Suhl Wolfsgrube, 22.04.2026: Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen: VfB Suhl Lotto Thüringen wird Deutscher Meister (Foto: Andreas Kuhrt)

22.04.2026 Wolfsgrube Suhl Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen

Volleyball Bundesliga Play-Off-Finale 3: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Dresdner SC | 3:0

2025/26 war die unglaublichste, erfolgreichste Saison des Frauen-Volleyball-Bundesligateams VfB Suhl LOTTO Thüringen in der 35jährigen Geschichte des Ballsportvereins VfB 91 Suhl: Nach dem Gewinn des DVV-Pokals (zum zweiten Mal nach 2008) am 28.02.2026 in der Mannheimer SAP-Arena als Außenseiter gegen den Bundesligaprimus Allianz MTV Stuttgart mit einem nervenzerreißenden 3:2-Sieg gewannen die Wölfe (nach der Heimspielstätte Wolfsgrube Suhl, die Sporthalle liegt am Weg Wolfsgrube) auch die Deutsche Meisterschaft in der Volleyball-Bundesliga mit einem denkwürdigen, klaren 3:0-Sieg gegen den Dresdner SC, einem jahrzehntelang etablierten Favoritenverein der Frauen-Volleyball-Bundesliga (neben SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart).

Play-Offs zur Deutschen Meisterschaft

Die Deutsche Meisterschaft im Volleyball wird nach Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde in Play-Offs der besten 8 Teams ausgespielt. Der VfB Suhl hatte mit dem erstmals erreichten 2. Platz der Hauptrunde schon eine hervorragende Ausgangsposition für die Play-Off-Serie (mit einem besseren Rang ist das erste Heimrecht in den Entscheidungsspielen verbunden, manchmal ein entscheidender Vorteil). Viertel- und Halbfinale wird in 2 Siegen von max. 3 Spielen entschieden, das Finale mit 3 Siegen aus max. 5 Spielen. Im Viertelfinale siegte das Team des VfB Suhl gegen den VC Wiesbaden (7. der Hauptrunde) mit 3:1 und 3:0 ziemlich überlegen. Im Halbfinale ging es gegen den Vorjahres-Meister SSC Schwerin: die beiden Spiele wurden teilweise knapp, teilweise deutlich 3:1 und 3:0 gewonnen, besonders bemerkenswert: der erste Auswärtssieg des VfB Suhl in Schwerin seit 21 Jahren! Ins Finale hatten sich der VfB Suhl und der Dresdner SC gespielt (mit dem ersten Heimrecht für Suhl). Nachdem der VfB Suhl das Heimspiel am 15.04.2026 gegen die favorisierten Dresdnerinnen erstaunlich deutlich 3:0 (25:22, 25:22, 25:16) gewonnen hatte, siegten sie auch in Dresden (erstmals seit 2011!) in einem engen, spannenden, aber auch teilweise souveränen Spiel 3:2 (23:25, 25:11, 24:26, 25:14, 15:13). Nach zwei Siegen des VfB Suhl war im dritten Spiel gegen Dresden am 22.04.2026 wieder in der Suhler Wolfsgrube überraschenderweise ein glatter Finalsieg der Suhler Wölfe möglich. Ein bisschen Spass musste trotzdem sein: der Bezahlsender Dyn kündigte die Übertragung so an: „Das Finale 3 der Playoffs in der VBL findet am Dienstag, 22. April 2026 um 19:00 Uhr statt. Das Spiel wird in der Suhler Vogtland Arena in Suhl ausgetragen.“, Irgendwo im nahen Osten, im Suhler Vogtland, gleich neben der Suhler Schweiz, wo die Wölfe ihr Unwesen treiben.

Die Wölfinnen sind los

Svea Naujack (#1, Außenangriff), Irene Ramos Mencía (#2, Zuspiel), Lara Nagels (#3, Zuspiel), Roosa Laakkonen (#4, Mittelblock), Hannah Hartmann (#5, Diagonalangriff), Emma Sambale (#7, Libera), Mackenzie Foley (#8, Außenangriff), Sanaá Dotson (#9, Außenangriff), Laura Berger (#11, Mittelblock), Xiang-Chen Lai (#20, Libera), Monika Brancuská (#25, Diagonalangriff) + László Hollósy (Cheftrainer) + weitere Trainer und Betreuer (Alina Nasin (#17, Mittelblock) fehlte wegen Verletzung).

Finale!

In ein paar Stunden waren die Zuschauertickets ausverkauft: Full House in der Suhler Wolfsgrube mit über 1800 begeisterten Volleyballfans: Endspiel-Stimmung, bei der sich die Dresdnerinnen als bisher 6facher Deutscher Meister sicher mit allem was sie können (und das ist viel) gegen die endgültige Niederlage stemmen würden. In einem spannenden, hochklassigen, teilweise dramatischen, ausgeglichenem Spiel mit wechselnder Führung hatte das Suhler Team in den entscheidenden Satz-Endphasen die besseren, unwiderstehlichen Angriffe und gewann schließlich das Finalspiel deutlich mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:22). Im 2. Satz wurde das Dresdner Team aber förmlich überrollt und vorentscheidend düpiert. Den Matchball im 3. Satz verwandelte Außenangreiferin Sanaá Dotson um 20:23 Uhr nach knapp 1,5 Stunden Spielzeit mit einem Verlegenheitsangriff aus dem Stand aus ungünstiger Situation, der aber vom Dresdner Block ins Aus ging (www.instagram.com/…).

Zauberhaftes Team: Monika, die Goldmarie und László „Varázsló“, der Zauberer

Matchwinner war einmal mehr unsere Super-Diagonalangreiferin Monika Brancuská als Topscorerin des Spiels mit 19 Punkten und, auch zum wiederholten Mal, wurde sie nicht zur wertvollsten Spielerin gewählt, sondern diesmal Mackenzie Foley (14 Punkte). Bei fast allen Bundesliga- und Play-Off-Spielen war Monika Brancuská die Topscorerin des VfB Suhl: in der Hauptrunde erzielte sie bei insgesamt unglaublichen 700 Angriffen sagenhafte 387 Punkte (die nächstplazierte Marta Kamēlija Levinska vom Dresdner SC 593/293). Wie schon in der vorigen Saison bei ähnlicher Konstellation Anna Artyshuk beim VfB Suhl nicht wirklich gewürdigt wurde (spielt jetzt beim SCC Schwerin eine eher untergeordnete Rolle), betrifft es in dieser Saison Monika Brancuská, die im Verhältnis zu ihrer überragenden Leistung „nur“ 7 mal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. Deshalb wurde als wertvollste Spielerin aller Teams in der gesamten Saison Marta Levinska (9 x Gold + 3 x Silber) ausgezeichnet. So geht Wertschätzung! Die herausragende Teamleistung der Bundesliga-Volleyballerinnen des VfB Suhl in dieser Saison zeigt sich auch in den statistischen Rankings: mit Mackanzie Foley, Monika Brancuská und Lara Nagels 3 unter den 5 besten MVPs (wertvollste Spielerin des jeweiligen Matches), 4 unter den 20 besten Topscorerinnen (1. Monika Brancuská, 4. Mackenzie Foley, 18. Roosa Laakkonen, 19. Laura Berger), Blockpunkte: 2. Mackenzie Foley, 3. Roosa Laakkonen. Über alle Saisonspiele hinweg haben die Suhler Wölfe offensichtlich die konstanteste Leistung abgerufen, ihre Chancen gut kreiert und verwertet, relativ wenige Fehler gemacht und (meistens jedenfalls) zum Satzende die Nerven behalten und Punkteführungen selbstbewußt nach Hause bringen können (was früher oft eine Zitterpartie mit oft unglücklichem Ausgang war). Auch wenn der Cheftrainer László Hollósy während der Wettkämpfe nicht immer aufbauend und bedingungslos zugewandt zu seinen Spielerinnen zu sein scheint (die Mecker-Phasen waren aber früher ausgeprägter), muss man anerkennen, dass er während seiner 6 Jahre in Suhl fortwährend Spielerinnen zu besseren Leistungen gebracht und unter den nicht optimalen Voraussetzungen eines relativ kleines Etats ein Superteam mit Teamgeist und Siegermentalität geformt hat. Der Aufstieg des VfB Suhl LOTTO Thüringen von provinzieller Mittelmäßigkeit (2018/19: 9. Platz, 2019/20: 11., 2020/21: 6.) zum Double-Sieger in relativ kurzer Zeit kann man wirklich nur als sensationell, märchenhaft und unglaublich bezeichnen. Sowohl die Spielerinnen und Betreuer als auch wir Volleyballfans und Zuschauer wurden von dieser rauschhaften Erfolgsgeschichte regelrecht überrollt und vielleicht sogar emotional überfordert.

Historischer Moment für den VfB Suhl LOTTO Thüringen: Deutscher Meister 2026

Der Rest des Deutsche-Meister-Märchens ist schnell erzählt: der Matchball kam irgendwie unspektakulär, der Siegestaumel war etwas ungläubig, die Fans waren überwältigt, Gänsehaut und Kloß im Hals, Taschentücher werden gebraucht, das Team des Dresdner SC konnte zur Vizemeisterehrung schon wieder ein bisschen gequält lächeln, das Suhler Team erhielt Goldmedaillen, Meisterschale, Goldkonfettiregen, Sekt- und Bierduschen, sie lachten und heulten gleichzeitig, wälzten sich schließlich im Goldschlamm des Hallenbodens und versicherte sich gegenseitig immer wieder, dass sie das Ding wirklich gewonnen hatten. Dem Vernehmen nach hat die interne Feier etwas länger gedauert, aber es standen ja auch keine nächsten Spiele mehr an. Nur zur offiziellen Saisonabschlussparty am 26.04. abends im CCS-Atrium sollten sie wieder halbwegs vorzeigbar sein. Danach ist dieses Wunder von Suhl, das Märchen von den 12 Wölfinen und dem tapferen Zauberer Geschichte…

Fortsetzung? Warten wir mal ab und bleiben zuversichtliche, treue Fans, auch, wenn’s mal nicht so läuft. Es kann nicht jedes Jahr Märchenstunden geben.

Mehr Informationen:
volleyball-suhl.de/… Deutscher Meister 2026 – Krönender Abschluss für Suhler Volleyballerinnen
www.mdr.de/… VfB Suhl holt sich die Meisterschale |mdr Sport im Osten | 22.04.2026
www.mdr.de/… Volleyballmärchen des VfB Suhl mdr Sport im Osten | 23.04.2026
www.sportschau.de/… Das Volleyballmärchen des VfB Suhl | ARD Sportschau mdr | 23.04.2026
www.ardmediathek.de/… Volleyballerinnen vom VfB Suhl holen Meistertitel | mdr Thüringenjournal | 23.04.2026
www.zdfheute.de/… Suhls Erfolgsgeschichte: Vom Abstiegskandidaten zum Doublegewinner im Volleyball | ZGFheute Nachrichten | 23.04.2026
www.rennsteig.tv/… Suhl schreibt Volleyball-Geschichte | Rennsteig TV + Daniel Ebert & Team www.fernsehzimmer.eu | 24.04.2026
www.youtube.com/… Highlights VfB Suhl LOTTO Thüringen – Dresdner SC | Playoffs – Finale Spiel 3 | Dyn Volleyball | 23.04.2026 (diese Highlights sind allerdings so zusammengeschnitten, dass man meint, das der Dresdner SC souverän gewonnen hätte: 10:9 für DSC)
www.dyn.sport/… Volleyball-Märchen am Höhepunkt: Suhl holt deutsche Meisterschaft und macht das Double perfekt | 23.04.2026
www.volleyball-verband.de/… Double perfekt: VfB Suhl LOTTO Thüringen feiert erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte | DVV | 23.04.2026
suhl-volleyball.de private VfB-Suhl-Fan-Website von Gerhard Oßmann (Erfurt/Suhl) mit Spielberichten, Statistiken und Analysen besonders der Saison 2025/26, aber auch zur Geschichte des VfB 91 Suhl seit dem Aufstieg in die Frauen-Volleyball-Bundesliga 2003 | Gerhard Oßmann | 2026
de.wikipedia.org/… VfB 91 Suhl auf Wikipedia