Freundliches Norwegisches Fjordpferd . Tierpark Suhl (Foto: Andreas Kuhrt 2018)

Fotowettbewerb Wildlife – Tierpark Suhl 2018

Im Sommer 2018 soll es wieder eine Foto-Openair-Ausstellung in der Stadt Suhl geben. Dazu veranstaltet die Stadt und der Tierpark Suhl einen öffentlichen Fotowettbewerb unter dem Titel „Wildlife – Tierpark Suhl“, zu dem aktuelle und historische Fotos vom Tierpark Suhl (der 2019 sein 50jähriges Jubiläum begeht) eingesandt werden können. Der Fotoclub Kontrast Suhl begleitete diese Fotowettbewerbe in den vergangenen Jahren mit Organisationshilfe und Beteiligung seit 2007 die erste Openair-Ausstellung „Perspektive Suhl“ vom Oberbürgermeister der Stadt Suhl Dr. Jens Triebel initiiert wurde.

Am 18. April 2018 haben wir vom Fotoclub Kontrast das allerschönste Frühlingswetter für eine gemeinsame Fotoaktion im Tierpark Suhl nutzen wollen. Das ist mehr eine persönliches Fotoshooting von 3 Clubmitgliedern geworden, die nach eigenen Interessen und persönlicher Ausdauer ihre Fotomotive im ziemlich überschaubaren Suhler Tierpark gesucht haben. Der Tierpark liegt sehr schön naturnah in die Landschaft des Rimbachtals in der Suhler Schweiz eingebettet. Neben einigen „Exoten“ werden heimische Tiere in ihrer Umgebung gezeigt und auch erfolgreich gezüchtet (Rhönschafe, Thüringer Waldziegen, Zwergziegen, Auerhühner…)

Eigentlich bin ich ja kein Tierparkliebhaber, weil ich besonders die Käfighaltung von Tieren zum Zweck der Vorführung ziemlich fragwürdig finde. Für den Fotowettbewerb war ich erstmals seit den 1980er Jahren wieder in einem Tierpark. Ein Pluspunkt für mich war, dass im modernisierten Suhler Tierpark hauptsächlich europäische Haus- und Wildtiere in Freigehegen in naturnaher Umgebung gehalten werden. Und natürlich ist die Möglichkeit, Wildtiere einfach beobachten und fotografieren zu können, ein starker Anreiz. Die überschaubare Anzahl der Tiere fand ich vorteilhaft, weil man sich dadurch mehr auf einzelne konzentrieren und auch längere Zeit verweilen konnte. Da ich keine Ahnung vom Tierbestand hatte, bin ich einfach entlang des Hauptwegs spaziert.

Kleiner Rundgang durch den Suhler Tierpark

Zuerst kommt man bei den Hauskaninchen-Ställen vorbei. An den „traditionellen“ engen Boxen kann man gleich ausprobieren, wie man mit engmaschigem Drahtgitternetz fotografisch umgehen kann (dieses Problem hat man öfter bei den Volieren). Entweder scharf im Vordergrund mit mehr oder weniger unscharfen Hintergrund, was nur Sinn hat, wenn man das „Eingesperrtsein“ besonders betonen will. Oder Gitter unscharf im Vordergrund mit Fokus auf das Tier, was einen ähnlichen Effekt hat, nur emotionaler. Oder man kann versuchen, das Gitter unmittelbar am Objektiv im absoluten Unschärfebereich visuell zu verwischen und so die Illusion eines freien Zugangs zu schaffen. Das hab ich meist, wenn möglich, versucht.

Bei den Freigehegen der größeren Tiere hat man dieses Problem natürlich nicht, sondern manchmal die weite Entfernung zu den Tieren, die sich in sicherem Abstand zu den Besuchern halten, solange nicht eine Zusatzportion Futter lockt. Bei den schönen sandfarbenen Norwegischen Fjordpferden war das kein Problem, denn die waren zutraulich und neugierig genug, um die Kamera zu beschnüffeln. Dagegen hatten die ganz schön zotteligen Pointou-Riesenesel (ursprünglich aus Westfrankreich) an diesem Sonnentag nur einen Schattenstandplatz im Sinn. Um das Rasta-Fell gut herauszuarbeiten, war der Dramatik-Effekt vorteilhaft. Die kleine Wisent-Familie hat sich sehr zurückgehalten. Im Schatten der Holzbohlenwand musste es wieder der kontraststeigernde Dramatik-Effekt rausreißen (den man nachträglich auch gern abmildern kann). Ganz und gar nicht zurückhaltend waren die Zwergziegen-Lämmer, besonders wenn sie fütterverdächtige Kinder witterten. Aber auch gegen ein bisschen Fellkratzen und Rückenmassage hatten sie nichts einzuwenden.

Vom Ziegengehege führt ein kleiner Umweg um den Ententeich zu einem verglasten Bau für zwei Stachelschweine, die ihre Runden auf den Standardwegen drehten. Es war nicht einfach, diese scheinbar scheuen, nervösen Tiere zu fotografieren.