Straße Lomo Negro . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am nordwestlichen Ende El Hierros windet sich die Carretera Montaña in engen Kehren auf einem Vulkanrücken zum Hochland empor (Foto: Andreas Kuhrt)
Straße Lomo Negro . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Mirador de el Lomo Negro 1 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
250 m über dem Meer wurde der Aussichtspunkt Mirador de el Lomo Negro 1 eingerichtet (Schwarzer Rücken, letzter Vulkanausbruch auf dem Festland El Hierros)... (Foto: Manuela Hahnebach)
Mirador de el Lomo Negro 1 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Aussicht vom Mirador de el Lomo Negro 1 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Ausblick auf die beim Lomo-Negro-Ausbruch entstandene Küstenzone aus dunkler Lava (die Rechteckbauten sind aufgegebene Bananenplantagen)  (Foto: Andreas Kuhrt)
Aussicht vom Mirador de el Lomo Negro 1 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wanderweg Lomo Negro - El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Lomo Negro beginnt ein Wanderweg nach El Sabinar de la Dehesa, den letzten Resten eines ehemals dichten Wacholderwaldes im Westen El Hierros (Foto: Andreas Kuhrt)
Wanderweg Lomo Negro - El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Tabaiba-Busch im Gebiet El Sabinar . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Die kargen Vulkanascheflächen sind mit Tabaiba (Wolfsmilch) und anderen Trockenbüschen bewachsen (Foto: Andreas Kuhrt)
Tabaiba-Busch im Gebiet El Sabinar . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Farbige Vulkanasche beim Mirador Lomo Negro 2 . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Mirador de Lomo Negro 2 gibt es vielfarbiges Vulkangestein zu sehen: das ockerfarbene stammt vom explosiven Kontakt von Lava mit Wasser (Foto: Andreas Kuhrt)
Farbige Vulkanasche beim Mirador Lomo Negro 2 . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Farbige Vulkanasche beim Mirador Lomo Negro 2 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Die Dimensionen der vulkanischen Urgewalt sind beeindruckend (Foto: Manuela Hahnebach)
Farbige Vulkanasche beim Mirador Lomo Negro 2 . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderholz im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Das westliche Hochland war früher jahrhundertelang mit Wacholderwald bedeckt: das Holz alter abgestorbener Wacholderbäume ist oft knorrig und eigentümlich verzwirbelt (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderholz im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Vulkankrater bei Montaña de los Guirres . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Vulkanische Formationen prägen diese Gegend: der Wanderweg führt um einen Lavahöhle herum... (Foto: Andreas Kuhrt)
Vulkankrater bei Montaña de los Guirres . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Lava-Trockenmauer im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
entlang einer kilometerlangen Trockenmauer aus Vulkangestein (die vielleicht als Viehsperre errichtet wurde, die Gegend heißt auch La Dehesa: das ist gemeinschaftliches Weideland) (Foto: Andreas Kuhrt)
Lava-Trockenmauer im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Am Wanderweg stehen einige bizarr verformte jahrhundertealte trockene Wacholderbäume... (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
die von den vorherrschenden Passat-Fallwinden zu Boden gedrückt wurden... (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Die besonders verwunden gewachsenen Bäume waren als Bauholz ungeeignet (der restliche Wald wurde über Jahrhunderte abgeholzt) (Foto: Andreas Kuhrt)
Abgestorbener Wacholderbaum im Gebiet El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Gatter in La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Durch ein Gatter führt der Wanderweg hinter der Trockenmauer auf den weiter ansteigenden Hang der Hochfläche La Dehesa (Foto: Andreas Kuhrt)
Gatter in La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Die frischgrünen Tabaiba-Büsche melken mit ihren Blätterbüscheln Feuchtigkeit aus der Luft (Foto: Manuela Hahnebach)
La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Tabaiba-Busch in Vulkanlandschaft La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Im Zweifelsfall wirft die Tabaiba ihre Blätter ab und überlebt mit den in den Stielen gespeicherten Vorräten (Foto: Andreas Kuhrt)
Tabaiba-Busch in Vulkanlandschaft La Dehesa . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Nach gut 1 Stunde Wanderung (mit vielen Fotos) trifft man am Vulkankegel Montaña Escobar auf auf einen kleinen Wacholderhain (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Die kriechenden Wacholderbäume sind struppig verschlungen... (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Blütenzapfen des Kanarischen Wacholders . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Die Blütenzapfen an den schuppigen Ästchen zeigen, dass die Bäume leben (Foto: Andreas Kuhrt)
Blütenzapfen des Kanarischen Wacholders . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Die Bäume auf El Hierro tragen gern Vollbart... (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Der Gewöhnliche Baumbart ist eine Flechte (Schlauchpilze + Algen), die nur in ziemlich sauberer Luft gedeiht... (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
also frische Luft gibt's scheinbar auf El Hierro reichlich (Foto: Andreas Kuhrt)
Flechten im Wacholderwald El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Auf der Wanderung durch den ehemaligen Wacholderwald El Sabinar findet man immer wieder verwunschen gewundene Bäume... (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
die vom ständigen Wind niedergebürstet wurden, deren Kronen aber zum Licht streben (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
darunter gibts auch einige mächtige uralte Exemplare, so um 500 Jahre (die Bäume mein ich natürlich) (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wo sich kleine Wacholderwäldchen erhalten haben, bilden die Kronen der einander Schutz bietenden Bäume ein undurchdringliches Astgestrüpp, das außen grün bepelzt ist (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Kuglige frischgrüne Tabaiba-Büsche und knorrige alte Wacholderbäume bilden einen interessanten Gegensatz (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Noch son'n verdrehter Vertreter (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
El Hierros Wahrzeichen: Wacholderbaum La Sabina . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Auf einem abgesperrten Ausstellungsplatz wird das "Nationalmonument" El Hierros präsentiert (mit eigenem Parkplatz und Zufahrt von der Hochlandstraße)... (Foto: Manuela Hahnebach)
El Hierros Wahrzeichen: Wacholderbaum La Sabina . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
El Hierros Wahrzeichen: Wacholderbaum La Sabina . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
La Sabina: der Wacholderbau schlechthin, der in keinem El-Hierro-Prospekt oder -Reisebericht fehlen darf (Foto: Andreas Kuhrt)
El Hierros Wahrzeichen: Wacholderbaum La Sabina . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
In der Umgebung stehen noch weitere interessante Wacholderbäume, die nicht eingezäunt sind... (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
(Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
(Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
(Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wegweiser im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Ein etwa 1,5 km langer Wanderweg führt vom Wacholderbaum zum Mirador de Bascos...  (Foto: Andreas Kuhrt)
Wegweiser im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Mirador de Bascos . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
ein Aussichtspunkt an der Cumbre-Steilwand in 658 m über dem Meer, die Plattform ist zwar wegen Erdrutsch gesperrt... (Foto: Andreas Kuhrt)
Mirador de Bascos . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Mirador de Bascos . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
aber die Aussicht über ganze Golfo-Tal von Pozo de la Salud bis zu den Roques de Salmor gibt's trotzdem (Foto: Manuela Hahnebach)
Mirador de Bascos . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Der Rückweg führt wieder an all den interessanten Bäumen vorbei... (Foto: Manuela Hahnebach)
Wacholderbaum im El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Vulkanlandschaft im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
in einem ganz anderen Licht (Foto: Andreas Kuhrt)
Vulkanlandschaft im Gebiet La Dehesa/El Sabinar . El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Andreas Kuhrt)
Westküste von El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)
Von der Montaña Escobar, einem Vulkankegel etwas abseits des Wanderwegs hat man ein weiten Blick über die Westküste El Hierros auf den Atlantik nach Westen fast bis nach Florida (6000 km) (Foto: Manuela Hahnebach)
Westküste von El Hierro . Kanarische Inseln 2018 (Foto: Manuela Hahnebach)

Wandertour Kanarische Inseln 2018

Teneriffa El Hierro La Gomera 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Wandertour zum Wacholderwald Sabinar de la Dehesa

Mirador de el Lomo Negro

Unsere nächste Tour machten wir wieder in den westlichen Inselteil. Auf der Küstenstraße HI-500/Carretera la Montaña fuhren wir wieder um das westliche Ende La Dehesa (Weideland) der zentralen Hochfläche El Hierros herum. Am westlichsten Ende der Straße gibts noch einen Abzweig zum Strand Playa del Verodal (wo wir aber nicht waren). Um weiter südwärts zu kommen, erzwingt die Vulkanlandschaft den Weg nach oben: über eindrucksvolle Serpentinen führt die schmale Straße abenteuerlich über den Lomo-Negro-Vulkanhang auf den Rand der Hochfläche (natürlich gibts keine Leitplanken oder so, weder fürs Auge noch fürs Auto, auch auf anderen Straßen El Hierros kann man hervorragend Kurvenfahrten üben).
Oben ist neben der Straße am Rand des Vulkankegels der Mirador de el Lomo Negro 1 auf ca. 250 m Höhe als Aussichtsplattform mit Infotafel ausgebaut. Der Lomo Negro (Schwarzer Rücken) ist der jüngste Vulkan auf dem Festland El Hierros (sein früher angenommener Ausbruch im Jahr 1793 wird wegen fehlender Berichte angezweifelt und eher früher datiert). Vom Aussichtspunkt hat man einen Tiefblick auf die durch den Ausbruch des Lomo Negro abgelagerte etwa 2 km x 500 m breite Lava-Küstenterrasse Hoya del Verodal am nordwestlichsten Ende El Hierros. Rechts überblickt man den Aschekegel, über den die Straße führt. Die rechteckigen Strukturen auf der Küstenebene könnten aufgelassene Bananenplantagen sein. Die relativ junge Küstenzone in diesem Bereich ist ziemlich zerklüftet mit vorspringenden Landzungen, tief eingeschnittenen Buchten und einzeln stehenden Lavafelsen.

Tour: El Sabinar de la Dehesa

An der Straße, gegenüber des Aussichtspunktes Lomo Negro 1 führt ein 2011 angelegter beschilderter Wanderweg bergan zum El Sabinar: den Resten eines ehemaligen Wacholderwaldes im westlichen Hochland El Hierros. Zuerst geht der Weg am vulkanischen Aschehang hoch zum Aussichtspunkt Lomo Negro 2, der etwa 250 m weiter und 30 m höher mit Blick auf El Hierros Nordküste eingerichtet wurde. Neben schwarzer, brauner, roter und oranger Asche kann man hier stark ockerfarbige Schichten sehen, die durch den explosiven Kontakt des Vulkanausbruchs mit Wasser zustande kam (phreatomagmatische Eruption).
Danach führt der Wanderweg weiter nach oben durch eine Trockenlandschaft mit vielen Tabaiba-Büschen (Bittere Wolfsmilch, Euphorbia lamarckii) bis man hinter einem kleinen Vulkankrater an eine kilometerlange Lavastein-Trockenmauer kommt, die den Hang abriegelt (vielleicht als Viehsperre, um die dahinterliegenden Wacholderwaldreste vor Ziegenfraß zu schützen). Das westliche Hochland El Hierros heißt auch La Dehesa, das ist eine gemeinschaftliche Viehweide, auf die die Bauern der umliegenden Gemeinden ihr Vieh schicken können. Die dazu angestellten Viehhirten waren außer dem Leuchtturmwärter vom Faro de Orchilla die einzigen Menschen, die im westlichen Teil El Hierros lebten. Am etwa 500 m langen Weg entlang dieser Mauer sieht man schon einige trockene Sabina-Bäume, die auf El Hierro ein letztes zusammenhängendes Vorkommen der Kanaren bilden.

El Sabinar: der Wacholderwald El Hierros

Der spanisch Sabina genannte Kanarische Wacholder (Juniperus canariensis, Rotfrüchtiger Wacholder, Konifere/Zypressengewächs) ist das Natursymbol El Hierros. Der in Relikten vorkommende Wacholderwald heißt El Sabinal (steht auf den Wegweisern, oder El Sabinar, steht sonst überall). Mit etwa 30 Hektar ist der Sabinar de la Dehesa das älteste und größte Vorkommen des Kanarischen Wacholders. Ein weiteres, kleineres Vorkommen gibts noch im südwestlichen Küstengebiet als Sabinar de el Julan und den Sabinar de el Golfo im westlichen El-Golfo-Tal um Sabinosa. Der Westen der Insel war einst dicht mit Wacholderwäldern bedeckt. Die Bäume können etwa 3 bis 5 m hoch und 1000 Jahre alt werden, wenn man sie läßt. Sie wurden aber wegen ihres harten, widerstandsfähigen Holzes und aromatischen Harzes als Feuer-, Räucher- und Bauholz genutzt. Der Rest wurde für Viehweiden gerodet oder fiel Waldbränden zum Opfer. Heute ist der Kanarische Wacholder El Hierros geschützt, aber er wächst nur sehr langsam wieder nach. Dazu müssen die harten Samen erst durch einen Raben durch, der die Wacholderbeeren frisst und dann erst keimfähig am anderen Rabenende rauslässt. Und dann dauert die Keimzeit noch 2 Jahre… Die übrig gebliebenen Wacholderbäume sind knorrige, niedergedrückte und verzwirbelte Exemplare. So ein Baum will ja normalerweise senkrecht nach oben zum Licht wachsen, durch die ständigen vorwiegend aus östlicher Richtung wehenden Passat-Fallwinde aus dem Hochland wurden sie aber niedergedrückt und oft verdreht. Teilweise reichen die Äste und Kronen bis zum Boden. Am windabgewandten Ende kann sich im Schutz des toten windexponierten Geästs eine lebende Krone mit Blättern, Blüten und Früchten halten. Bessere Wuchsbedingungen haben die Bäume natürlich im Verband, wenn sie sich im Windschutz anderer Bäume entwickeln können.

La Sabina: der Wacholderbaum als Wahrzeichen El Hierros

An einem größeren struppigen Wacholderbaum geht der Wanderweg durch ein Gatter weiter etwas steiler aufwärts durch die karge Vulkanlandschaft. Unterwegs kommt man an einigen bizarren Einzelbäumen und kleinen zusammenhängenden Wacholderhainen vorbei, die wie gebürstet aussehen. Diese knorrigen, jahrhundertealten Bäume boten uns (viel zu) viele Fotomotive. Nach insgesamt etwa 3 km Weg (für den wir rund 3 Stunden brauchten) kommt man auf 592 m Höhe an einer oberen Trockenmauer beim Wahrzeichen El Hierros raus: La Sabina – der Wacholderbaum schlechthin (der auf keinem El-Hierro-Prospekt fehlen darf) – ein einzeln stehender dekorativ zurechtgestutzter, windgebeugter Baum auf einem eingeebneten kahlen Plateau, eine natürliche Skulptur mit angeschlossenem Parkplatz (es führt auch eine etwa 4 km lange Piste von der südlichen Landstraße Hl500 über das Santuario de Nuestra Señora de los Reyes hierher und noch etwa 1 km weiter zum Mirador de Bascos).

Mirador de Bascos

Wir sind weiter dem ausgeschilderten Wanderweg PR EH-9 gefolgt, der in etwa 1,5 km zum Mirador de Bascos führt. Unterwegs sind noch einige bizarre Wacholderbäume zu bestaunen. El Hierros abgelegenster Aussichtspunkt Mirador de Bascos liegt am westlichen Ende des Golfo-Tals an der Cumbre genannten Abrisskante des Golfo-Tals über einer Steilwand auf 658 m Höhe. Der eigentliche Mirador, eine ausgebaute Aussichtsplattform auf einer vorspringenden Felsrippe ist zwar inzwischen wegen Absturzgefahr durch Erdrutsche gesperrt, aber man hat von der Kante nebenan immer noch großartige Ausblicke auf die tief unten liegende Punta de la Dehesa (wo wir gestern waren) und von Pozo de la Salud über das ganze 15 km lange Golfo-Tal bis zu den Roques de Salmor.

Rückwärts geht man den selben Weg und fotografiert alles noch mal, weil das Licht dann ganz anders ist. Etwas abseits vom Sabina-Baum-Monument gibt es hinter der Mauer noch ein seltsames Betonbauwerk, das wie ein rundes Silo aussieht, in Wirklichkeit aber ein Rast- und Aussichtspunkt ist, der gegen die meist starken Fallwinde mit einer halbrunden Wand geschützt ist. Weiter unten gibts bei einem kleinen Wäldchen noch einen Aussichtspunkt auf dem Vulkankegel Montaña Escobar, von dem man den Sonnenuntergang über dem Atlantik hervorragend beobachten kann. Leider reichte die aufgeschichtete Windschutzmauer bei der Vermessungssäule nur für Einen und ich musste die Windkanalprüfung bestehen.