Los Glaciares . Patagonien/Argentinien (Foto: Andreas Kuhrt)
Cerro Torre und Fitzroy . Patagonien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Fitzroy . Patagonien . Argentinien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Laguna de los Tres mit Cerro Fitzroy . Nationalpark Los Glaciares . Patagonien/Argentinien (Foto: Andreas Kuhrt)
Fitzroy . Patagonien . Argentinien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Fitzroy . Patagonien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Cerro Fitzroy . Nationalpark Los Glaciares . Patagonien/Argentinien (Foto: Andreas Kuhrt)
Fitzroy . Patagonien . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Fitzroy . Patagonien . Argentinien . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Cerro Fitzroy . Nationalpark Los Glaciares . Patagonien/Argentinien (Foto: Manuela Hahnebach)
Fitzroy . Patagonien . Argentinien . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Calla . Osorno . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Calla . Friedhof in Osorno . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Calla . Osorno . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Flug über die Atacama-Wüste . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Indiodorf Socair . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Indiodorf Socaire . Atacama . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Indiodorf Socair . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Tür aus Kaktusholz . Socaire . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Tür aus Kaktusholz . Socaire . Atacama . Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Tür aus Kaktusholz . Socaire . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Oase . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Baum bei Socaire . Atacama . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Oase . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Laguna Miscanti . Atacama . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Laguna und Volcan Miscanti . Atacama . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Laguna Miscanti . Atacama . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Sand . Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Sand . Valle de la Luna . Atacama . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Sand . Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Düne . Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wanderdüne . Valle de la Luna . Atacama . Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Düne . Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Valle de la Luna . Atacama . Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Valle de la Muerte . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Valle de la muerte . Atacama . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Valle de la Luna . Atacama . Chile (Foto: Andreas Kuhrt)
Valle de la muerte . Atacama . 2004 (Foto: Andreas Kuhrt)
Tatio-Geysire . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)
Tatio-Geysire . Anden . Chile (Foto: Manuela Hahnebach)
Tatio-Geysire . Atacama . Chile . 2004 (Foto: Manuela Hahnebach)

Patagonien Atacama 2004

22.10. – 20.11.2004

2004 waren wir zu viert vier Wochen in Südamerika. Wir wollten zu den patagonischen Nationalparks Torres del Paine in Chile und Los Glaciares in Argentinien und zu den Salzseen der Atacama-Wüste in Nordchile.
Für unsere Reise hatten wir die Flüge nach Santiago de Chile, Inlandsflüge nach Punta Arenas in Südchile und Calama im Norden sowie eine Erstunterkunft in Santiago vorgebucht. Alles andere wollten wir vor Ort organisieren, was bei ein wenig Flexibilität auch gut geklappt hat. Bezüglich Unterkünfte war unsere Erfahrung, sich nicht auf die „Geheimtipps“ der Reiseführer zu verlassen, sondern nach eigenem Gefühl und Augenschein zu entscheiden. Manche werben sogar mit „Nicht vom Lonely Planet empfohlen“, weil die „Empfehlungen“ oft völlig überlaufen und dann auch ziemlich heruntergewirtschaftet sind.

Santiago de Chile

In Santiago de Chile hatten wir nur einen Nachmittag (und die Nacht) Zeit, etwas zu erkunden: auf dem Platz vor der Moneda hat uns gleich eine großartige Fotoausstellung mit großformatigen bemerkenswerten Menschenbildern fasziniert, aber wir waren auch noch beim Tangotanz an der Plaza de Armas, in der Kathedrale, im Mercado Central, am Monument Virgen Cerro San Cristobal und haben ein Pitcher und Pisco Sour im „Pio Nono“ getrunken, also ziemlich viel für den Anfang.

Punta Arenas – Puerto Natales

Nach dem Flug nach Punta Arenas am nächsten Tag hatten wir dort 4 Stunden „Freizeit“: der Ort sah ganz schön aus dem Boden gestampft aus, irgendwie gesichtslos, aber der Friedhof war sensationell mit den Buchsbaumalleen, großen Totenhäusern und vielen „Grabschließfächern“. Abends fuhren wir mit dem Bus nach Puerto Natales, wo schon einige Herbergsanbieter auf die Busankunft warteten, so dass wir nur auswählen brauchten (aber das ist auch nicht leicht, wenn einem alles irgendwie Spanisch vorkommt). Jedenfalls geht es fast immer irgendwie, wir fanden uns im Hospedaje „Casa Rosita“ wieder, organisierten unsere Tour zum Nationalpark Torres del Paine und sahen uns am Fjord Ultima Esperanza um.

Torres del Paine

Am nächsten Tag ging früh um halb 8 der Bus nach Torres del Paine. Am Nationalparkeingang Guardería Laguna Amarga erfuhren wir, dass der große Rundweg wegen zu viel Schnee im Bereich des Grey-Gletschers gesperrt ist. Also auf das „W“ orientieren. Die 8 km bis zur Hosteria „Las Torres“ brachte uns noch ein Bus, ab da gings zu Fuß weiter. Durch das Valle Ascencio gingen wir zur Refugio Chileno, noch mal ca. 3 km flussaufwärts am Fuss der Rampe zum Torres-Aufstieg stellten wir unser Zelt am Camp Las Torres auf. Von da waren es noch mal 400 Höhenmeter Geröll-Aufstieg zum Mirador Las Torres (auf ca. 1000 m), am Abend war aber alles in Wolken gehüllt. Aber am nächsten Morgen hatten wir Glück und sahen die Torres früh halb 8 im schönsten Sonnenlicht. Die Torres insgesamt boten eine beeindruckende Szenerie, wie sie sich steil bis ca. 3000 m aus der sonst relativ flachen Seen-Vorlandschaft erheben, teilweise selbst vergletschert und im Westen an das südliche Patagonische Eisfeld anschließend. Mittags wanderten wir das Valle Ascencio wieder abwärts, dann ging es nördlich des Lago Nordenskjöld an den Ausläufern des Monte Almirante Nieto in 7,5 Stunden zum Camp Los Cuernos (unterhalb der Cuernos de la Paine).
Nach einer regnerischen Nacht wanderten wir zum Camp Italiano (hier gab’s eine Warnung vor Schnee) und weiter in’s Valle Francés. Das Camp Britanico war wirklich schwer zu finden, um 5 hatten wir bei einsetzendem Regen jedenfalls einen campfähigen Platz im oberen Tal erreicht. Nachdem es Nachts wirklich schneite, sah das Valle del Francés am nächsten Morgen vom Mirador im Talschluss komplett verwandelt und mystisch aus.
Mittags sind wir dann wieder talabwärts zum Camp Italiano gewandert und von da weiter zum Camp Paine Grande am Lago Pehoé. Das große Refugio Paine Grande hatte tolle Sandwiches und Bier im Angebot und Duschen auf dem Campingplatz.
Am nächsten Tag sind wir zum Camp Grey gewandert und (ohne Gepäck) weiter zum Mirador Grey-Gletscher (leider im Regen), einer schon ziemlich großen Zunge des Patagonischen Eisfeldes mit sehr zerrissener Oberfläche. Morgens sind wir zum oberen Grey-Gletscher-Aussichtspunkt und dann wieder zurück zum Lago Pehoé.
Nach einer letzten Wanderung am nächsten Tag durch die Pampa am Westufer des Lago Pehoé zur Posada Rio Serrano erreichten wir einen Bus zurück nach Puerto Natales.

Los Glaciares

Unser nächstes Ziel war der Nationalpark Los Glaciares auf der argentinischen Seite des Patagonischen Eisfeldes. Der Bus fährt in gut 5 Stunden nach El Calafate am riesigen Lago Argentino. Mit dem Hostal „Yemanai Nixi“ hatten wir eine nette Unterkunft gefunden (die von der Besitzerin nach den Namensanfängen ihrer Kinder benannt wurde), zum Lago Argentino war’s nicht weit und auch nicht zum „El Rancho“ mit tollen Steak-Sandwiches und guter Musik (jedenfalls besserer als in Chile).
Weil es keinen freien Busplatz mehr gab, mussten wir ein Taxi zur 75 km entfernten Peninsula Magellanes nehmen (zu viert war das durchaus erschwinglich und der Fahrer hat sogar 6 Stunden bis nachmittags gewartet, um uns wieder zurückzubringen, andere Länder – andere Sitten – andere Preise). So waren wir frei von Busterminen und konnten ausgiebig am Perito-Moreno-Gletscher umherwandern und fotografieren. Man steht auf einer Landspitze vielleicht 500 m gegenüber der in einen Seitenarm des Lago Argentino kalbenden mächtige Gletscherfront. Der Perito Moreno ist mit 30 km Länge einer der größten  Gletscherzungen des südlichen Patagonischen Eisfeldes, von der rund 70 m hohen Kalbungsfront (unter Wasser sind’s noch mal 100-150 m) stürzen ständig Eisbrocken bis -berge ins Wasser, besonders spektakulär, wenn ganze Eisfrontfragmente abkippen, eine mehr oder weniger hohe Flutwelle auslösen und einen Eisteppich in den See schicken. Abends zurück in El Calafate sind wir gleich mit dem Bus weiter nach  El Chalten. Nachts um halb 12 war’s dann doch (das einzige Mal während unserer Reise) schwierig, eine Unterkunft zu finden. Einen Campingplatz gab’s nicht und die Hütten waren alle belegt, in den Cabañas Rivendel haben wir dann doch eine gute Übernachtung gefunden.
Am nächsten Tag war fantastisches Wetter, wolkenlos sonnig, so dass aus unserer Nationalpark-Info eine 5stündige Tour zur Loma del Pliegue Tumbado wurde, mit besten Aussichten auf die Cerros, aber ganz schön kalt ohne Jacke auf 1000 m Höhe. Abends sind wir dann in Richtung Cerro Fitzroy zum Camp Poincenot umgezogen. Neben einem fantastischen Sternenhimmel gab es Suppe, Tee und Whiskey.
Auch der nächste Tag war einer von vielleicht 10 im Jahr mit stabiler Schönwetterlage: um 6 Uhr konnte man das beeindruckende Schauspiel des Andenglühens am Fitzroy verfolgen. Später sind wir dann noch zur Laguna de los Tres aufgestiegen, ca. 4 km unterhalb der vergletscherten Ostseite des Cerro Fitzroy. Das Gebiet des Cerro Torre (3128 m) und Fitzroy (3441 m) wird durch eine Reihe steil aus dem umgebenden Gletscherfeld aufragende Granitfelsen geprägt, die als fast senkrechte riesige Pfeiler aus der Umgebung ragen. Mittags ging’s vom Camp zurück nach El Chalten, um den Abend-Bus nach El Calafate zu kriegen.

Mittleres Seenland & Villarrica

Nach einer kleinen Fahrradtour am Lago Argentino sind wir nachmittags nach San Carlos de Bariloche geflogen, da wir langsam wieder Richtung Norden mussten (in 6 Tagen war unser Flug von Santiago nach Calama/Atacama). Im Hostal „Los Andes“ war die Zeit seit 1930er Jahren stehengeblieben, nur bei der Dame des Hauses nicht. In der Schokoladenstadt San Carlos de Bariloche muss man natürlich unbedingt in die Chocolates Rapa Nui, außerdem sind wir bisschen durch die Stadt und zum Hafen am Lago Nahuel Huapi.
Unser Bus zurück nach Chile ging am nächsten Tag früh halb 8, nach der Fahrt um den Lago kamen wir über den Grenzübergang Paso Fronterizo Cardenal Samoré wieder nach Chile. Weil es einen interessanten Reiseführertipp dafür gab, sind wir an den Termas Peyehue ausgestiegen, um eine kleine Tour zu den 4 km entfernten Termas Aguas Calientes zu machen: heiße Quellen im kalten Regenwald hörte sich gut an. Mitten im Wald liegt unmittelbar neben dem Rio Chanleufu ein kleines Thermalbecken mit Entspannungsfaktor 10… Unsere Holzhütte und das Essen im Restaurant waren spitzenmäßig.
Am nächsten Morgen zu Fuß und mit dem Bus weiter. Nach einem Zwischenstopp in Osorno, dass sehr lebendig war, aber auch der Friedhof mit angeschlossenem Gefängnis war interessant, fuhren wir mit dem Bus nach Pucon. Im Hostal „Donde German“ haben wir eine kleine, angenehm familiäre Unterkunft gefunden, wo man uns auch bei der Organisierung unserer Unternehmungen half.
Unser erstes Ziel, die Besteigung des Volcan Villarrica wurde wegen Schlechtwetter abgesagt, so dass wir Zeit für eine Fahrradtour ins Indiogebiet der Mapuche zum 20 km entfernten Lago Caburga hatten. Unterwegs gabs noch das sehr empfehleswerte Restaurant Salto del Carileufu (am Wasserfall des Rio Caburga), das von einer deutsch-chilenischen Familie betrieben wird und die  Ojos de Caburga, ein paar weitere Wasserfälle als Sehenswürdigkeit.
Am nächsten Tag konnten wir in einer geführten Tour zum Volcan Villarrica (2847 m, etwa 15 km südlich von Pucon) aufsteigen. Der Villarrica ist ein aktiver Vulkan (letzter größerer Ausbruch am 23.03.2015), dessen Besonderheit es ist, dass im Schlot ständig ein Lavasee steht, den man bei guten Bedingungen vom Kraterrand einsehen kann, am Abendhimmel kann den Widerschein als Glühen über dem Krater sehen. Wenn keine unmittelbare Ausbruchsgefahr besteht, kann man in geführten Touren ca. 1000 Höhenmeter zum Krater aufsteigen.
Nach einem weiteren Tag  in Pucon mit Rafting auf dem Rio Pucon O Minetue und einer Kajak-Tour am Strand des Lago Villarrica fuhren wir mit dem Bus nach Temuco, der Hauptstadt der Region Araukarien und Zentrum der Mapuche-Indios. Die Kathedrale, der Mercado Municipal, Mercado Feria Libre, Mapuche-Museum und Friedhof waren unsere Anlaufpunkte. Abends haben wir den Nachtbus Salón-Cama (super bequeme Liegesitze wie Business-Class im Flugzeug) nach Santiago de Chile und weiter nach Valparaiso genommen.

Valparaiso

Valparaiso ist auf den ersten Blick aber alles andere als ein paradiesisches Tal: quirlig, provisorisch, chaotisch, die Bucht wird vom scheppernden Hafen blockiert, es regnete und im Stadtzentrum stand eine Brandruine. In Valparaiso ist mir besonders die absurd-chaotische Verlegung der Elektro-und-was-weiß-ich-noch-alles-Leitungen aufgefallen. Interessant waren die Ascensoren, Aufzüge, die in die Oberstadt führen. Die Cerros, die keine karierte Stadt (wie sonst üblich) erlauben, hatten Flair.

Atacama & Chuquicamata

Am nächsten Morgen ging unser Flug nach Calama im nordchilenischen Wüstengebiet der Anden. Mit einem Mietwagen wollten wir das Hochland erkunden. Unsere erste Station war San Pedro de Atacama, touristischer Ausgangspunkt für die Atacama-Region. Der Ort mit ca. 2000 Einwohnern (der größte in der Gegend) lebt vom Tourismus und man bekommt leicht eine Unterkunft. Es ist sehr beschaulich, an der kleinen Plaza und den angrenzenden Gassen liegen Kirche, Rathaus und archäologisches Museum, ein paar Läden und Kneipen und jede Menge Hostals. Eine Wanderung durch das Valle de la Luna in Dämmerlicht und Dunkelheit des späten Abends ist ziemlich mystisch.
Am nächsten Tag sind wir auf gut Glück Richtung Süden gefahren: die Indiooasendörfer Toconao und Socaire gaben einen Eindruck vom kargen Leben in der Wüste am Rand der Welt. Die Salzseen Lagunas Miscanti y Miñiques auf über 4100 m Höhe, eingerahmt von den Vulkanen Miscanti (5622 m) und Miñiques (5910 m), offenbarten die großartig-karge Vulkanlandschaft der Anden. An der Laguna Chaxa konnten wir einen rosa Sonnenuntergang über dem Salzsee bewundern.
Weil wir mit unserem Leihwagen nicht über die Grenze durften, sind wir mit dem Bus nach Bolivien zu den gleich hinter der Grenze liegenden Lagunas Blanca und Verde gefahren, auch sehr beeindruckende Salzseen in Weiß (mit Flamingo-Kolonie) und Grün vor den mächtigen Vulkanen Juriques (5700 m), Licancabur (5920 m) und Sairecabur (5980 m). Der Grenzkontrollposten auf über 4000 m Höhe bestand aus einer Baracke „Migracion Bolivia“ und einem ausgebrannten Bus.
Nach einem Besuch im archäologischen Museum „Padre le Paige“ (gegründet 1957 vom belgischen Padre Gustavo le Paige, das bedeutendste Museum der vorspanischen Atacama-Kultur, bekannt auch durch die Topfgrab-Mumie „Miss Chile“ (500 v.d.Z.), die 2007 nach dem Willen der einheimischen Indios Likanantai wieder zurückgebettet wurden) fuhren wir mit unserem Pickup in’s Altiplano zu den Tatio-Geysiren.
„Tata Tatio“ (der rauchende Vater) auf ca. 4300 m Höhe  ist das höchstgelegene und mit ca. 40 Geysiren, 60 heißen Quellen und 70 Fumarolen das drittgrößte Geothermalfeld der Erde. Nach einer kalten Nacht im Zelt sind wir um halb 6 aufgestanden, um die am frühen Morgen besonders imposanten Dampfschwaden zu erleben (lange vor den Bustouristen). Nach 3 Stunden Fotografieren mit halb abgefrorenen Fingern ist um kurz vor 9 die Sonne über den Bergen aufgegangen, hat uns erwärmt und den Dampf verdampft. Nach dem Frühstück und einem Bad im Thermalbecken fuhren wir auf der Altiplano-Route weiter.
Das ging zuerst ganz gut, wurde aber zunehmend problematischer, die Piste verschwand unter Treibsand, in der Curva del Morte musste man auf schmalem Grat übers Geröll lavieren, manchmal musste man aussteigen und sich erst mal sammeln, dann musste der Rio Toconce gefurtet werden und irgendwann stand da ein Schild „Camino cortado“ (Straße gesperrt?), Gottseidank in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Irgendwann haben wir bei Toconce wieder eine befestigte Straße erreicht. Toconce und Ayquina sind ziemlich ursprüngliche Indiodörfer mit Häusern aus Trockenstein-Mauern und Kaktusholzdächern mit Strohdeckung, am frühen Nachmittag um halb 3 waren sie wie ausgestorben. Weiter zur kreisrunden Laguna Inca Coya (hätten wir gewusst, dass ein Bad ewige Jugend verheißt, hätten wir’s wenigstens probiert) und nach Chiu Chiu, wo uns neben der alten Kirche ein Sandsturm erwartete. Abends um 7 sind wir in Calama angekommen, ein Kulturschock mit 150000 Einwohnern. Aber die Betreiber des kleinen Hostals „Gran Chile“ (der Name trügt) waren nett.
Nachdem wir am nächsten Morgen unseren Leihwagen zurückgegeben haben (inklusive einer Spende für ein in San Pedro aufgebrochenes Türschloss), wollten wir unbedingt noch nach Chuquicamata. Die Bergarbeitersiedlung mit dem größten Tagebau der Welt liegt etwa 15 km nördlich von Calama. In einem gigantischen Tagebaukrater von ca. 4 x 3 km und 1000 m Tiefe wird Kupfererz abgebaut (bisher etwa 3 Mrd. Tonnen). Noch gigantischer sind die Abraumhalden, Absetzbecken und wilden Deponien, die die Umgebung im Umkreis von 5 km verwüsten. Etwa 100 Super-Kipper sind dafür rund um die Uhr im Einsatz (75 tatsächlich, 25 in Wartung): Ladevolumen ca. 100 Kubikmeter = ca. 400 Tonnen Erzladung. Wir haben problemlos 4 Besucherplätze bekommen, wurden kurz über die Mine informiert und konnten vom Aussichtspunkt den Betrieb im Bergwerk verfolgen. Damals waren wir auch noch im Kulturhaus der bewohnten Arbeitersiedlung, die seit 2007 geräumt und nach Calama umgesiedelt wurde. Abends haben wir dann noch als maximales Kontrastprogramm ein Klavierkonzert von Marco Rocha in Calama besucht.

Am nächsten (letzten) Tag ging unser Flug früh zurück nach Santiago de Chile, wo wir noch den ganzen Nachmittag zur Verfügung hatten. Leider konnte man im Stadtzentrum damit nicht viel anfangen, da die Innenstadt abgeriegelt und stillgelegt war, es war gerade ein APEC-Gipfeltreffen in der Moneda. Statt Kulturprogramm gab’s Tränengas. Deshalb sind wir noch mal zur Virgen Cerro San Cristobal aufgestiegen, die ein wenig außerhalb auf einem Hügel steht und eine gute Aussicht bietet und haben in einer Parillada das beste Rindersteak unseres Lebens gegessen.