Fotografie

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Meine Fotomotivation ist nicht unbedingt, gute oder schöne Bilder zu machen (obwohl man sich natürlich bestätigt fühlt, wenn man selber oder andere das fertige Bild gut finden). Viel wichtiger ist mir der Moment des Fotografierens selbst, in dem man das eigene Erleben und Sehen wie von außen beurteilt und sich so viel intensiver einprägt, als wenn die Eindrücke sonst „vorbeirauschen“ würden. Schon allein durch die Suche nach geeigneten Motiven und passenden Ausschnitten nimmt man viel mehr wahr, als man im „Vorbeigehen“ bemerken würde.

Ohne eine Fotoabsicht hätte ich mich niemals um diesen Stein in einem Bachbett der Caldera de Taburiente auf La Palma gekümmert, ich hätte ihn wahrscheinlich gar nicht bemerkt oder wenn, dann bald wieder vergessen und mit ihm vielleicht die ganze Tour. Aber mit dem Bild bleibt an dieser Stelle sozusagen ein „Marker“ in meinem Erleben, der durch die Betrachtung außerdem immer wieder reaktiviert werden kann. Es ist aber mehr als die bloße Erinnerung an den Augenblick, es ist die Verknüpfung mit der ganzen Situation, in der das Bild entstand. Fotografie ist für mich aufmerksames Wahrnehmen, bewusstes Erleben, Bemerken und Merken in einem.

Mit dem genaueren Hinsehen des fotografischen Blicks wuchs bei mir fast zwangsläufig das Interesse für Nah-Fotografie, besonders für natürliche Strukturen. Dabei interessiert mich nicht unbedingt das Außergewöhnliche oder Spektakuläre eines Objektes, sondern eher das Gewöhnliche, aufs Typische reduzierte. Bei meinen FotoSynthese-Collagen versuche ich, mit solchen „typologischen“ Sammlungen ganz einfache Grundelemente der Natur bildhaft zu umschreiben. Der ästhetische Reiz der Fotocollagen ist dabei das Zusammenspiel von Harmonie und Kontrast in Struktur und Farben der verschiedenen natürlichen Strukturen.

Meine Motivation zu fotografieren ist eher, die Welt um mich herum intensiver zu entdecken, als meine Vorstellungen davon in Bildern ausdrücken. Deshalb habe ich wenig Interesse, Bilder zu komponieren (außer mit einer Gestaltungsidee nachträglich) und auch wenig Beziehung zu arrangierten Bildern.