Suhl, CCS Atrium: Saisonabschluss 2026 Volleyball Frauen-Team VfB Suhl Lotto Thüringen: DVV-Pokalsieger und Deutscher Meister (Foto: Andreas Kuhrt)

24.04.2026 CCS Suhl Saisonabschluss VfB Suhl LOTTO Thüringen

Einlass 19:30 Uhr Beginn 20:30 Uhr CCS Atrium | Suhl | Friedrich-König-Straße 7

Das Wunder von Suhl oder das Märchen von den 12 Wölfinnen und dem tapferen Zauberer: Es war einmal im Jahre 1991, da wurde im kleinen Thüringer-Wald-Ort Suhl ein Ballsportverein gegründet, der VfB 91 Suhl, wahrscheinlich, weil einige Suhler ganz gern und gut Volleyball spielten. Was soll man auch sonst im Wald machen, wenn man nicht wandern und Rennsteiglieder singen mag. Im Laufe der Nachwendejahre entwickelte sich die Nachwuchsausbildung + Scouting so gut, dass der kleine Verein mit den Frauen 2003 in die Volleyball-Bundesliga aufstieg und seitdem da drin blieb: schon mal ein paar Wunder nacheinander. Man kämpfte sich so durchs Mittelfeld, erlebte Tiefen und Höhen: die höchste 2008 mit dem einmaligen Pokalgewinn, davon musste man lange zehren. Der Tiefpunkt war 2016/17, als der Verein pleite war und mangels finanzieller und sonstiger Unterstützung durch die Stadt Suhl fast die Bundesliga-Brocken hingeschmissen hätte, aber dann doch noch auf wundersame Weise die Lizenz zum Weitermachen erhielt. Wieder dümpelte man so rum und stritt sich manchmal mit den schwarz-weißen (was eigentlich SW = Stadtwerke heißt) Erfurtern um den letzten Platz. Bis sie es im Seuchenjahr 2020 tatsächlich nicht verhindern konnten, bei Abbruch der Saison 11. und damit Letzter zu werden (auch sagenhaft, aber aus der Horror-Kategorie). Aber von den 11 Freunden brauchte keiner absteigen (schon gar nicht, wenns noch nicht mal richtig zu Ende gespielt wurde), weil es perspektivisch in der Bundesliga eher 12 werden sollten: die haben halt auch ihre Vorstellungen von märchenhaften Einnahmen. Aber Rettung nahte (trotz pandemischer Corona-Seuche): Alexander Mantlik und Jens Roß stellten den VfB Suhl ab 2020/21 auf eine professionellere Basis und verpflichteten den Trainer ihrer 1. Wahl: László „Varázsló“ Hollósy, den „Zauberer“ würde ich ihn mal euphorisch nennen, weil er gute Volleyballerinnen in bessere Volleyballerinnen verwandeln kann. Aber wirklich zaubern kann er nicht, sondern nur knallhart arbeiten bzw. arbeiten lassen, seine Spielerinnen nämlich. Eigentlich ist er eher wie Rumpelstilzchen, das den jungen Mädchen hilft, Stroh zu Gold zu spielen. Und rumpeln kann er gut, das weiß jeder, der ihn schon mal an der Seitenlinie gesehen hat. Jedenfalls wurde das um die „Legende“ Claudia Steger neu formierte Team 2020/21 auf Anhieb 6. der Bundesliga-Hauptrunde, 2021/22: 5., 2024/25: 3. – das war schon mal ein märchenhafter Aufstieg. Aber die drei Bundesliga-Platzhirsche aus Schwerin, Dresden und Stuttgart konnten die Wölfe aus dem tiefen Wald nicht wirklich erschrecken, höchstens mal ein bisschen zwicken und piesacken.

Bis 2025: Das Team wurde wieder mal neu gemischt: 6 Spielerinnen blieben, 6 wechselten in andere Teams (darunter Leistungsträgerinnen wie Anna Artyshuk nach Schwerin, Jette Kuipers nach Dresden, Julia de Paula Viana zurück nach Stuttgart, Minami Yoshioka nach Potsdam), 6 kamen dazu. Das halbneue Team um die Block- und Einbeiner-Königin Roosa Laakkonen (Mittelblock, Teamkapitänin, seit 2022 in Suhl) legte los wie die Feuerwehr: sie verloren nur ein einziges Heimspiel knapp 2:3 gegen Dresden und drei Auswärtsspiele gegen die drei Königreiche mit den (vergleichsweise) großen Schatztruhen in Stuttgart, Dresden und Schwerin. Ein Heimspielfantraum wie noch niemals zuvor, daran könnte man sich gewöhnen. Dabei wurde schnell klar, dass das schüchterne Aschenputtel Monika eigentlich die Schmetterqueen mit der goldenen rechten Klebe war: Übersicht, Entschlossenheit, Timing und ein Handgelenk, das den Ball ansatzlos in unvorhersehbare Richtungen lenken kann. Fast in jedem Spiel war sie die Topscorerin mit 20 + x Punkten und das, obwohl die Gegner bestimmt alles versuchten, sie irgendwie in den Griff zu bekommen. Aber dann waren da eben auch noch die beiden butterflies Kenzie und Sanaá (das sind amerikanische Schmetterlinge), die für Abwechslung im Außenangriff sorgten. Und Laura, die sich schon ein paar Scheiben von Roosa abgeschnitten hat (nur bildlich, hoffe ich), hat sich als feste Größe in Punkto Blockwand und Schnellangriff etabliert. Für die märchenhafte Dramaturgie sorgte unsere sagenhafte Regisseurin und Antreiberin Lara mit (meist) traumwandlerischen Pässen, manchmal aus unmöglichen Positionen, wenn die Annahmen mal herausfordernd waren, aber die waren deutlich stabiler als in den Jahren davor. Nicht zu vergessen die unten rumwuselnde Bodenpatrouille Xiang-Chen (die das scheinbar irgendwie im Blut hat) und Emma, die das irgendwie verinnerlicht hat, dass kein gegnerischer Ball den eigenen Spielfeldboden berühren darf und das schafft sie auch meistens. Die anderen Wölfinnen Svea (oft als Aufschlag-Joker), Alina, Hannah und Irene mussten sich mangels Einsatzzeit oft mit der Prinzessinnenrolle begnügen (anders als die Prinzenrolle ist das bestimmt nicht besonders süß). Alles hat sich in dieser Saison zunehmend so zusammengefügt und -geläppert, dass sich selbst die größten Bundesliga-Hirsche, die 13-, 14- und 16-Ender aus Schwerin, Dresden und Stuttgart in Acht nehmen mussten. Mit Können, Kampfgeist, Zusammenhalt, Taktik, Trotz, Selbstbewusstsein, Coolness, frenetischer Fanunterstützung und manchmal auch ein bisschen Glück hatte das Wolfsrudel in den entscheidenden Spielen das bessere Ende für sich und so endeten alle Suhler Märchen diesmal gut. Was heißt gut – fantastisch, unglaublich, sensationell, wahnsinnig, saustark, grandios, überirdisch, himmlisch, megamäßig, einfach unbeschreiblich… mit dem Double aus DVV-Pokalgewinn und Deutscher Meisterschaft. Und wenn’s so gut läuft, hat man im Thüringer Märchenwald plötzlich auch ganz viele gute Freunde, die gern die erfolgreiche Wiederansiedlung der Wölfe in Suhl feiern.

Und wenn sie nicht… Nein, davon kann keine Rede sein: ich glaub, 7 Spielerinnen und die Trainer nehmen die Herausforderungen beim VfB Suhl (Neuaufstellung, Titelverteidigung als Gejagde, Championsleague) bis mindestens 2027 an und 5 zieht es zu neuen Vereinen. Wir freuen uns, wenn es euch in der Zwischenzeit gut geht, wenn ihr in neuen Teams gut zurechtkommt oder wenn wir euch im Herbst 2026 zur nächsten Bundesligasaison wiedersehen. Ach ja, und dann soll es ja noch den Supercup zwischen Pokalsieger und Deutschem Meister geben (aber das ist doch beides der VfB Suhl!) Bei Double-Gewinnern tritt der Vizemeister als Gegner an, dann muss eben der Dresdner SC noch mal ran, schon mal ’ne Standortbestimmung im Oktober, noch vor Saisonbeginn – lauter ungewohnte Termine…

Ach so, eigentlich wollte ich ja was zur Saisonabschlussparty sagen: Das CCS-Atrium in Suhl war richtig gut voll, aber ich glaub, 1000 (wie Moderator und Wolfsgruben-Hallensprecher Sebastian Lenk meinte) waren es nicht. Nachdem sich die Wölfinnen und Betreuer einen Weg durch die Publikumsgasse mit Dauerabklatschen gebahnt hatten, wurde für die Sensations-DVV-Pokalsieger und den neuen Deutschen Meister die Thüringer Nationalhymne – das Rennsteiglied – angestimmt. Da ich vorne an der Bühne ziemlich nah dran war, ist mir aufgefallen, dass Wölfis Volleyball-Frauen neben sportlich erfolgreich bei näherer Betrachtung auch noch ganz schön schön sind. Das kriegt man auf der Empore in der Wolfsgrube gar nicht so mit. Deshalb hab ich irgendwie zwanghaft auch ein paar mehr Bilder machen müssen, als ich eigentlich wollte. Die nächsten fast 2 Stunden wurden mit Klatschen, Reden, Klatschen, Anekdoten, Klatschen, Gratulationen, Klatschen, Bilder- und Rosenüberreichung (so ähnlich wie Zeugnisübergabe) usw. ausgefüllt. Das konnte schon mal ein bisschen langatmig werden, noch dazu, wenn man bedenkt, dass nicht jede des international aufgestellten Teams aus Bayern, Belgien, Berlin (aber Alina Nasin konnte ja verletzungsbedingt nicht dabei sein), Finnland, Mecklenburg, NRW, Sachsen, Slowakei, Spanien, Taiwan, Tschechien, Ungarn und den USA alles im Detail verstehen konnte oder im Laufe der Zeit auch nur wollte. Die Liveschalte zur gleichzeitigen Goldenen Nacht des Thüringer Sports 2026 in der Erfurter Zentralheize war an sich eine gute Idee, hat aber mit dem Fokus auf Derbyniveau Suhl gegen Erfurt für mich ganz schön gehakelt (Sportler des Jahres 2025 wurden übrigens: die Karateka Mia Bitsch aus Waltershausen, Rennrodler Max Langenhahn aus Friedrichroda und das Rollstuhl-Basketball-Team Thuringia Bulls aus Elxleben). Aber so lang ging das ja auch nicht, weil die Moderatorin Stephanie Müller-Spirra irgendwann meinte, dass wir jetzt bestimmt unser Programm weiter machen möchten. Mal sehen, wer nächstes Jahr Thüringer Sportteam des Jahres 2026 wird? Interessant fand ich in Suhl die Vorstellung der Spielerinnen und Betreuer und ihrer Pläne für die nächste Saison, Alexander Mantliks Engagement für den VfB Suhl auch, die ausführlichen Ausführungen des früheren langjährigen Vereins-Präsidenten Wolfgang Wehner eher weniger und die Alex-Mantos-Sponsoring-Rede… Insgesamt hatten sich bis dahin knapp 2 Stunden Bühnenpräsenz zusammengeläppert. Danach gab es noch einen kleinen Meet-The-Queens-Marathon mit Autogrammwünschen und Selfies (die waren auf der inzwischen dunklen Bühne bestimmt ganz schön schwierig). Und dann konnten sich die inzwischen allzu lang gestandenen Wölfinen endlich unters Volk mischen, ihre Freunde treffen und das eine oder andere Getränk schnabulieren. Weil die Gelegenheit für mich einmalig war, ihnen so nah zu kommen, hab ich mir noch vorgenommen, von jeder Spielerin ein ungezwungenes spontanes Porträt zu machen. Alle haben sehr nett zugesagt. Ich hab jeweils ein einziges Bild gemacht, das bei schlechtem Licht nicht wirklich perfekt wurde. Aber darauf kam’s mir auch nicht an, es sollte aus der Situation heraus möglichst authentisch sein. Und László hab ich später auch noch erwischt. Zum Schluss (für mich, die Wölfe haben länger durchgehalten) gab’s noch ein Schulklasse-2025-26-Abschlussfoto: Wolfsrudelbildung mit den Hardcore-Fans alwaySUHLtras.

Mehr Informationen:
www.youtube.com/… VfB Suhl 91 LOTTO Thüringen – Die Party zum Meistertitel

Suhl Wolfsgrube, 22.04.2026: Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen: VfB Suhl Lotto Thüringen wird Deutscher Meister (Foto: Andreas Kuhrt)

22.04.2026 Wolfsgrube Suhl Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen

Volleyball Bundesliga Play-Off-Finale 3: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Dresdner SC | 3:0

2025/26 war die unglaublichste, erfolgreichste Saison des Frauen-Volleyball-Bundesligateams VfB Suhl LOTTO Thüringen in der 35jährigen Geschichte des Ballsportvereins VfB 91 Suhl: Nach dem Gewinn des DVV-Pokals (zum zweiten Mal nach 2008) am 28.02.2026 in der Mannheimer SAP-Arena als Außenseiter gegen den Bundesligaprimus Allianz MTV Stuttgart mit einem nervenzerreißenden 3:2-Sieg gewannen die Wölfe (nach der Heimspielstätte Wolfsgrube Suhl, die Sporthalle liegt am Weg Wolfsgrube) auch die Deutsche Meisterschaft in der Volleyball-Bundesliga mit einem denkwürdigen, klaren 3:0-Sieg gegen den Dresdner SC, einem jahrzehntelang etablierten Favoritenverein der Frauen-Volleyball-Bundesliga (neben SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart). Die Deutsche Meisterschaft im Volleyball wird nach Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde in Play-Offs der besten 8 Teams ausgespielt. Der VfB Suhl hatte mit dem erstmals erreichten 2. Platz der Hauptrunde schon eine hervorragende Ausgangsposition für die Play-Off-Serie (mit einem besseren Rang ist das erste Heimrecht in den Entscheidungsspielen verbunden, manchmal ein entscheidender Vorteil). Viertel- und Halbfinale wird in 2 Siegen von max. 3 Spielen entschieden, das Finale mit 3 Siegen aus max. 5 Spielen. Im Viertelfinale siegte das Team des VfB Suhl gegen den VC Wiesbaden (7. der Hauptrunde) mit 3:1 und 3:0 ziemlich überlegen. Im Halbfinale ging es gegen den Vorjahres-Meister SSC Schwerin: die beiden Spiele wurden teilweise knapp, teilweise deutlich 3:1 und 3:0 gewonnen, besonders bemerkenswert: der erste Auswärtssieg des VfB Suhl in Schwerin seit 21 Jahren! Ins Finale hatten sich der VfB Suhl und der Dresdner SC gespielt (mit dem ersten Heimrecht für Suhl). Nachdem der VfB Suhl das Heimspiel am 15.04.2026 gegen die favorisierten Dresdnerinnen erstaunlich deutlich 3:0 (25:22, 25:22, 25:16) gewonnen hatte, siegten sie auch in Dresden (erstmals seit 2011!) in einem engen, spannenden, aber auch teilweise souveränen Spiel 3:2 (23:25, 25:11, 24:26, 25:14, 15:13). Nach zwei Siegen des VfB Suhl war im dritten Spiel gegen Dresden am 22.04.2026 wieder in der Suhler Wolfsgrube überraschenderweise ein glatter Finalsieg der Suhler Wölfe möglich. Ein bisschen Spass musste trotzdem sein: der Bezahlsender Dyn kündigte die Übertragung so an: „Das Finale 3 der Playoffs in der VBL findet am Dienstag, 22. April 2026 um 19:00 Uhr statt. Das Spiel wird in der Suhler Vogtland Arena in Suhl ausgetragen.“, Irgendwo im nahen Osten, im Suhler Vogtland, gleich neben der Suhler Schweiz, wo die Wölfe ihr Unwesen treiben.

Die Wölfe sind los: Svea Naujack (1, Außenangriff), Irene Ramos Mencía (2, Zuspiel), Lara Nagels (3, Zuspiel), Roosa Laakkonen (4, Mittelblock), Hannah Hartmann (5, Diagonalangriff), Emma Sambale (7, Libera), Mackenzie Foley (8, Außenangriff), Sanaá Dotson (9, Außenangriff), Laura Berger (11, Mittelblock), Xiang-Chen Lai (20, Libera), Monika Brancuská (25, Diagonalangriff) + László Hollósy (Cheftrainer) + weitere Trainer und Betreuer, es fehlte wegen Verletzung: Alina Nasin (17, Mittelblock).

In ein paar Stunden waren die Zuschauertickets ausverkauft: Full House in der Suhler Wolfsgrube mit über 1800 begeisterten Volleyballfans: Endspiel-Stimmung, bei der sich die Dresdnerinnen als bisher 6facher Deutscher Meister sicher mit allem was sie können (und das ist viel) gegen die endgültige Niederlage stemmen würden. In einem spannenden, hochklassigen, teilweise dramatischen, ausgeglichenem Spiel mit wechselnder Führung hatte das Suhler Team in den entscheidenden Satz-Endphasen die besseren, unwiderstehlichen Angriffe und gewann schließlich das Finalspiel deutlich mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:22). Im 2. Satz wurde das Dresdner Team aber förmlich überrollt und vorentscheidend düpiert. Den Matchball verwandelte Außenangreiferin Sanaá Dotson um 20:23 Uhr nach knapp 1,5 Stunden Spielzeit mit einem Verlegenheitsangriff aus dem Stand aus ungünstiger Situation, der aber vom Dresdner Block ins Aus ging (www.instagram.com/…). Matchwinner war einmal mehr unsere Super-Diagonalangreiferin Monika Brancuská als Topscorerin des Spiels mit 19 Punkten und, auch zum wiederholten Mal, wurde sie nicht zur wertvollsten Spielerin gewählt, sondern diesmal Mackenzie Foley (14 Punkte). Bei fast allen Bundesliga- und Play-Off-Spielen war Monika Brancuská die Topscorerin des VfB Suhl: in der Hauptrunde erzielte sie bei insgesamt unglaublichen 700 Angriffen sagenhafte 387 Punkte (die nächstplazierte Marta Kamēlija Levinska vom Dresdner SC 593/293). Wie schon in der vorigen Saison bei ähnlicher Konstellation Anna Artyshuk beim VfB Suhl nicht wirklich gewürdigt wurde (spielt jetzt beim SCC Schwerin eine eher untergeordnete Rolle), betrifft es in dieser Saison Monika Brancuská, die im Verhältnis zu ihrer überragenden Leistung „nur“ 7 mal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. Deshalb wurde als wertvollste Spielerin aller Teams in der gesamten Saison Marta Levinska (9 x Gold + 3 x Silber) ausgezeichnet. So geht Wertschätzung! Die herausragende Teamleistung der Bundesliga-Volleyballerinnen des VfB Suhl in dieser Saison zeigt sich auch in den statistischen Rankings: mit Mackanzie Foley, Monika Brancuská und Lara Nagels 3 unter den 5 besten MVPs (wertvollste Spielerin des jeweiligen Matches), 4 unter den 20 besten Topscorerinnen (1. Monika Brancuská, 4. Mackenzie Foley, 18. Roosa Laakkonen, 19. Laura Berger), Blockpunkte: 2. Mackenzie Foley, 3. Roosa Laakkonen. Über alle Saisonspiele hinweg haben die Suhler Wölfe wahrscheinlich die konstanteste Leistung abgerufen, ihre Chancen gut kreiert und verwertet, relativ wenige Fehler gemacht und (meistens jedenfalls) zum Satzende die Nerven behalten und Punkteführungen selbstbewußt nach Hause bringen können (was früher oft eine Zitterpartie mit oft unglücklichem Ausgang war). Auch wenn der Cheftrainer László Hollósy während der Wettkämpfe nicht immer aufbauend und zugewandt zu seinen Spielerinnen zu sein scheint, muss man feststellen, dass er während seiner 6 Jahre in Suhl fortwährend Spielerinnen zu besseren Leistungen gebracht und unter den nicht optimalen Voraussetzungen eines relativ kleines Etats ein Superteam mit Teamgeist und Siegermentalität geformt hat. Der Aufstieg des VfB Suhl LOTTO Thüringen von provinzieller Mittelmäßigkeit (2018/19: 9. Platz, 2019/20: 11., 2020/21: 6.) zum Double-Sieger in relativ kurzer Zeit kann man wirklich nur als sensationell, märchenhaft und unglaublich bezeichnen. Sowohl die Spielerinnen und Betreuer als auch wir Volleyballfans und Zuschauer wurden von dieser rauschhaften Erfolgsgeschichte regelrecht überrollt und überfordert.

Der Rest des Deutsche-Meister-Märchens ist schnell erzählt: der Matchball kam irgendwie unspektakulär, der Siegestaumel war etwas ungläubig, die Fans waren überwältigt, Gänsehaut und Kloß im Hals, Taschentücher werden gebraucht, das Team des Dresdner SC konnte zur Vizemeisterehrung schon wieder ein bisschen angestrengt lächeln, das Suhler Team erhielt Goldmedaillen, Meisterschale, Goldkonfettiregen, Sekt- und Bierduschen, sie lachten und heulten gleichzeitig, wälzten sich schließlich im Goldschlamm des Hallenbodens und versicherte sich gegenseitig immer wieder, dass sie das Ding wirklich gewonnen hatten. Dem Vernehmen nach hat die interne Feier etwas länger gedauert, aber es standen ja auch keine nächsten Spiele mehr an. Nur zur offiziellen Saisonabschlussparty am 26.04. abends im CCS-Atrium sollten sie wieder halbwegs vorzeigbar sein. Danach ist dieses Wunder von Suhl, das Märchen von den 12 Wölfinen und dem tapferen Zauberer Geschichte…

Fortsetzung? Warten wir mal ab und bleiben zuversichtliche, treue Fans, auch, wenn’s mal nicht so läuft. Es kann nicht jedes Jahr Märchenstunden geben.

Mehr Informationen:
volleyball-suhl.de/… Deutscher Meister 2026 – Krönender Abschluss für Suhler Volleyballerinnen
www.mdr.de/… VfB Suhl holt sich die Meisterschale
www.mdr.de/… Volleyballmärchen des VfB Suhl
www.sportschau.de/… Das Volleyballmärchen des VfB Suhl
www.rennsteig.tv/… Suhl schreibt Volleyball-Geschichte

Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz

Harz 1 2 3 4

Über Ostern 2026 setzten wir unsere Wanderung am Grünen Band (ehemalige Grenze DDR/BRD) vom Endpunkt der Vorjahresetappe am Kloster Walkenried fort. Wir waren wieder 4 Wanderpaare = 8 „Stammwanderer“ aus Suhl, Ilmenau und Arnstadt. Die drei Etappen führten dies mal durch den Hochharz: Walkenried – Hohegeiß – Schierke – Brocken – Bad Harzburg + eine Rundwanderung zur Rabenklippe bei Bad Harzburg.

Eigentlich wollten wir ja bei dieser Osterwanderung auf dem Brocken übernachten mit Etappen nach Sorge, Brocken und Eckertal (wie im Wanderführer „Grünes Band – der Norden“ von Anne Heartel). Die Übernachtung im Brockenhaus war knapp ein Jahr vorher gebucht und bestätigt. Da hatten wir die Rechnung aber ohne den Brockenwirt gemacht, denn der hat Ende 2025 bekanntgegeben, das Brockenhotel ab 2026 nicht weiterzubetreiben. Der neue Betreiber Timberjacks aus Göttingen will das Hotel nach Umbau erst 2027 als „Brocken Mountain Lodge“ (ich stelle mir diese „Berghütte“ dann wie am Kilimandscharo vor) wiedereröffnen. Damit war unsere Brocken-Übernachtung am 04. April geplatzt und wir mussten alle Unterkünfte mit annehmbaren Wanderetappen neu planen. Unsere neuen Unterkünfte waren: Mikes Fewo in Hohegeiß, Jugendherberge in Schierke und Stadtparkhotel Alexandra in Bad Harzburg, alle halbwegs preiswert und gut ausgestattet.

03.04.2026 Kloster Walkenried – Hohegeiß

Unsere erste Wanderetappe führte deshalb von Walkenried nach Hohegeiß, ein kleines Bergdorf (Ortsteil von Braunlage, etwa 850 Einwohner, auf 620 m Höhe) in Niedersachsen direkt an der ehemaligen DDR-Grenze, jetzt Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Der Parkplatz am Klosterweg beim Kloster Walkenried (Wanderstart auf 268 m Höhe) ist für die Wanderung am Grünen Band (hier auch Harzer Grenzweg genannt) ein guter Ausgangspunkt: gut ausgebaut, keine Gebühren oder Beschränkungen, direkt am Einstiegspunkt zur Tour. Die Anfahrt für unsere Grünes-Band-Osterwanderungen dauern inzwischen mit zunehmender Entfernung von Suhl natürlich immer länger: mit dem Auto von Suhl nach Walkenried etwa 2 h (160 km), eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert etwa 3,5 h (+ 1 km zusätzlicher Weg vom Bahnhof) und war deshalb keine annehmbare Alternative.

Nach der Verteilung der Osterdeko für die Rucksäcke und einen Blick auf die Ruine der Klosterkirche Walkenried gings kurz nach 10 Uhr los: ein 1,8 km kurzer Zuweg führt durch Wald und Felder zur Rotbuche an der ehemaligen DDR/BRD-Grenze zwischen Walkenried (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen). Der kleine Grenzübergang an dieser Stelle für Fußgänger, Autos und Güterzüge wurde am 11.11.1989 geöffnet. Daran erinnert eine damals gepflanzte Rotbuche, ein Gedenkstein zum 20. Rotbuchenfest 2009, ein übrig gebliebener DDR-Grenzpfahl, ein Info-Pavillon mit Schautafeln und natürlich die obligatorischen Grenzöffnungstafeln (bei denen sich inzwischen ein Grenzöffnungsdatumratewettbewerb etabliert hat). 200 m vor der Grenz-Rotbuche trifft man auf Thüringer Gebiet auf den Beton-Lochplatten-Kolonnenweg der DDR-Grenzer, ein Wahrzeichen, dass man auf dem richtigen Grenzweg am Grünen Band ist und ein Fluch für Wanderer und Radfahrer. Dieser Kolonnenweg begleitet auf ehemaligem DDR-Gebiet die gesamte Grenze und diente der Grenzkontrolle und Zugriff durch die Grenzsoldaten mit NVA-Fahrzeugen wie IFA P3, Trabant Kübel, Wartburg Kombi, MZ-Motorräder, Barkas, Robur und W 50. Zum Wandern oder Radfahren sind die umknickgefährlichen und rumpelnden Lochplatten alles andere als ideal, aber für Grenzwanderungen waren sie ja auch nicht vorgesehen. Trotzdem gefallen mir die Lochplatten eigentlich ganz gut, weil man weniger Betoneindruck und mehr Natur-Illusion durch den Bewuchs hat und manchmal kleine Blumenbeete darin entdecken kann.

Der Harzer Grenzweg bei Ellrich ist erst mal ziemlich eben bis er nach dem Flüsschen Zorge (auf ca. 300 m Höhe) im Wald zum Spitzen Winkel (Kolonnenweg-Abzweig) in Richtung Großer Staufenberg (554 m) langsam ansteigt. Weil wir eine Schutzhütte fürs Mittagspicknick gesucht hatten, haben wir den Kolonnenweg im Ellricher Stadtwald verlassen, sind 300 m nach Niedersachsen rübergemacht und haben es uns in der Stiefmutter-Hütte mit Aussicht auf die Hundertmorgenwiese gemütlich gemacht. Bisher hatten wir auf dem Grünen Band keinen anderen Wanderer getroffen, aber in der Stiefmutter-Hütte ist die Stempelstelle 164 Stiefmutter der Harzer Wandernadel. Und diese Stempelstellen scheinen Wanderer und Biker magisch anzuziehen wie das Licht die Motten, zum Leidwesen von Peter, der unter dem Stempelkasten saß und für 4 oder 5 Stempler den Kopf einziehen musste. Nach einem ersten/zweiten Ostereierlikörchen gings weiter bergauf zur Wendel-Eiche, die direkt auf der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen in 586 m Höhe liegt (mit HWN-Stempelstelle 165). Das ist keine Leiche aus Wendezeiten, sondern eine inzwischen abgestorbene und entwurzelte früher mal 19 m hohe Traubeneiche, an deren Stamm 1901 eine Eisen-Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in der Baukrone gebaut wurde. Mit Blick zum Brocken und in das Südharzvorland war die Wendel-Eiche früher einer der beliebtesten Aussichtspunkte der Gegend. Während der DDR-Zeit waren Wander-Aussichtspunkte an der Grenze aber eher sinnlos, so dass die Eisenkonstruktion bis auf einen Spiralrest abgebaut wurde und nun ist das daniederliegende Baumskelett doch eine Art Baumleiche. Etwas neben der Wendel-Eiche gibts nun einen Brockenblick durch eine Waldschneise zum Wurmberg und Brocken in knapp 20 km Entfernung.

Direkt auf der ehemaligen DDR-Grenze geht es wieder bergab zum Ehrenplan (Wiese mit Schutzhütte, 562 m) und natürlich wieder bergauf zum Großen Ehrenberg (634 m). Der wirklich sehr steile Anstieg auf dem Kolonnenweg wird rechts auf dem moderater ansteigenden Ihlfelder Stieg umgangen (der tatsächliche Grenzverlauf nimmt meist auf topografische Hindernisse keine Rücksicht). Nach dem Großen Ehrenberg kommt man bald wieder auf den Kolonnenweg und nach insgesamt 13 km Strecke zum Dreiländerstein (579 m) an der Verbindungsstraße Hohegeiß (Niedersachsen) – Rothesütte (Thüringen). Der Grenzstein wurde 1750 gesetzt zwischen: Herzogtum Braunschweig (HB), Amt Benneckenstein (AB), wurde später umgepickert zu Königreich Preußen (KP) und Gräflich-Wernigeröder Forstgebiet (GW). Jetzt markiert der Stein das Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt. Damit hatten wir am Dreiländerstein das Thüringer Gebiet verlassen und sind auf unserer Wanderung nach Sachsen-Anhalt kommen. Ab dem Dreiländerstein (hier gibt’s auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel) steigt der Kolonnenweg in welligem Auf und Ab über 4 km bis auf 625 m Höhe in Hohegeiß. Neben dem Grenzweg verläuft die Straße B4 und man gewinnt erste einprägsame Eindrücke vom Fichtenwaldsterben im Harz – eine Art Ruhewald, nur, dass hier der Wald selbst gestorben ist.

Das Bergdorf Hohegeiß kam mir ein bisschen abgehängt vor. Immerhin gibt’s ein Kur- und Messehaus Panoramic (im Hochhausstil), einige Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die ansehnliche Holzkirche Zur Himmelspforte (1704), das heimelig-üppig dekorierte Antjes Blumen-Café (Antje Seiffart sagte allerdings, dass sie das Café ab September 2026 nach 16 Jahren schließen will, um noch mal was anderes machen zu können) und das Landhaus Bei Wolfgang (Renate und Friedrich Backes) mit mediterranen und deutschen Spezialitäten (gemütlich, sehr freundlich-verbindlich, Spezialitätenpreise, Stammkunden, Vorbestellung ratsam). Unsere zwei Mikes Ferienwohnungen für 8 Personen waren groß, gut ausgestattet und preiswert. Im selben Haus betreibt Mike einen Brötchen- und Kaffeeladen, z.B. fürs Frühstück.

Erlebnis Bergwerk Merkers 2026: Konzert Schiller: Lasershow (Foto: Andreas Kuhrt)

15.03.2026 Erlebnis Bergwerk Merkers: Schiller

15.03.2026 | 14:30-16:30 Uhr Konzert im Erlebnis Bergwerk Merkers

Das ehemalige Kalisalz-Bergwerk Merkers wurde 1925 als weltgrößte Kalifabrik gegründet, 1993 von Kali + Salz übernommen und der Bergbau eingestellt. Ab 1991 wurde die Grube Merkers zum Besucherbergwerk umfunktioniert. Von den rund 4600 km Streckennetz bis zur größten Tiefe/Teufe von 860 m werden 21 km bei Untertage-Führungen befahren. Jetzt heißt es Erlebnis Bergwerk Merkers und bietet neben Bergwerks-Führungen auch Konzerte in der größten Untertage-Konzerthalle Europas an: im ehemaligen Großbunker in 500 m Tiefe, in dem 50.000 t Rohsalz eingelagert werden konnten, um ständig einen Vorrat zur Verarbeitung zur Verfügung zu haben. Die Konzerthalle ist rund 250 m lang, 22 m breit und bis zu 17 m hoch. In der Halle ist auch noch der größte Untertage-Schaufelradbagger der Welt übriggeblieben.

Mehr Informationen: www.erlebnisbergwerk.de | de.wikipedia.org/…

Am 14. und 15. März 2026 gab es zwei Untertage-Konzerte von Schiller, am 15.03. waren wir dabei. Es sollen über 1000 Konzertbesucher gewesen sein. Schiller ist das elektronische Klangwelten-Musikprojekt von Christopher von Deylen aus Niedersachsen (Komposition, Synthesizer, Programming). Zur aktuellen Besetzung gehören noch die Musiker Günter Haas (Gitarren) und Martin Fischer (Schlagzeug/Percussion). Als Überraschungs-Gast trat noch die Sängerin Julia Sanina von der ukrainischen Band The Hardkiss auf. Die Musik ist eine Art Elektronik-Klangwelten-Dance mit instrumentaler Unterstützung in der Richtung Jean-Michel Jarre, Brian Eno, Kraftwerk und Tangerine Dream.

Das Konzerterlebnis als „Gesamtkunstwerk“ von Untertage-Flair, Konzerthallengröße, Musik-Klangwelten und Lichteffekte war sehr beeindruckend.

Suhl, Altes Rathaus, 02.03.2026: Empfang der Bundesliga-Volleyballerinnen VfB Suhl Lotto Thüringen: Pokalsiegerinnen 2026 (Foto: Andreas Kuhrt)

28.02.2026 DVV-Pokalsieger: VfB Suhl Lotto Thüringen

02.03.2026 | 16 Uhr Empfang am Rathaus Suhl

In einem hochklassigen, nervenaufreibenden Volleyball-Finalspiel der Frauen um den DVV-Pokal siegte das Team des VfB Suhl LOTTO Thüringen 3:2 (25:17 | 25:18 | 15:25 | 23:25 | 15:13) gegen den Favoriten Allianz MTV Stuttgart in der SAP-Arena Mannheim. Das Bundesliga-Team des VfB 91 Suhl erreichte damit sensationell den zweiten Pokalsieg nach 2008.

Nach einem Empfang am 02.03.2026 durch den Ministerpräsidenten Mario Voigt in der Thüringer Staatskanzlei wurde das Team am Alten Rathaus Suhl von den Suhler Volleyball-Fans zu einer kleinen Pokalsieger-Würdigung empfangen. Die Volleyballspielerinnen und Trainer des VfB Suhl durften sich für ihre hervorragende Leistung in das Goldene Buch des Stadt Suhl eintragen. Etwa 200 bis 300 Suhler Volleyballfans kamen bei einem ziemlich spontanen Empfang des Bundesliga-Volleyballteams VfB Suhl Lotto Thüringen am Alten Rathaus Suhl zusammen. Die Volleyballerinnen kamen direkt von einem Date mit Mario Voigt in der Erfurter Staatskanzlei auf den Suhler Marktplatz vorgefahren. Unter dem Jubel der Fans präsentierten sie sich auf der Rathaustreppe. Ulf Greiser (1. Vizepräsident des VfB 91 Suhl) stellte das Team kurz vor und ließ das Pokal-Herzschlagfinale noch einmal Revue passieren. Auch der Suhler OB André Knapp war als Zuschauer in Mannheim dabei und würdigte neben der herausragenden spielerisch-kämpferischen Leistung des Volleyballteams auch die unermüdliche, kreative, mächtig gewaltige Unterstützung des Fanclubs alwaySUHLtras und aller mitgereisten Suhler Volleyballfans.

Als Webdesigner der VfB-91-Suhl-Vereins-Website (verein.vfb-suhl.de) fühle ich mich natürlich auch dem Bundesligateam verbunden und feuere sie bei Heimspielen in der Suhler Wolfsgrube (oder in Meiningen oder in Eisenach) an, war aber leider zum Pokalfinale in der SAP-Arena Mannheim nicht dabei: zu weit, zu teuer, zu viele Leute, zu laut und ehrlich gesagt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass der VfB Suhl gegen den Bundesliga-Primus aus Stuttgart eine Siegchance hat. Das am Wochenende davor 3:2 gegen Stuttgart gewonnene Bundesligaspiel sah ich eher als ein taktisches Spiel mit verdeckten Karten an (obwohl die Stuttgarterinnen es sich bestimmt so nicht vorgestellt hatten). Bei der Online-Live-Übertragung des Pokalfinales war ich aber doch total überrascht, wie die Suhler Wölfe mit den Stuttgarter Bärchen in den ersten beiden Sätzen Schlitten gefahren sind. Manchmal beschlich einen aber doch auch ein ungutes Gefühl, wenn sie eine sichere Punkteführung nicht so souverän bis zum Satzende durchbringen konnten. Nach einem Spieleinbruch im 3. Satz durch eine erfolgreiche Stuttgarter Aufschlagserie von Lucía Varela Gómez, die die Suhler Annahme nicht in den Griff bekam, dachte man schon daran, dass das Spiel auch kippen könnte. Um so trauriger, dass eine schöne, konsequent herausgespielte 5-Punkte-Führung im 4. Satz nicht zum Sieg reichte. Und als die schon etwas beruhigende 3-Punkte-Führung im entscheidenden Tiebreak durch kleine Inkonsequenzen im Suhler Spiel in ein 13:11 für Stuttgart umgedreht wurde, dachte ich schon, das war’s jetzt, das lässt sich so ein selbstbewusstes eingespieltes Team wie Stuttgart nicht mehr nehmen. Aber denkste: mit unbändigem Willen und ein wenig Glück konnten die Suhler Wölfinnen dem Endspieldruck standhalten und mit 4 Punkten in Folge diesen Satz wieder drehen und das Stuttgarter Team zur Verzweiflung treiben. Wöl-Finnin wäre in dem Fall auch richtig, denn die Finnin und Suhler Teamkapitänin Roosa Laakkonen hatte in einem Block zusammen mit Sanaá Dotson den entscheidenden 15:13-Siegpunkt im Tiebreak gemacht. Das grenzte schon an Majestätsbeleidigung gegenüber einem eigentlich schon vorher feststehenden Pokalsieger aus Stuttgart. Kein Regisseur hätte sich so einen spannend-dramatischen Spielverlauf ausdenken können.

Dass das erfolgreichste Bundesligateam Thüringens im Land und in der Stadt Suhl auch mal wahrgenommen und geehrt wird, war längst überfällig. Bestimmt würden sie sich auch über mehr Unterstützung im Alltag freuen, mehr als über werbewirksame Aufmerksamkeit bei prestigeträchtigen Siegen. Im Grunde nutzt ja die Ehrung der Stadt und dem Land mehr als den Geehrten. Aber schön war’s doch, das Team mal so nah und fröhlich zu erleben. Zum Abschluss wurde noch die Siegeshymne We Are The Champions (Queen passt ja auch ganz gut zu unseren Volleyball-Frauen) und die (un)heimliche Südthüringer Hymne, das Rennsteiglied, mitgesungen (wobei alle drei Strophen auch ein bisschen ermüdend für die in den letzten drei Tagen bestimmt arg strapazierten Spielerinnen und das ganze Team waren).

Mehr Informationen: volleyball-suhl.de/…

24.01. - 22.10.2026: Fotoclubausstellung "Thüringer Ansichten" in der Musikschule Suhl (Plakat, Foto: Julia Didelot)

Fotos für Fotoclub-Kontrast-Ausstellung Thüringer Ansichten Musikschule Suhl 2026

Die Jahresausstellung 2026 des Fotoclubs Kontrast in der Musikschule Suhl „Thüringer Ansichten“ ist aus dem Literaturkalender 2026 „Thüringer Ansichten“ entstanden. Seit 1997 arbeitet der Fotoclub mit dem Südthüringer Literaturverein zusammen, um Fotografie und Literatur zusammenzubringen. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden bisher 7 Literaturkalender: Das sind künstlerisch gestaltete Blätter mit Fotos und darin eingebundene Texte. Für die Fotoclubausstellung wurden die Blätter des Literaturkalenders durch 10 weitere Foto-Text-Gestaltungen ergänzt: insgesamt 40 großformatige (70 x 100 cm) Drucke auf Latexpapier mit Bildern von 14 Fotoclubmitgliedern, 4 befreundeten Fotografen, 2 bildenden Künstlern und einer Glasgestalterin + Texte von 27 (ursprünglich) Thüringer Autoren.

Meine Ausstellungsfotos sind (wie im Literaturkalender 2026): War Wald (Borkenkäfer-Brachfläche im Suhler Stadtwald, 2024), Totes Meer (bei Ein Bokek, Israel, 1998), Max-Klinger-Weinberg (im Blütengrund an der Unstrut, 2025), Moment der Ruhe (Geigerin Petra Onderufová, Wild Strings Trio, Rudolstadt Festival 2022) + Da braut sich was zusammen (Am Strand Ristna, Hiiumaa, Estland, 2022).

Fotokalender 2026: Italien: Blick vom Kap Miseno über den Golf von Neapel zum Vesuv (Foto: Andreas Kuhrt)

Fotokalender 2026 Italien

Fotokalender im DIN-A3-Format (2-Wochen-Kalender) mit 30 Reisebildern aus Italien, Fotos von Andreas Kuhrt und Manuela Hahnebach. Eine Tour von Suhl übern Brenner nach Gargazon, Siena in der Toskana, Weindorf Montalcino, Abtei Sant‘ Antimo, Pian di Ballo beim Monte Amiata, Pozzuoli, Neapel, Vesuv, Ausgrabungsstätten Herculaneum, Pompeii und Cumae, Bomerano an der Amalfiküste, Lucca in der Toskana, Pisa, Torbole am Gardasee und zurück nach Suhl.

Im November 2025 haben wir uns kurzfristig entschieden, einen Kultur-, Landschafts- und Genussurlaub in Italien zu machen. Mit dem Auto haben wir uns schrittweise bis Neapel vorgearbeitet. Es gab keinen festen Reiseplan, nur das Ziel, bis nach Neapel zu kommen. Für eine Woche hatten wir eine Unterkunft im Agriturismo Masseria Sardo in Pozzuoli bei Neapel vorher gebucht, alle anderen haben wir uns vor Ort gesucht.

Über den Brennerpass nach Gargazon im Etschtal

Unser erster Stopp war nach rund 630 km im Apfeldorf Gargazon im Etschtal/Südtirol zwischen Bozen und Meran. Dort konnten wir auf einem der wenigen Campingplätze, die in Italien in der Herbst/Wintersaison geöffnet sind, zelten. Auf dem Campingplatz Komodo waren wir aber die einzigen im Zelt, sonst gabs nur Campmobile oder Wohnwagen. Rings um die Orte im Etschtal gibt es ausgedehnte Apfelplantagen. Die Apfelbäume werden an Spalieren gezogen, auch im November wurde noch geerntet.

Siena

Bis wir bei Neapel sein wollten, waren noch ein paar Tage Zeit und die restliche Wegstrecke von rund 850 km wollten wir auch nicht in einem Ritt fahren. Deshalb haben wir einen interessanten Zwischenstopp in der Toskana gesucht. Wir waren schon in einem Vorort von Florenz (knapp 400 km weiter südlich), als wir dachten, dass es doch zu hektisch und nervig ist, dort eine Bleibe zu finden und durch die einbahnstraßige und meist gesperrte Innenstadt dorthin zu kommen. Deshalb haben wir uns entschlossen, noch 50 km weiter nach Siena zu fahren. Siena mit knapp 60000 Einwohnern ist sehr viel übersichtlicher als Florenz, ist aber auch sehr geschichtsträchtig. Die durch eine vollständig erhaltene Stadtmauer geschützte mittelalterliche Kernstadt aus dem 12. bis 16. Jahrhundert mit etwa 1 km Durchmesser ist fast komplett erhalten. Unbedingt sehenswert ist die Piazza del Campo, der muschelartige Stadtplatz (im 14. Jh. an der Stelle eines antiken Theaters erbaut) mit dem gotischen Rathaus Palazzo publico. Vom 102 m hohen Rathausturm hat man einen tollen Rundblick auf Siena und Umgebung. Der schwarz-weiß-marmorgestreifte Dom von Siena aus dem 13. Jh. ist einer der bedeutendsten gotischen Bauten in Italien. Mit seiner überreichen figürlich-ornamentalen Ausschmückung ist er sehr eindrucksvoll, sowohl die Fassaden als auch der Innenraum der Kreuzbasilika. Geradezu abenteuerlich erscheint die geplante und 1339 begonnene Vergrößerung als Duomo nuovo, die aber wegen Geldmangel und statischer Probleme nicht gebaut werden konnte. Der jetzige schon ziemlich große Dom wäre in diesem Projekt als Querschiff eingebaut worden. Von diesem größenwahnsinnigen Bau wurde nur ein Seitenschiff und der östliche Fassadenturm errichtet. Im Seitenschiff ist heute das Dommuseum und auf dem Fassadenturm kann man eine Aussichtsplattform besteigen. Neben 5 anderen Kirchen in der Stadt ist die wuchtige Basilica di San Domenico aus dem 13. Jh. bedeutend, weil sie Reliquien der heiligen Katharina von Siena (1347-1380) aufbewahrt, Schutzpatronin von Italien und Europa (Kopf und Finger, was die Leute so alles aufheben). Ganz allgemein ist das mediterran-lebendige, aber auch beschauliche Flair in den mittelalterlichen Gassen mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants sehr schön, für mich eine der schönsten Städte, die ich kenne. Ein mittlerer Wermutstropfen ist die Autoverkehrs- + Parksituation: Autoverkehr ist im Innenstadtbereich nur für legitimierte Fahrzeuge zugelassen (das ist ja in Ordnung und entspannt den Verkehr in den oft engen Gassen). Aber andererseits sind Parkplätze am Innenstadtrand großräumig und ständig belegt und das vorhandene Parkhaus Santa Caterina an der Porta Fontebranda ziemlich teuer (2 €/h, über Nacht für 17 h = 34 €, Tagestarif 35 €, deshalb gibt es auch genügend freie Plätze).

Toskana: von Montalcino bis Monte Amiata

Nach Siena wollten wir noch einen Tag Toskana erleben: Beim Weindorf Montalcino haben wir eine kleine Wanderung aus dem Tal durch Weinberge und Wald zum auf einem Bergplateau liegenden Ort gemacht. Montalcino ist ein kleiner mittelalterlich erhaltener Ort mit etwa 5500 Einwohnern und berühmt für den Rotwein Brunello di Montalcino aus besonderen Sangiovese-Trauben, sehr lecker und ziemlich teuer, Flaschenpreise über 20-30 € sind normal (kann aber auch mal bis 450 €/Flasche gehen), einer der weltbesten Rotweine. Vom Aussichtspunkt Montalcino Panoramico hat man einen schönen Blick auf den Ort und das toskanische Vorland. Unser nächstes Ziel war die 10 Straßenkilometer weiter südlich gelegene Abtei Sant‘ Antimo (www.antimo.it) bei Castelnuovo dell‘ Abate. Die romanische Klosterkirche aus dem 12. Jh. liegt einsam malerisch im Orcia-Tal inmitten einer Hügellandschaft mit Feldern, Weinbergen und Olivenhainen, ein total friedlicher, irgendwie erhabener Ort. Das frühere Benediktiner-Kloster soll schon Anfang des 9. Jh. von Karl dem Großen aus Dank für die Rettung vor der Pest gegründet worden sein, die karolingische Kapelle soll in der heutigen Sakristei erhalten sein. 1118 wurde der Bau der jetzigen Klosterkirche begonnen, konnte aber nie ganz fertiggestellt werden, weil nach der Zeit der größten Macht im 10. bis 12. Jh. der Einfluss und Klosterbesitz der Benediktiner durch die Machtansprüche Sienas sehr zurückgedrängt wurden. Schließlich wurde das Kloster 1461 aufgehoben und der Bau verfiel, die Steine wurden teilweise als Baumaterial für den Ort Castelnuovo dell‘ Abate verwendet. Erst ab 1870 wurde die Kirche restauriert und 1979 wurde das Kloster von einigen Augustiner-Chorherren aus Frankreich wiederbesiedelt (CDs mit gregorianischen Gesängen der Regularkanoniker werden im Klosterladen angeboten). Nachdem wir unter Olivenbäumen noch ein kleines Klosterbier getrunken hatten, fanden wir eine Unterkunft im rund 20 km entfernten Podere (Bauernhof) Legnotorto in Pian die Ballo am Fuß des Monte Amiata (ein 1738 m hoher ruhender Vulkan). Der ökologische Bauernhof wird von einem jungen Paar mit Dario als nettem Gastgeber betrieben. Katzen und Hühner laufen im Gelände frei umher, in einem kleinen Gehege suhlen sich ein Wild- und zwei tiefergelegte Hausschweine (das Wildschwein wurde als Frischling adoptiert).

Eine Woche Neapel ohne Bewährung

Masseria Sardo am Lago d’Averno in Pozzuoli

Von Pian di Ballo sind es am Monte Amiata vorbei noch rund 400 km bis Pozzuoli bei Neapel, wo wir eine Unterkunft für die nächsten 7 Tage hatten. Die Strada Provinciale Altore (SP65) kurvt durch Maronenwälder etwa 20 km um den Monte Amiata herum bevor man nach rund 80 km bei Orvieto auf die Autostrada A1 ging. Beim Belvedere di Orvieto hatte man noch einen tollen Blick auf die Stadt Orvieto, die eindrucksvoll auf einem Tuffsteinplateau liegt. Von Orvieto sind es auf der A1 noch rund 330 km bis Pozzuoli. Bei der Anfahrt bekommt man in Neapel schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Autoverkehr auf den Stadtautobahnen. In Pozzuoli (531 v.d.Z. als griechisches Dikaiarcheia (gerechte Regierung) gegründet, römisch: Puteoli (kleiner Brunnen)) hatten wir eine Unterkunft: Masseria Sardo. Das ist ein renovierter Bauernhof in Familienbesitz aus dem 18. Jahrhundert, den die Schwestern Fabiana und Gabriella Barbati seit 2019 gemeinsam betreiben (Fabiana kümmert sich um die Landwirtschaft und Vermietung, Gabriella wurde nach abgeschlossenem Studium der Darstellenden Künste in Rom Köchin). Der Hof liegt idyllisch inmitten von Mandarinen-, Orangen-, Zitronen-, Feigen- und Gemüsepflanzungen innerhalb eines 4000 Jahre alten Vulkankraters mit dem Lago d’Averno darin. Das Innere des Averno-Kraters ist eine grüne Oase von Wäldern und landwirtschaftlichen Anbauflächen inmitten der umgebenden städtischen Bebauung. Auf dem Biohof werden aus eigenem Anbau Obst, Gemüse, Marmeladen, Fruchtsäfte, Pesto, Liköre und ein eigener Ornos Gin produziert. Außerdem werden 4 Zimmer vermietet, ein Restaurant und eine Gartenbar betrieben, Workshops, Kulturveranstaltungen und Konzerte organisiert.

Das Gebiet der phlegräischen Felder bei Pozzuoli westlich des Vesuvs ist vulkanisch aktiv (darunter wuird ein Supervulkan angenommen) und gleichzeitig altes Siedlungsgebiet der Griechen und Römer. Der Averno-Krater hat etwa 1 km Durchmesser und galt in der Antike als Eingang zur Unterwelt. Der ursprünglich zum etwa 1 km entfernten Meer (Bucht von Pozzuoli) hin durch einen Kanal verbundene Kratersee wurde durch den Ausbruch des benachbarten Vulkans Monte Nuovo 1538 vom Meer abgeriegelt. Um den See führt ein etwa 3 km langer Wanderweg meist direkt am Ufer, es gibt ein paar Gaststätten, eine Ruine des sogenannten römischen Apollotempels (eigentlich die Halle des Kaltbades einer römischen Therme aus dem 1. Jh. n.d.Z.) und zwei antike Tunnel (die nicht zugänglich sind): die etwa 1 km lange Grotta di Cocceio (nach dem Ingenieur Lucius Cocceius Auctus, der ihn entworfen hat) wurde 38-36 v.d.Z. als erster „Straßentunnel“ der Welt als rund 5-6 m breite Verbindung von der antiken Stadt Cumae zum Lago d’Averno gebaut und weiter mit der Grotta della Sibilla (ein 200 m langer Verbindungstunnel zwischen Lago d’Averno und Lago di Lucrino aus dem Jahr 37 v.d.Z.) zum damals wichtigsten Stützpunkt der römischen Westflotte am Portus Iulius im Lago di Lucrino direkt neben der Meeresbucht von Pozzuoli.

Vesuv

Unsere erste Tour bei Neapel führte uns auf den Gipfel des Vesuvs. Dahin fährt man erst mal auf der Stadtautobahn durch Neapel auf die Ostseite der Stadt, dann durch die Vorortsiedlungen am Westhang des Vesuvs (wenn man so wie wir Glück hat und eine Straßenbaustelle samt Umleitung im Weg ist, kann man die chaotische Stadtrandbebauung fast hautnah, aber wenigstens karosserienah kennenlernen). Ab der Straße Contrada Osservatorio kann man wieder etwas aufatmen und schraubt sich auf Serpentinen innerhalb des großen historischen Kraters des Monte Somma (beim Ausbruch im Jahr 79 zu einer Caldera mit knapp 4 km Durchmesser eingestürtzt) am neueren deutlich kleineren Vulkankegel hoch (Durchmesser am Kraterrand: rund 600 m, Höhe: 1281 m, Ausbrüche: im 17.-19. Jh., letzter Ausbruch: 1944).

Fotomesse Imaging World Nürnberg 2025: Model-Fotografie (Foto: Andreas Kuhrt)

10.10.2025 Fotofestival Imaging World Nürnberg

10.-13.10.2025 Messe Nürnberg | Halle 12

Mit einigen Fotofreunden vom Fotoclubs Kontrast Suhl besuchte ich am Eröffnungstag 10.10.2025 die Fotomesse Imaging World in Nürnberg. Das Ausstellungsgelände in der Messehalle 12 war überschaubar: etwa 165 Aussteller hatten Stände mit Foto-/Videotechnik, Zubehör und Druck/Präsentation. In der Vorhalle gab es zwei Fotoausstellungen: Portfolios von 5 Preisträgern des Imaging-World-Fotowettbewerbs zu den Themen Action, Street und Makro (da fand ich Einiges interessant und Manches unverständlich) und eine Jugend-Fotoausstellung des DVF mit vielen mittelmäßigen, manchen bekannten und einigen gut umgesetzten Fotothemen. Weil ich mich nicht besonders für Fototechnik interessiere (eigentlich gar nicht, wenn es nicht nötig ist), bin ich durch die Ausstellungshalle geschlendert und hab Eindrücke gesammelt und manches fotografisch festgehalten: ein bisschen Messehallenarchitektur und ein paar interessante Messestände: Wildlife bei Fujifilm, den Tele-Tüten-Testbalkon bei Sony und das Sony-Porträtfoto-Claim: ein Stand mit Hintergründen, aufgebauter Blitztechnik und einem Setup aus zwei angeblasenen weiß-transparenten Tüchern als Vorder-/Hintergrund. Dort gab es kleine Fotosessions mit drei Models. Es wurden Möglichkeiten in der Porträtfotografie erklärt und praktisch umgesetzt und man konnte mitfotografieren. Ich hab mich vor allem dafür interessiert, durch die Schleier zu fotografieren. Dabei könnte es interessante „natürliche“ Filtereffekte geben und die Unberechenbarkeit des Ergebnisses wäre außerdem spannend. Das hat auch geklappt: beides. Ich hab jede Menge unbrauchbare Fotos durch unglückliche Überschneidung von Stoff, Model und Hintergrund. Und auch ein paar brauchbare Porträts mit dem gewünschten nebelig-rasterartigen Filtereffekt des Stoffs, im besten Fall mit vielfältig überschneidenden Stoffstrukturen.

Literaturkalender Thüringer Ansichten 2026: Moment der Ruhe (Foto: Andreas Kuhrt, Gestaltung: Designakut 2025)

Fotos für Literaturkalender 2026

Für 2026 gestaltete ich einen neuen Literaturkalender „Thüringer Ansichten“ unter dem Label Edition Sinnbild in Zusammenarbeit mit dem Südthüringer Literaturverein und dem Fotoclub Kontrast Suhl. Das ist ein Zwei-Wochen-Kalender mit 30 Seiten: 27 Texte von Thüringer Autoren mit 27 Bildern + Titelbild von Mitgliedern des Fotoclubs Kontrast Suhl und befreundeten Fotografen oder bildenden Künstlern. Natürlich hab ich auch eigene Fotos für den Literaturkalender verwendet. Für unterschiedlichste Themen der vorgegebenen Texte müssen passende Bilder gefunden werden. Und dafür hab ich selbstverständlich unter den eigenen Bilder die größte Auswahl, weil ich die einfach viel besser kenne als fremde Portfolios. Andererseits versuche ich auch, so viele verschiedene Bildautoren wie möglich zu beteiligen, um vielfältige Bildideen einfließen zu lassen. Für das Titelbild hat sich das Foto Märchenstunde von Julia Didelot (Fotoclub Kontrast Suhl) geradezu aufgedrängt, ein perfekt inszeniertes Kinderporträt in Lost-Place-Umgebung.

Meine verwendeten Fotos sind: War Wald (Borkenkäfer-Brachfläche im Suhler Stadtwald, 2024), Totes Meer (bei Ein Bokek, Israel, 1998), Max-Klinger-Weinberg (im Blütengrund an der Unstrut, 2025), Moment der Ruhe (Geigerin Petra Onderufová, Wild Strings Trio, Rudolstadt Festival 2022).