Suhl, CCS Atrium: Saisonabschluss 2026 Volleyball Frauen-Team VfB Suhl Lotto Thüringen: DVV-Pokalsieger und Deutscher Meister (Foto: Andreas Kuhrt)

24.04.2026 CCS Suhl Saisonabschluss VfB Suhl LOTTO Thüringen

Einlass 19:30 Uhr Beginn 20:30 Uhr CCS Atrium | Suhl | Friedrich-König-Straße 7

Das Wunder von Suhl oder das Märchen von den 12 Wölfinnen und dem tapferen Zauberer: Es war einmal im Jahre 1991, da wurde im kleinen Thüringer-Wald-Ort Suhl ein Ballsportverein gegründet, der VfB 91 Suhl, wahrscheinlich, weil einige Suhler ganz gern und gut Volleyball spielten. Was soll man auch sonst im Wald machen, wenn man nicht wandern und Rennsteiglieder singen mag. Im Laufe der Nachwendejahre entwickelte sich die Nachwuchsausbildung + Scouting so gut, dass der kleine Verein mit den Frauen 2003 in die Volleyball-Bundesliga aufstieg und seitdem da drin blieb: schon mal ein paar Wunder nacheinander. Man kämpfte sich so durchs Mittelfeld, erlebte Tiefen und Höhen: die höchste 2008 mit dem einmaligen Pokalgewinn, davon musste man lange zehren. Der Tiefpunkt war 2016/17, als der Verein pleite war und mangels finanzieller und sonstiger Unterstützung durch die Stadt Suhl fast die Bundesliga-Brocken hingeschmissen hätte, aber dann doch noch auf wundersame Weise die Lizenz zum Weitermachen erhielt. Wieder dümpelte man so rum und stritt sich manchmal mit den schwarz-weißen (was eigentlich SW = Stadtwerke heißt) Erfurtern um den letzten Platz. Bis sie es im Seuchenjahr 2020 tatsächlich nicht verhindern konnten, bei Abbruch der Saison 11. und damit Letzter zu werden (auch sagenhaft, aber aus der Horror-Kategorie). Aber von den 11 Freunden brauchte keiner absteigen (schon gar nicht, wenns noch nicht mal richtig zu Ende gespielt wurde), weil es perspektivisch in der Bundesliga eher 12 werden sollten: die haben halt auch ihre Vorstellungen von märchenhaften Einnahmen. Aber Rettung nahte (trotz pandemischer Corona-Seuche): Alexander Mantlik und Jens Roß stellten den VfB Suhl ab 2020/21 auf eine professionellere Basis und verpflichteten den Trainer ihrer 1. Wahl: László „Varázsló“ Hollósy, den „Zauberer“ würde ich ihn mal euphorisch nennen, weil er gute Volleyballerinnen in bessere Volleyballerinnen verwandeln kann. Aber wirklich zaubern kann er nicht, sondern nur knallhart arbeiten bzw. arbeiten lassen, seine Spielerinnen nämlich. Eigentlich ist er eher wie Rumpelstilzchen, das den jungen Mädchen hilft, Stroh zu Gold zu spielen. Und rumpeln kann er gut, das weiß jeder, der ihn schon mal an der Seitenlinie gesehen hat. Jedenfalls wurde das um die „Legende“ Claudia Steger neu formierte Team 2020/21 auf Anhieb 6. der Bundesliga-Hauptrunde, 2021/22: 5., 2024/25: 3. – das war schon mal ein märchenhafter Aufstieg. Aber die drei Bundesliga-Platzhirsche aus Schwerin, Dresden und Stuttgart konnten die Wölfe aus dem tiefen Wald nicht wirklich erschrecken, höchstens mal ein bisschen zwicken und piesacken.

Bis 2025: Das Team wurde wieder mal neu gemischt: 6 Spielerinnen blieben, 6 wechselten in andere Teams (darunter Leistungsträgerinnen wie Anna Artyshuk nach Schwerin, Jette Kuipers nach Dresden, Julia de Paula Viana zurück nach Stuttgart, Minami Yoshioka nach Potsdam), 6 kamen dazu. Das halbneue Team um die Block- und Einbeiner-Königin Roosa Laakkonen (Mittelblock, Teamkapitänin, seit 2022 in Suhl) legte los wie die Feuerwehr: sie verloren nur ein einziges Heimspiel knapp 2:3 gegen Dresden und drei Auswärtsspiele gegen die drei Königreiche mit den (vergleichsweise) großen Schatztruhen in Stuttgart, Dresden und Schwerin. Ein Heimspielfantraum wie noch niemals zuvor, daran könnte man sich gewöhnen. Dabei wurde schnell klar, dass das schüchterne Aschenputtel Monika eigentlich die Schmetterqueen mit der goldenen rechten Klebe war: Übersicht, Entschlossenheit, Timing und ein Handgelenk, das den Ball ansatzlos in unvorhersehbare Richtungen lenken kann. Fast in jedem Spiel war sie die Topscorerin mit 20 + x Punkten und das, obwohl die Gegner bestimmt alles versuchten, sie irgendwie in den Griff zu bekommen. Aber dann waren da eben auch noch die beiden butterflies Kenzie und Sanaá (das sind amerikanische Schmetterlinge), die für Abwechslung im Außenangriff sorgten. Und Laura, die sich schon ein paar Scheiben von Roosa abgeschnitten hat (nur bildlich, hoffe ich), hat sich als feste Größe in Punkto Blockwand und Schnellangriff etabliert. Für die märchenhafte Dramaturgie sorgte unsere sagenhafte Regisseurin und Antreiberin Lara mit (meist) traumwandlerischen Pässen, manchmal aus unmöglichen Positionen, wenn die Annahmen mal herausfordernd waren, aber die waren deutlich stabiler als in den Jahren davor. Nicht zu vergessen die unten rumwuselnde Bodenpatrouille Xiang-Chen (die das scheinbar irgendwie im Blut hat) und Emma, die das irgendwie verinnerlicht hat, dass kein gegnerischer Ball den eigenen Spielfeldboden berühren darf und das schafft sie auch meistens. Die anderen Wölfinnen Svea (oft als Aufschlag-Joker), Alina, Hannah und Irene mussten sich mangels Einsatzzeit oft mit der Prinzessinnenrolle begnügen (anders als die Prinzenrolle ist das bestimmt nicht besonders süß). Alles hat sich in dieser Saison zunehmend so zusammengefügt und -geläppert, dass sich selbst die größten Bundesliga-Hirsche, die 13-, 14- und 16-Ender aus Schwerin, Dresden und Stuttgart in Acht nehmen mussten. Mit Können, Kampfgeist, Zusammenhalt, Taktik, Trotz, Selbstbewusstsein, Coolness, frenetischer Fanunterstützung und manchmal auch ein bisschen Glück hatte das Wolfsrudel in den entscheidenden Spielen das bessere Ende für sich und so endeten alle Suhler Märchen diesmal gut. Was heißt gut – fantastisch, unglaublich, sensationell, wahnsinnig, saustark, grandios, überirdisch, himmlisch, megamäßig, einfach unbeschreiblich… mit dem Double aus DVV-Pokalgewinn und Deutscher Meisterschaft. Und wenn’s so gut läuft, hat man im Thüringer Märchenwald plötzlich auch ganz viele gute Freunde, die gern die erfolgreiche Wiederansiedlung der Wölfe in Suhl feiern.

Und wenn sie nicht… Nein, davon kann keine Rede sein: ich glaub, 7 Spielerinnen und die Trainer nehmen die Herausforderungen beim VfB Suhl (Neuaufstellung, Titelverteidigung als Gejagde, Championsleague) bis mindestens 2027 an und 5 zieht es zu neuen Vereinen. Wir freuen uns, wenn es euch in der Zwischenzeit gut geht, wenn ihr in neuen Teams gut zurechtkommt oder wenn wir euch im Herbst 2026 zur nächsten Bundesligasaison wiedersehen. Ach ja, und dann soll es ja noch den Supercup zwischen Pokalsieger und Deutschem Meister geben (aber das ist doch beides der VfB Suhl!) Bei Double-Gewinnern tritt der Vizemeister als Gegner an, dann muss eben der Dresdner SC noch mal ran, schon mal ’ne Standortbestimmung im Oktober, noch vor Saisonbeginn – lauter ungewohnte Termine…

Ach so, eigentlich wollte ich ja was zur Saisonabschlussparty sagen: Das CCS-Atrium in Suhl war richtig gut voll, aber ich glaub, 1000 (wie Moderator und Wolfsgruben-Hallensprecher Sebastian Lenk meinte) waren es nicht. Nachdem sich die Wölfinnen und Betreuer einen Weg durch die Publikumsgasse mit Dauerabklatschen gebahnt hatten, wurde für die Sensations-DVV-Pokalsieger und den neuen Deutschen Meister die Thüringer Nationalhymne – das Rennsteiglied – angestimmt. Da ich vorne an der Bühne ziemlich nah dran war, ist mir aufgefallen, dass Wölfis Volleyball-Frauen neben sportlich erfolgreich bei näherer Betrachtung auch noch ganz schön schön sind. Das kriegt man auf der Empore in der Wolfsgrube gar nicht so mit. Deshalb hab ich irgendwie zwanghaft auch ein paar mehr Bilder machen müssen, als ich eigentlich wollte. Die nächsten fast 2 Stunden wurden mit Klatschen, Reden, Klatschen, Anekdoten, Klatschen, Gratulationen, Klatschen, Bilder- und Rosenüberreichung (so ähnlich wie Zeugnisübergabe) usw. ausgefüllt. Das konnte schon mal ein bisschen langatmig werden, noch dazu, wenn man bedenkt, dass nicht jede des international aufgestellten Teams aus Bayern, Belgien, Berlin (aber Alina Nasin konnte ja verletzungsbedingt nicht dabei sein), Finnland, Mecklenburg, NRW, Sachsen, Slowakei, Spanien, Taiwan, Tschechien, Ungarn und den USA alles im Detail verstehen konnte oder im Laufe der Zeit auch nur wollte. Die Liveschalte zur gleichzeitigen Goldenen Nacht des Thüringer Sports 2026 in der Erfurter Zentralheize war an sich eine gute Idee, hat aber mit dem Fokus auf Derbyniveau Suhl gegen Erfurt für mich ganz schön gehakelt (Sportler des Jahres 2025 wurden übrigens: die Karateka Mia Bitsch aus Waltershausen, Rennrodler Max Langenhahn aus Friedrichroda und das Rollstuhl-Basketball-Team Thuringia Bulls aus Elxleben). Aber so lang ging das ja auch nicht, weil die Moderatorin Stephanie Müller-Spirra irgendwann meinte, dass wir jetzt bestimmt unser Programm weiter machen möchten. Mal sehen, wer nächstes Jahr Thüringer Sportteam des Jahres 2026 wird? Interessant fand ich in Suhl die Vorstellung der Spielerinnen und Betreuer und ihrer Pläne für die nächste Saison, Alexander Mantliks Engagement für den VfB Suhl auch, die ausführlichen Ausführungen des früheren langjährigen Vereins-Präsidenten Wolfgang Wehner eher weniger und die Alex-Mantos-Sponsoring-Rede… Insgesamt hatten sich bis dahin knapp 2 Stunden Bühnenpräsenz zusammengeläppert. Danach gab es noch einen kleinen Meet-The-Queens-Marathon mit Autogrammwünschen und Selfies (die waren auf der inzwischen dunklen Bühne bestimmt ganz schön schwierig). Und dann konnten sich die inzwischen allzu lang gestandenen Wölfinen endlich unters Volk mischen, ihre Freunde treffen und das eine oder andere Getränk schnabulieren. Weil die Gelegenheit für mich einmalig war, ihnen so nah zu kommen, hab ich mir noch vorgenommen, von jeder Spielerin ein ungezwungenes spontanes Porträt zu machen. Alle haben sehr nett zugesagt. Ich hab jeweils ein einziges Bild gemacht, das bei schlechtem Licht nicht wirklich perfekt wurde. Aber darauf kam’s mir auch nicht an, es sollte aus der Situation heraus möglichst authentisch sein. Und László hab ich später auch noch erwischt. Zum Schluss (für mich, die Wölfe haben länger durchgehalten) gab’s noch ein Schulklasse-2025-26-Abschlussfoto: Wolfsrudelbildung mit den Hardcore-Fans alwaySUHLtras.

Mehr Informationen:
www.youtube.com/… VfB Suhl 91 LOTTO Thüringen – Die Party zum Meistertitel

Suhl Wolfsgrube, 22.04.2026: Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen: VfB Suhl Lotto Thüringen wird Deutscher Meister (Foto: Andreas Kuhrt)

22.04.2026 Wolfsgrube Suhl Finale Deutsche Meisterschaft Volleyball Frauen

Volleyball Bundesliga Play-Off-Finale 3: VfB Suhl LOTTO Thüringen : Dresdner SC | 3:0

2025/26 war die unglaublichste, erfolgreichste Saison des Frauen-Volleyball-Bundesligateams VfB Suhl LOTTO Thüringen in der 35jährigen Geschichte des Ballsportvereins VfB 91 Suhl: Nach dem Gewinn des DVV-Pokals (zum zweiten Mal nach 2008) am 28.02.2026 in der Mannheimer SAP-Arena als Außenseiter gegen den Bundesligaprimus Allianz MTV Stuttgart mit einem nervenzerreißenden 3:2-Sieg gewannen die Wölfe (nach der Heimspielstätte Wolfsgrube Suhl, die Sporthalle liegt am Weg Wolfsgrube) auch die Deutsche Meisterschaft in der Volleyball-Bundesliga mit einem denkwürdigen, klaren 3:0-Sieg gegen den Dresdner SC, einem jahrzehntelang etablierten Favoritenverein der Frauen-Volleyball-Bundesliga (neben SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart). Die Deutsche Meisterschaft im Volleyball wird nach Abschluss der Bundesliga-Hauptrunde in Play-Offs der besten 8 Teams ausgespielt. Der VfB Suhl hatte mit dem erstmals erreichten 2. Platz der Hauptrunde schon eine hervorragende Ausgangsposition für die Play-Off-Serie (mit einem besseren Rang ist das erste Heimrecht in den Entscheidungsspielen verbunden, manchmal ein entscheidender Vorteil). Viertel- und Halbfinale wird in 2 Siegen von max. 3 Spielen entschieden, das Finale mit 3 Siegen aus max. 5 Spielen. Im Viertelfinale siegte das Team des VfB Suhl gegen den VC Wiesbaden (7. der Hauptrunde) mit 3:1 und 3:0 ziemlich überlegen. Im Halbfinale ging es gegen den Vorjahres-Meister SSC Schwerin: die beiden Spiele wurden teilweise knapp, teilweise deutlich 3:1 und 3:0 gewonnen, besonders bemerkenswert: der erste Auswärtssieg des VfB Suhl in Schwerin seit 21 Jahren! Ins Finale hatten sich der VfB Suhl und der Dresdner SC gespielt (mit dem ersten Heimrecht für Suhl). Nachdem der VfB Suhl das Heimspiel am 15.04.2026 gegen die favorisierten Dresdnerinnen erstaunlich deutlich 3:0 (25:22, 25:22, 25:16) gewonnen hatte, siegten sie auch in Dresden (erstmals seit 2011!) in einem engen, spannenden, aber auch teilweise souveränen Spiel 3:2 (23:25, 25:11, 24:26, 25:14, 15:13). Nach zwei Siegen des VfB Suhl war im dritten Spiel gegen Dresden am 22.04.2026 wieder in der Suhler Wolfsgrube überraschenderweise ein glatter Finalsieg der Suhler Wölfe möglich. Ein bisschen Spass musste trotzdem sein: der Bezahlsender Dyn kündigte die Übertragung so an: „Das Finale 3 der Playoffs in der VBL findet am Dienstag, 22. April 2026 um 19:00 Uhr statt. Das Spiel wird in der Suhler Vogtland Arena in Suhl ausgetragen.“, Irgendwo im nahen Osten, im Suhler Vogtland, gleich neben der Suhler Schweiz, wo die Wölfe ihr Unwesen treiben.

Die Wölfe sind los: Svea Naujack (1, Außenangriff), Irene Ramos Mencía (2, Zuspiel), Lara Nagels (3, Zuspiel), Roosa Laakkonen (4, Mittelblock), Hannah Hartmann (5, Diagonalangriff), Emma Sambale (7, Libera), Mackenzie Foley (8, Außenangriff), Sanaá Dotson (9, Außenangriff), Laura Berger (11, Mittelblock), Xiang-Chen Lai (20, Libera), Monika Brancuská (25, Diagonalangriff) + László Hollósy (Cheftrainer) + weitere Trainer und Betreuer, es fehlte wegen Verletzung: Alina Nasin (17, Mittelblock).

In ein paar Stunden waren die Zuschauertickets ausverkauft: Full House in der Suhler Wolfsgrube mit über 1800 begeisterten Volleyballfans: Endspiel-Stimmung, bei der sich die Dresdnerinnen als bisher 6facher Deutscher Meister sicher mit allem was sie können (und das ist viel) gegen die endgültige Niederlage stemmen würden. In einem spannenden, hochklassigen, teilweise dramatischen, ausgeglichenem Spiel mit wechselnder Führung hatte das Suhler Team in den entscheidenden Satz-Endphasen die besseren, unwiderstehlichen Angriffe und gewann schließlich das Finalspiel deutlich mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:22). Im 2. Satz wurde das Dresdner Team aber förmlich überrollt und vorentscheidend düpiert. Den Matchball verwandelte Außenangreiferin Sanaá Dotson um 20:23 Uhr nach knapp 1,5 Stunden Spielzeit mit einem Verlegenheitsangriff aus dem Stand aus ungünstiger Situation, der aber vom Dresdner Block ins Aus ging (www.instagram.com/…). Matchwinner war einmal mehr unsere Super-Diagonalangreiferin Monika Brancuská als Topscorerin des Spiels mit 19 Punkten und, auch zum wiederholten Mal, wurde sie nicht zur wertvollsten Spielerin gewählt, sondern diesmal Mackenzie Foley (14 Punkte). Bei fast allen Bundesliga- und Play-Off-Spielen war Monika Brancuská die Topscorerin des VfB Suhl: in der Hauptrunde erzielte sie bei insgesamt unglaublichen 700 Angriffen sagenhafte 387 Punkte (die nächstplazierte Marta Kamēlija Levinska vom Dresdner SC 593/293). Wie schon in der vorigen Saison bei ähnlicher Konstellation Anna Artyshuk beim VfB Suhl nicht wirklich gewürdigt wurde (spielt jetzt beim SCC Schwerin eine eher untergeordnete Rolle), betrifft es in dieser Saison Monika Brancuská, die im Verhältnis zu ihrer überragenden Leistung „nur“ 7 mal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. Deshalb wurde als wertvollste Spielerin aller Teams in der gesamten Saison Marta Levinska (9 x Gold + 3 x Silber) ausgezeichnet. So geht Wertschätzung! Die herausragende Teamleistung der Bundesliga-Volleyballerinnen des VfB Suhl in dieser Saison zeigt sich auch in den statistischen Rankings: mit Mackanzie Foley, Monika Brancuská und Lara Nagels 3 unter den 5 besten MVPs (wertvollste Spielerin des jeweiligen Matches), 4 unter den 20 besten Topscorerinnen (1. Monika Brancuská, 4. Mackenzie Foley, 18. Roosa Laakkonen, 19. Laura Berger), Blockpunkte: 2. Mackenzie Foley, 3. Roosa Laakkonen. Über alle Saisonspiele hinweg haben die Suhler Wölfe wahrscheinlich die konstanteste Leistung abgerufen, ihre Chancen gut kreiert und verwertet, relativ wenige Fehler gemacht und (meistens jedenfalls) zum Satzende die Nerven behalten und Punkteführungen selbstbewußt nach Hause bringen können (was früher oft eine Zitterpartie mit oft unglücklichem Ausgang war). Auch wenn der Cheftrainer László Hollósy während der Wettkämpfe nicht immer aufbauend und zugewandt zu seinen Spielerinnen zu sein scheint, muss man feststellen, dass er während seiner 6 Jahre in Suhl fortwährend Spielerinnen zu besseren Leistungen gebracht und unter den nicht optimalen Voraussetzungen eines relativ kleines Etats ein Superteam mit Teamgeist und Siegermentalität geformt hat. Der Aufstieg des VfB Suhl LOTTO Thüringen von provinzieller Mittelmäßigkeit (2018/19: 9. Platz, 2019/20: 11., 2020/21: 6.) zum Double-Sieger in relativ kurzer Zeit kann man wirklich nur als sensationell, märchenhaft und unglaublich bezeichnen. Sowohl die Spielerinnen und Betreuer als auch wir Volleyballfans und Zuschauer wurden von dieser rauschhaften Erfolgsgeschichte regelrecht überrollt und überfordert.

Der Rest des Deutsche-Meister-Märchens ist schnell erzählt: der Matchball kam irgendwie unspektakulär, der Siegestaumel war etwas ungläubig, die Fans waren überwältigt, Gänsehaut und Kloß im Hals, Taschentücher werden gebraucht, das Team des Dresdner SC konnte zur Vizemeisterehrung schon wieder ein bisschen angestrengt lächeln, das Suhler Team erhielt Goldmedaillen, Meisterschale, Goldkonfettiregen, Sekt- und Bierduschen, sie lachten und heulten gleichzeitig, wälzten sich schließlich im Goldschlamm des Hallenbodens und versicherte sich gegenseitig immer wieder, dass sie das Ding wirklich gewonnen hatten. Dem Vernehmen nach hat die interne Feier etwas länger gedauert, aber es standen ja auch keine nächsten Spiele mehr an. Nur zur offiziellen Saisonabschlussparty am 26.04. abends im CCS-Atrium sollten sie wieder halbwegs vorzeigbar sein. Danach ist dieses Wunder von Suhl, das Märchen von den 12 Wölfinen und dem tapferen Zauberer Geschichte…

Fortsetzung? Warten wir mal ab und bleiben zuversichtliche, treue Fans, auch, wenn’s mal nicht so läuft. Es kann nicht jedes Jahr Märchenstunden geben.

Mehr Informationen:
volleyball-suhl.de/… Deutscher Meister 2026 – Krönender Abschluss für Suhler Volleyballerinnen
www.mdr.de/… VfB Suhl holt sich die Meisterschale
www.mdr.de/… Volleyballmärchen des VfB Suhl
www.sportschau.de/… Das Volleyballmärchen des VfB Suhl
www.rennsteig.tv/… Suhl schreibt Volleyball-Geschichte

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz (3)

Harz 1 2 3 4

05.04.2026 SchierkeBrockenBad Harzburg

Ostersonntagmorgen in der Jugendherberge Schierke: die Ostereier waren gerührt oder gekocht bei einem guten Frühstücksbuffet. An der Jugendherberge ist man direkt am Einstieg zum Aufstieg zum Brocken: von 631 auf 1141 m: 510 Höhenmeter auf 6 km Länge. Unser Aufstieg sollte über die Großmutter-Rodelbahn, Alte Bobbahn, Bahnparallelweg, Eckerlochstieg und ein Stück Brockenstraße bis zur Brockenkuppe gehn. Hinter Schierke beginnt der Harz-Nationalpark: abgestorbene Bäume bleiben nach dem Naturparkmotto „Natur Natur sein lassen“ stehen und liegen wie sie wollen (außer, wenn sie auf Wegen gefährlich werden könnten), der gewesene „Wald“ wird nicht bewirtschaftet oder aufgeforstet, sondern soll sich nach den Bedingungen vor Ort natürlich entwickeln. Der Anblick von Baummikado in großflächig abgestorbenen Fichtenwäldern ist wüst, aber es soll besser werden. Beim Aufstieg war mir noch aufgefallen, dass die Rodelbahn für Großmütter viel steiler als die Bobbahn war, vielleicht von der Rentenversicherung gesponsert. Von den Wanderwegen nördlich oberhalb von Schierke hatte man mangels Wald jede Menge Aussicht: runter zur Jugendherberge Schierke und über das Tal der Kalten Bode hinweg nach Süden zum Wurmberg sowie Kleinen und Großen Winterberg, wo wir gestern hergekommen waren. Nach etwa 1,5 km Aufstiegsweg erreicht man die Gleise der Brockenbahn, die sich von Schierke kommend langsam am Brockenhang bergauf windet. In der Hoffnung, mal eine Brocken-Dampflokbahn von Nahem zu sehen, sind wir dann den Bahnparallelweg weiter gegangen. Auf 2,3 km Länge folgt der Weg den Bahngleisen etwas oberhalb in einem Abstand von etwa 20-40 m. Auch an diesem Weg hatten wir weite, ungetrübte Aussichten. Leider zu ungetrübt, die Qualmwolken der Brockenbahn fehlten bisher. Aber am Ende des Bahnparallelwegs hatten wir dann tatsächlich noch Glück und der 11:03 Uhr ab Schierke schnaufte, rauchte, dampfte und ratterte um 11:17 Uhr um die Wendekurve am Eckerloch. Das wurde aber höchste Eisenbahn, denn etwas später hätten wir das Dampflok-Spektakel nicht mehr sehen können. Aber so ganz gesund kann das für den Wald auch nicht sein. Welchen Wald? Jedenfalls konnten wir nach diesem Eisenbahnromantik-Highlight beruhigt unseren Aufstieg zum Brocken fortsetzen. Der Weg am Eckerlochstieg war aber eher ein Bachbett als ein Wanderweg.

Trotzdem kamen wir getreu dem Grünes-Band-Wander-Motto „die Höhe ist schnell erreicht“ nach 2 Stunden Wanderung ab Schierke pünktlich zum Mittag um 12 auf dem Brockenplateau an (wie auch einige hundert andere Osterwanderer). Nur, dass es eben kein Mittag gab, der Brocken war eine Versorgungswüste: Die Gaststätte „Der Brockenwirt“ im Bahnhof war heillos überfüllt, der Außenbereich war bei 6°C und Wind auch keine gute Option für Bratwurst mit Pommes, das Brockenhotel hatte samt Touristensaal wegen Betreiberwechsel geschlossen, dass es im Infozentrum Brockenhaus das Café Hexenflug gibt haben wir nicht gewußt (hätte uns vermutlich wegen Andrangs auch nichts gebracht). So mussten Monis Brockenhasen und die Hasenbrote vom Frühstück für den größten Hunger herhalten. Unsere Zuflucht war ein Windfang am Hintereingang des Brockenhauses. Mit ist schleierhaft, wieso der Brocken mit jährlich etwa 2 Millionen Besuchern eines der meistbesuchten touristischen Ziele in Deutschland ist. Der Brocken ist der höchste Berg Norddeutschlands, der windigste Ort Deutschlands (können wir bestätigen), mit 300 Nebeltagen im Jahr der nebligste Berg Deutschlands (aber sonst hat man eine prima 360°-Rundumsicht), der nasseste im nördlichen Mitteleuropa, das Wetter ist mit Island vergleichbar, also ein hervorragendes Ausflugsziel. Touristisch erschlossen wurde der Berg im 18./19. Jahrhundert: erste dokumentierte Besteigung um 1460, 1736 Bau des Wolkenhäuschens als Schutzunterkunft (dieser Schutz wurde allerdings von einigen unserer Wandergruppe abgelehnt, wieso eigentlich?), 1777 bestieg Goethe während seiner Harzreise den Brocken, um 1800 erstes Gasthaus errichtet, 1862 neues Brockenhotel, 1890 Brockengarten, 1899 Brockenbahn, 1936 Fernsehturm, 1937 Naturschutzgebiet Oberharz. Am Ende des 2. Weltkriegs wurde der Brocken von den Amerikanern bombardiert und dann eingenommen, kurz darauf an die Russen übergeben. In den 1950er Jahren blieb der Brocken außer den militärischen Anlagen zugänglich, ab 1955 mit Passierschein. Während der DDR-Zeit ab 1961 wurde der Berggipfel mit einer Betonmauer abgeriegelt und damit für die normale Bevölkerung unzugängliches militärisches Sperrgebiet: Stationierungsort der 7. DDR-Grenzkompanie Schierke und Abhörstation gen Westen des sowjetischen Militärgeheimdienstes GRU. Während der Wende wurde das Sperrgebiet am 3. Dezember 1989 geöffnet, weil etwa 3000 Sternwanderer aus der Umgebung das forderten. Insofern ist es ja schon ein gewisses Erlebnis, dass man überhaupt da hoch laufen (oder brockenbahnfahren) kann. Wir machten noch schnell ein paar Fotos am Brockengipfelstein (mit hochgerechnetem Höhenstrich auf 1142 m) und dann nix wie runter vom ungemütlichsten Berg Norddeutschlands.

Unsere Tour führte uns auf der entgegengesetzten Seite zur Brockenstraße auf dem Hirtenstieg (oder Heinrich-Heine-Weg) nach Norden abwärts in Richtung Eckerstausee. Hirten und Heinrich Heine dürften dort als wenigste langgekommen sein, eher DDR-Grenzer, denn es ist ein Kolonnenweg mit Betonlochplatten. Über 4 km geht der ziemlich gerade und gleichmäßig 500 Höhenmeter abwärts (auch kein Spaß): von 1141 m auf 632 m am Frickenplatz beim Scharfenstein. Und, ein Wunder, in diesem abgeschiedenen Waldgebiet am Arsch des früheren Brocken-Grenzgebiets stand auf einer lieblichen Waldlichtung wie eine Fatamorgana die geöffnete Nationalpark-Rangerstation und Rasthütte Am Scharfenstein mit Imbissangebot. Da mussten wir erst mal für Umsatz sorgen. Etwa 1,5 km weiter durch mehr oder weniger entwaldeten Wald kommt man zum Ufer des Eckerstausees mit einigen Aussichtspunkten über den See zum Brocken und nach weiteren 1,5 km standen wir auf der Staumauer der Eckertalsperre an diesem Tag zum ersten und einzigen Mal direkt am Grünen Band der ehemaligen DDR-Grenze. Die ganze Tagestour von Schierke über den Brocken bis zum Eckerstausee lag ja auf ehemaligem DDR-Gebiet meist so 2 km vom tatsächlichen Grenzverlauf östlich entfernt. Im Brockengebiet wurde die Grenze durch das Flüsschen Ecker markiert, ging mittig durch den Eckerstausee und weiter nach Eckertal (Niedersachsen) / Stapelburg (Sachsen-Anhalt). Der Eckerstausee liegt mitten im (Un)Waldgebiet zwischen Brocken und Bad Harzburg (in Niedersachsen). Die Gewichtsstaumauer wurde 1939-43 gebaut (420.000 t). Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung (bis Wolfenbüttel, Braunschweig, Wolfsburg), zum Hochwasserschutz und als Wasserkraftwerk durch die HarzWasserWerke Hildesheim. Für alle Harzer Wandernadler: die Eckertalsperre-Staumauer ist die Stempelstelle Nr. 1. Auf unserer Brockentour hatten wir an diesem Tag das Grüne Band (Harzer Grenzweg) nur auf der Staumauer gekreuzt und sind dann in den Westen rübergemacht, denn unsere nächste Unterkunft war in Bad Harzburg, ein Solebadort in Niedersachsen. Bis zur Eckertalsperre hatten wir ab Schierke etwa 13,5 km Wanderstrecke mit 500 m Auf- und 600 m Abstieg gemacht. Bis nach Harzburg waren es noch mal 6 km durch den Wald an der Waldgaststätte Molkenhaus vorbei. Ich hatte schon bei der Tourplanung gedacht, dass man nach 16 km Wanderung am Molkenhaus einkehren (wäre schön gewesen) und von da aus mit dem Wanderbus 875 „Der grüne Harzer“ nach Bad Harzburg fahren könnte. Das mit dem Molkenhaus hat mangels Zeit nicht geklappt, aber den Bus (ab Waldspielplatz beim Molkenhaus) haben Manu und ich gekriegt. Die anderen Mitläufer wollten die restlichen 3,5 km auch noch abwandern.

Am Ende sind wir fast gleichzeitig bei unserer Unterkunft im Stadtparkhotel Alexandra in Bad Harzburg angekommen. Das Stadtparkhotel ist ein kleines hübsches historisches Gründerzeit-Haus von 1920, als das Solebaden in Bad Harzburg groß in Mode war. Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert war der kleine Ort nämlich sehr angesagt und erlangte den Status eines Weltbades und erhielt Stadtrecht. Inzwischen sind’s in allen Ortsteilen etwa 20.000 Einwohner (2024), in der Innenstadt etwa 10.000. Das einige Zeit ungenutzte Haus des Stadtparkhotels wurde 2017 von Robby Chmiel zusammen mit Alexandra Fricke nach Renovierung neu eröffnet. Die Chefin Alexandra hat das Haus mit vielen Ideen gestaltet. Die 11 Zimmer sind individuell thematisch gestaltet und ausgestattet: Hochzeitszimmer, Blaue Stunde, Rosenzimmer, Maskerade, Lüsterne Träume… Alles ist irgendwie gemütlich, romantisch, historisch-stilvoll, manchmal ein bisschen zu plüschig und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Unser Rosenzimmer war gottseidank eines der „schlichten“, hell-freundlichen und nicht ganz so üppig ausgestatteten Zimmer. Dieses relativ kleine, privat geführte Hotel war wirklich ein Glücksgriff. Unbedingt erwähnen muss man das sensationelle Frühstück in den feudalen „Morgenspeise“-Räumen. Am Abend vorher kann man wählen, welche besonderen Wünsche man zusätzlich zu den sowieso schon reichlichen Wurst-, Käse- und Obsttellern man hat. Und am nächsten Morgen steht alles wie im Schlaraffenland an deinem eingedeckten Platz oder wird sogleich frisch serviert – ein Servicetraum (wenn ich im Vergleich dazu an die Brockengastronomie denke…) Aber soweit wars an diesem Abend noch nicht, wir mussten in der gaststättenreichen Fußgängerzone von Bad Harzburg erst noch auf Nahrungssuche gehen. Am Ostersonntagabend ist das mit 8 Leuten ohne Reservierung selbst bei ungefähr 20 Restaurants an der Herzog-Wilhelm-Straße nicht einfach. Obwohl ich erst chinesisch-skeptisch war, haben wir uns dann nach der sechsten Leider-voll-Absage auf einen Runden Tisch im Golden Palast geeinigt. Nicht die schlechteste Idee, wenn großer Hunger auf reichliche Auswahl des All-You-Can-Eat-Buffets von Familie Tang trifft.

Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Thüringer Wandergruppe vor Mikes Fewo (Foto: Schnucki)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz (2)

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04.04.2026 Hohegeiß – Schierke

Nach dem Frühstück mit Teilchen und Kaffee von Mikes Brötchen- und Kaffee-Laden und einem Thüringer-Wandergruppen-Foto, das „Schnucki“ gemacht hat (den Namen hat Dietrich unserem Mikes-Fewo-Hausmeister gegeben), fing unsere 2. Osterwanderetappe von Hohegeiß nach Schierke bei feucht-frischen 7 °C an. Unser Ziel Schierke liegt eigentlich nur 11 km Luftlinie nördlich, aber an der Grenze entlang läppert es sich dann auf 17 km zusammen.

Erst mal erreicht man am nördlichen Ortsrand von Hohegeiß den Grenz-Imbiss (das war noch zu früh für uns, obwohl, so’n Frühschoppen mit einem Bier „Staatsreserve“, die letzte Rettung, gebraut nach dem Deutschen Einheitsgebot von 1989, aber es war eh noch zu). Der Harzklub Hohegeiß scheint sehr aktiv zu sein, jedenfalls gibt es in der Umgebung viele Wegweiser, Hinweisschilder und Infotafeln, die über Sehenswürdigkeiten, Ereignisse, historische oder landschaftliche Besonderheiten informieren. Das sind oft auffällige gelbe Schilder in Tannenbaumform (Dennert-Tanne) mit kompakten Infos oder auch Schautafeln mit etwas ausführlicheren Hintergrundinformationen z.B. die Grenz-Information am Parkplatz Hohegeiß. Der Kleinert-Stein am Ende des Parkplatzes erinnert eine Grenztragödie: Unter Anteilnahme von etwa 200 West-Besuchern des Grenzparkplatzes wurde am 01.08.1963 150 m entfernt der 23jährige Helmut Kleinert aus Quedlinburg beim Fluchtversuch in den Westen von DDR-Grenzsoldaten erschossen, seine schwangere Frau war bereits vorher festgenommen worden (todesopfer.eiserner-vorhang.de/…) Kurz nach dem Parkplatz wechselte unser Grünes-Band-Weg wieder nach Osten auf den ehemaligen DDR-Kolonnenweg. Rund 2,5 km geht es ziemlich gerade, aber auf und ab Richtung Norden: auf der linken westlichen Seite des Kolonnenwegs ist der ehemals freigeschnittene Grenzstreifen mit 35jährigem Anflugfichtenwald bewachsen, rechts zeugen große Kahlflächen vom Absterben des alten Harzwaldes. Seit 2018 sind durch Wärme, Trockenheit und Borkenkäferbefall etwa 90 % der ehemaligen Fichtenmonokulturen abgestorben. Der Baumbewuchs an der Grenze hat sich zu früher ziemlich umgekehrt.

3,5 km nach dem Start in Hohegeiß kommt man am Kolonnenweg zum „Ring der Erinnerung“, ein Kunstprojekt von 1993 des Landschaftskünstlers Herman Prigann: der ursprüngliche kreisrunde Wall von aufgeschichteten Totholzstämmen (70 m Durchmesser) mitten im ehemaligen kahlen Grenzstreifen ist inzwischen ringförmig mit Bäumen überwachsen. Der natürliche Bewuchs soll die Vergänglichkeit künstlicher Grenzen und das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten symbolisieren. Das Kunstwerk gehört zum Freiland-Grenzmuseum Sorge: der Verein Grenzmuseum Sorge e.V. hat neben einem kleinen Museum im ehemaligen Bahnhof Sorge die sogenannte Grenzlandschaft: das sind die originalen ehemaligen Grenzanlagen der DDR als Zeitzeugnisse: ein Grenz- und Signalzaun mit Hundelaufbahn und Beobachtungsbunkern zu Beginn der 500-m-Grenzzone gleich hinter dem Grenzort Sorge und ein weiterer Sperr-Signalzaun mit Selbstschussanlagen (wurden Gottseidank abgebaut), B9-Beobachtungsturm (Betonturm 2 x 2 m Querschnitt, 9 m Höhe), Kolonnenweg, sichtfrei gehaltener Grenzstreifen, umgepflügter und geeggter Spurenkontrollstreifen, Grenztore und Grenzpfähle direkt an der ehemaligen Grenze. Die schwarz-rot-gelb gestreiften Grenzpfähle mit DDR-Emblem markieren den tatsächlichen Grenzverlauf, zuerst in etwa 1 m Abstand zur Grenze gesetzt, wegen fortwährender Beschädigungen später auf 5 – 10 m ins ehemalige DDR-Gebiet zurückversetzt. Wir haben nur den Grenzmuseumsbereich direkt am Grenz-Kolonnenweg gesehen, denn unsere Grünes-Band-Wanderroute ging nicht über Sorge, sondern entlang der Grenze nach Norden zum Gebirgsbach Warme Bode. Das Grenzflüsschen kann man auf einer Behelfsbrücke aus Grenzzaunelementen überqueren, auf der anderen Seite der Hochharzstraße B242 (die zu DDR-Zeiten natürlich abgeriegelt war) geht der Grenzweg parallel zur Warmen Bode weiter bergauf nach Norden.

Etwa 1 km oberhalb der Fluss- und Straßenquerung haben wir einen Aufforstungstrupp getroffen: das waren 4-5 Leute der Firma Gvema aus Litauen. Der junge Chef des Trupps Robert Salvinskij sagte (glaub ich), dass sie in diesem Jahr 400 000 Bäumchen diesseits der Warmen Bode und 200 000 auf der anderen Seite pflanzen. Moni hat sich natürlich nicht nehmen lassen, selbst ein Bäumchen zu pflanzen und den Robert auszufragen, der aber sehr freundlich Auskunft gegeben hat. Was man im Web so alles erfährt: Robert Salvinskij kommt aus Vilnius und hatte im Juli 2025 Violeta Ostapenko (jetzt Salvinska) geheiratet – und jetzt schon wieder auf Pflanztour in Deutschland. Die großflächig abgestorbenen Fichtenbestände des Hochharzes werden außer im Nationalpark mit klimatisch widerstandsfähigeren Mischwaldarten aufgeforstet. Im Nationalpark Harz (der auf unserer Route hinter Schierke beginnt) werden die Flächen nicht forstwirtschaftlich bearbeitet (außer wenn Gefahren auf Wegen durch umstürzende Bäume drohen), sondern der Wald bleibt sich selbst überlassen nach dem Naturparkmotto „Natur Natur sein lassen“. Dadurch soll eine natürliche, artenreiche neue Wildnis entstehen. Bis dahin bleibt alles so stehen und liegen wie es will, auch wenn’s wehtut. Nachdem wir auch ein bisschen die Welt gerettet hatten, ging unsere Tour weiter nach Norden Richtung Wurmberg, der gleich neben der Grenze in Niedersachsen liegt. Die Gegenden heißen hier sehr poetisch Kuxlöcher, Goldhof, Buchhaufen, Doktorkopf oder Hohe Wurzel. Irgendwann zweigt die Warme Bode nach Westen in Richtung Braunlage ab und die Grenze geht an einem Nebenbach weiter nord- und aufwärts: im Bremke-Tal. Auf 4,7 km Länge steigt das Bachbett (und damit der Grenzweg) von 513 m bei der Mündung bis auf 805 m an der Quelle zwischen Wurm- (971 m, Niedersachsen) und Kleinem Winterberg (837 m, Sachsen-Anhalt) an. Von der harten Baumpflanzarbeit hatten wir inzwischen Hunger bekommen (ich sogar schon vom bloßen Zugucken). Die Rettung in Form des Cafés Silberfuchsfarm erwies sich als schon jahrelang geschlossen und Bänke/Picknickplätze waren an diesem Grenzabschnitt nicht vorgesehen. Da blieb nichts anderes übrig als ein Schotterpicknick am Wegrand.

Nach weiterem Aufstieg auf dem Kolonnenweg hatten wir am Fuß des Wurmbergs den Picknickplatz Kaffeehorst erreicht (zu spät für uns). Weil wir zur Jugendherberge in Schierke wollten, zweigte unser Weg hier vom Grünen Band nach Osten ab (Schierke liegt etwa 3,5 km Luftlinie nordöstlich vom Wurmberg im Tal der Kalten Bode). Über Kramershai und Ulmer Weg (führt nach Elend) erreicht man die inzwischen entwaldete Hochfläche südlich von Schierke mit Panoramaausblicken zum Wurmberg, Großer Winterberg und Brocken. Am Gegenhang des Brockens zog die Brockenbahn ihre Rauchfahne durch den gelichteten Wald. In der Nähe der Schestorklippen (694 m) am Barenberg zweigt unser Braunlager Weg wieder in Richtung Norden nach Schierke ab. An der Mäuseklippe vorbei erreichten wir das Bergdorf Schierke nach rund 17 km Weg an der Brücke der Alten Dorfstraße über die Kalte Bode. Der Luftkurort Schierke (etwa 500 Einwohner) ist ein Ortsteil von Wernigerode (Sachsen-Anhalt), liegt im Tal der Kalten Bode auf 600 bis 650 m Höhe in einer Sackgasse als letzter Ort vor dem Brocken (und der ehemaligen DDR-Grenze). Der Ort zieht sich ganz schön lang über 2 km durch das Tal bergauf: die Jugendherberge liegt am nordwestlichen Ortsrand ziemlich zuletzt am Waldrand. Unterwegs hatten wir an der alten Apotheke „Zum Roten Fingerhut“ auf den letzten Drücker ein paar Fläschchen des alten Heiltrunks Schierker Feuerstein erwerben können (gabs leider nicht auf Rezept). Im Schierker-Feuerstein-Stammhaus erfand der Apotheker Willy Drube 1908 den Kräuter-Halb-Bitter Schierker Feuerstein (benannt nach dem Wahrzeichen von Schierke, der Feuersteinklippe im Wald in der Nähe des Bahnhofs, etwa 1,5 km außerhalb des Ortes). Das Rezept aus Kräutern und Wurzeln + Weingeist ist bis heute ein Familiengeheimnis in der 5. Generation, die Kräuteraufbereitung ist immer noch im Stammhaus, die Produktion und Abfüllung in Bad Lauterberg. Willy Grubes Grabstein-Spruch: „In dieser Erdengrube ruht Apotheker Drube. Oh Wanderer, eile fort von hier, sonst kommt er raus und trinkt mit Dir!“ Lange haben wir uns aber mit den Schierker-Feuerstein-Fläschchen nicht aufgehalten, das waren nur homöopathische Dosen. Unsere Unterkunft hatten wir als Senioren-Wandergruppe in der Jugendherberge Schierke mit Manuela als Erziehungsberechtigte. Die höchstgelegene Jugendherberge (676 m) Sachsen-Anhalts liegt ganz hinten am Ortsrand an der Brockenstraße. Ursprünglich wurde der 1970er-Jahre Neubaublock 1977 als NVA-Erholungsheim „An der Bode“ direkt am Grenzgebiet eröffnet. Nach der Wende 1989 wurde das Haus grundlegend umgebaut und 1999 als moderne Jugendherberge wiedereröffnet: Es gibt 298 Betten in 74 Zimmern, Billard, Kegelbahn, Sporthalle – ziemlich gut ausgestattet. Beim Essen konnten wir noch feststellen, dass wir das Durchschnittsalter nicht wesentlich noch oben getrieben haben, aber vielleicht kam die Jugend ja auch später. Abendprogramm: Während Manu und Dietrich noch Spaß am Osterfeuer im Schierker Stadtpark hatten, waren die Volleyballfans unter uns dank Peters Dyn-Abo livegestreamt beim sensationellen Heimsieg des VfB Suhl gegen den SC Schwerin im 1. Halbfinalspiel zur Deutschen Volleyball-Meisterschaft der Frauen dabei. Gut, dass wir ein paar Feierbiere dabei hatten und den Schierker Feierstein aus der Alten Apotheke.

Sehr interessante Beiträge zum Thema Harz, Grenze, Brocken, Hohegeiß, Sorge und Elend gibts im Web bei: diegruenegrenze.blog/… (ein Roman von 2017 der US-amerikanischen Schriftstellerin Isabel Fargo Cole, lebt in Berlin).

Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz

Harz 1 2 3 4

Über Ostern 2026 setzten wir unsere Wanderung am Grünen Band (ehemalige Grenze DDR/BRD) vom Endpunkt der Vorjahresetappe am Kloster Walkenried fort. Wir waren wieder 4 Wanderpaare = 8 „Stammwanderer“ aus Suhl, Ilmenau und Arnstadt. Die drei Etappen führten dies mal durch den Hochharz: Walkenried – Hohegeiß – Schierke – Brocken – Bad Harzburg + eine Rundwanderung zur Rabenklippe bei Bad Harzburg.

Eigentlich wollten wir ja bei dieser Osterwanderung auf dem Brocken übernachten mit Etappen nach Sorge, Brocken und Eckertal (wie im Wanderführer „Grünes Band – der Norden“ von Anne Heartel). Die Übernachtung im Brockenhaus war knapp ein Jahr vorher gebucht und bestätigt. Da hatten wir die Rechnung aber ohne den Brockenwirt gemacht, denn der hat Ende 2025 bekanntgegeben, das Brockenhotel ab 2026 nicht weiterzubetreiben. Der neue Betreiber Timberjacks aus Göttingen will das Hotel nach Umbau erst 2027 als „Brocken Mountain Lodge“ (ich stelle mir diese „Berghütte“ dann wie am Kilimandscharo vor) wiedereröffnen. Damit war unsere Brocken-Übernachtung am 04. April geplatzt und wir mussten alle Unterkünfte mit annehmbaren Wanderetappen neu planen. Unsere neuen Unterkünfte waren: Mikes Fewo in Hohegeiß, Jugendherberge in Schierke und Stadtparkhotel Alexandra in Bad Harzburg, alle halbwegs preiswert und gut ausgestattet.

03.04.2026 Kloster Walkenried – Hohegeiß

Unsere erste Wanderetappe führte deshalb von Walkenried nach Hohegeiß, ein kleines Bergdorf (Ortsteil von Braunlage, etwa 850 Einwohner, auf 620 m Höhe) in Niedersachsen direkt an der ehemaligen DDR-Grenze, jetzt Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Der Parkplatz am Klosterweg beim Kloster Walkenried (Wanderstart auf 268 m Höhe) ist für die Wanderung am Grünen Band (hier auch Harzer Grenzweg genannt) ein guter Ausgangspunkt: gut ausgebaut, keine Gebühren oder Beschränkungen, direkt am Einstiegspunkt zur Tour. Die Anfahrt für unsere Grünes-Band-Osterwanderungen dauern inzwischen mit zunehmender Entfernung von Suhl natürlich immer länger: mit dem Auto von Suhl nach Walkenried etwa 2 h (160 km), eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert etwa 3,5 h (+ 1 km zusätzlicher Weg vom Bahnhof) und war deshalb keine annehmbare Alternative.

Nach der Verteilung der Osterdeko für die Rucksäcke und einen Blick auf die Ruine der Klosterkirche Walkenried gings kurz nach 10 Uhr los: ein 1,8 km kurzer Zuweg führt durch Wald und Felder zur Rotbuche an der ehemaligen DDR/BRD-Grenze zwischen Walkenried (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen). Der kleine Grenzübergang an dieser Stelle für Fußgänger, Autos und Güterzüge wurde am 11.11.1989 geöffnet. Daran erinnert eine damals gepflanzte Rotbuche, ein Gedenkstein zum 20. Rotbuchenfest 2009, ein übrig gebliebener DDR-Grenzpfahl, ein Info-Pavillon mit Schautafeln und natürlich die obligatorischen Grenzöffnungstafeln (bei denen sich inzwischen ein Grenzöffnungsdatumratewettbewerb etabliert hat). 200 m vor der Grenz-Rotbuche trifft man auf Thüringer Gebiet auf den Beton-Lochplatten-Kolonnenweg der DDR-Grenzer, ein Wahrzeichen, dass man auf dem richtigen Grenzweg am Grünen Band ist und ein Fluch für Wanderer und Radfahrer. Dieser Kolonnenweg begleitet auf ehemaligem DDR-Gebiet die gesamte Grenze und diente der Grenzkontrolle und Zugriff durch die Grenzsoldaten mit NVA-Fahrzeugen wie IFA P3, Trabant Kübel, Wartburg Kombi, MZ-Motorräder, Barkas, Robur und W 50. Zum Wandern oder Radfahren sind die umknickgefährlichen und rumpelnden Lochplatten alles andere als ideal, aber für Grenzwanderungen waren sie ja auch nicht vorgesehen. Trotzdem gefallen mir die Lochplatten eigentlich ganz gut, weil man weniger Betoneindruck und mehr Natur-Illusion durch den Bewuchs hat und manchmal kleine Blumenbeete darin entdecken kann.

Der Harzer Grenzweg bei Ellrich ist erst mal ziemlich eben bis er nach dem Flüsschen Zorge (auf ca. 300 m Höhe) im Wald zum Spitzen Winkel (Kolonnenweg-Abzweig) in Richtung Großer Staufenberg (554 m) langsam ansteigt. Weil wir eine Schutzhütte fürs Mittagspicknick gesucht hatten, haben wir den Kolonnenweg im Ellricher Stadtwald verlassen, sind 300 m nach Niedersachsen rübergemacht und haben es uns in der Stiefmutter-Hütte mit Aussicht auf die Hundertmorgenwiese gemütlich gemacht. Bisher hatten wir auf dem Grünen Band keinen anderen Wanderer getroffen, aber in der Stiefmutter-Hütte ist die Stempelstelle 164 Stiefmutter der Harzer Wandernadel. Und diese Stempelstellen scheinen Wanderer und Biker magisch anzuziehen wie das Licht die Motten, zum Leidwesen von Peter, der unter dem Stempelkasten saß und für 4 oder 5 Stempler den Kopf einziehen musste. Nach einem ersten/zweiten Ostereierlikörchen gings weiter bergauf zur Wendel-Eiche, die direkt auf der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen in 586 m Höhe liegt (mit HWN-Stempelstelle 165). Das ist keine Leiche aus Wendezeiten, sondern eine inzwischen abgestorbene und entwurzelte früher mal 19 m hohe Traubeneiche, an deren Stamm 1901 eine Eisen-Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in der Baukrone gebaut wurde. Mit Blick zum Brocken und in das Südharzvorland war die Wendel-Eiche früher einer der beliebtesten Aussichtspunkte der Gegend. Während der DDR-Zeit waren Wander-Aussichtspunkte an der Grenze aber eher sinnlos, so dass die Eisenkonstruktion bis auf einen Spiralrest abgebaut wurde und nun ist das daniederliegende Baumskelett doch eine Art Baumleiche. Etwas neben der Wendel-Eiche gibts nun einen Brockenblick durch eine Waldschneise zum Wurmberg und Brocken in knapp 20 km Entfernung.

Direkt auf der ehemaligen DDR-Grenze geht es wieder bergab zum Ehrenplan (Wiese mit Schutzhütte, 562 m) und natürlich wieder bergauf zum Großen Ehrenberg (634 m). Der wirklich sehr steile Anstieg auf dem Kolonnenweg wird rechts auf dem moderater ansteigenden Ihlfelder Stieg umgangen (der tatsächliche Grenzverlauf nimmt meist auf topografische Hindernisse keine Rücksicht). Nach dem Großen Ehrenberg kommt man bald wieder auf den Kolonnenweg und nach insgesamt 13 km Strecke zum Dreiländerstein (579 m) an der Verbindungsstraße Hohegeiß (Niedersachsen) – Rothesütte (Thüringen). Der Grenzstein wurde 1750 gesetzt zwischen: Herzogtum Braunschweig (HB), Amt Benneckenstein (AB), wurde später umgepickert zu Königreich Preußen (KP) und Gräflich-Wernigeröder Forstgebiet (GW). Jetzt markiert der Stein das Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt. Damit hatten wir am Dreiländerstein das Thüringer Gebiet verlassen und sind auf unserer Wanderung nach Sachsen-Anhalt kommen. Ab dem Dreiländerstein (hier gibt’s auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel) steigt der Kolonnenweg in welligem Auf und Ab über 4 km bis auf 625 m Höhe in Hohegeiß. Neben dem Grenzweg verläuft die Straße B4 und man gewinnt erste einprägsame Eindrücke vom Fichtenwaldsterben im Harz – eine Art Ruhewald, nur, dass hier der Wald selbst gestorben ist.

Das Bergdorf Hohegeiß kam mir ein bisschen abgehängt vor. Immerhin gibt’s ein Kur- und Messehaus Panoramic (im Hochhausstil), einige Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die ansehnliche Holzkirche Zur Himmelspforte (1704), das heimelig-üppig dekorierte Antjes Blumen-Café (Antje Seiffart sagte allerdings, dass sie das Café ab September 2026 nach 16 Jahren schließen will, um noch mal was anderes machen zu können) und das Landhaus Bei Wolfgang (Renate und Friedrich Backes) mit mediterranen und deutschen Spezialitäten (gemütlich, sehr freundlich-verbindlich, Spezialitätenpreise, Stammkunden, Vorbestellung ratsam). Unsere zwei Mikes Ferienwohnungen für 8 Personen waren groß, gut ausgestattet und preiswert. Im selben Haus betreibt Mike einen Brötchen- und Kaffeeladen, z.B. fürs Frühstück.

Erlebnis Bergwerk Merkers 2026: Konzert Schiller: Lasershow (Foto: Andreas Kuhrt)

15.03.2026 Erlebnis Bergwerk Merkers: Schiller

15.03.2026 | 14:30-16:30 Uhr Konzert im Erlebnis Bergwerk Merkers

Das ehemalige Kalisalz-Bergwerk Merkers wurde 1925 als weltgrößte Kalifabrik gegründet, 1993 von Kali + Salz übernommen und der Bergbau eingestellt. Ab 1991 wurde die Grube Merkers zum Besucherbergwerk umfunktioniert. Von den rund 4600 km Streckennetz bis zur größten Tiefe/Teufe von 860 m werden 21 km bei Untertage-Führungen befahren. Jetzt heißt es Erlebnis Bergwerk Merkers und bietet neben Bergwerks-Führungen auch Konzerte in der größten Untertage-Konzerthalle Europas an: im ehemaligen Großbunker in 500 m Tiefe, in dem 50.000 t Rohsalz eingelagert werden konnten, um ständig einen Vorrat zur Verarbeitung zur Verfügung zu haben. Die Konzerthalle ist rund 250 m lang, 22 m breit und bis zu 17 m hoch. In der Halle ist auch noch der größte Untertage-Schaufelradbagger der Welt übriggeblieben.

Mehr Informationen: www.erlebnisbergwerk.de | de.wikipedia.org/…

Am 14. und 15. März 2026 gab es zwei Untertage-Konzerte von Schiller, am 15.03. waren wir dabei. Es sollen über 1000 Konzertbesucher gewesen sein. Schiller ist das elektronische Klangwelten-Musikprojekt von Christopher von Deylen aus Niedersachsen (Komposition, Synthesizer, Programming). Zur aktuellen Besetzung gehören noch die Musiker Günter Haas (Gitarren) und Martin Fischer (Schlagzeug/Percussion). Als Überraschungs-Gast trat noch die Sängerin Julia Sanina von der ukrainischen Band The Hardkiss auf. Die Musik ist eine Art Elektronik-Klangwelten-Dance mit instrumentaler Unterstützung in der Richtung Jean-Michel Jarre, Brian Eno, Kraftwerk und Tangerine Dream.

Das Konzerterlebnis als „Gesamtkunstwerk“ von Untertage-Flair, Konzerthallengröße, Musik-Klangwelten und Lichteffekte war sehr beeindruckend.

Suhl, Altes Rathaus, 02.03.2026: Empfang der Bundesliga-Volleyballerinnen VfB Suhl Lotto Thüringen: Pokalsiegerinnen 2026 (Foto: Andreas Kuhrt)

28.02.2026 DVV-Pokalsieger: VfB Suhl Lotto Thüringen

02.03.2026 | 16 Uhr Empfang am Rathaus Suhl

In einem hochklassigen, nervenaufreibenden Volleyball-Finalspiel der Frauen um den DVV-Pokal siegte das Team des VfB Suhl LOTTO Thüringen 3:2 (25:17 | 25:18 | 15:25 | 23:25 | 15:13) gegen den Favoriten Allianz MTV Stuttgart in der SAP-Arena Mannheim. Das Bundesliga-Team des VfB 91 Suhl erreichte damit sensationell den zweiten Pokalsieg nach 2008.

Nach einem Empfang am 02.03.2026 durch den Ministerpräsidenten Mario Voigt in der Thüringer Staatskanzlei wurde das Team am Alten Rathaus Suhl von den Suhler Volleyball-Fans zu einer kleinen Pokalsieger-Würdigung empfangen. Die Volleyballspielerinnen und Trainer des VfB Suhl durften sich für ihre hervorragende Leistung in das Goldene Buch des Stadt Suhl eintragen. Etwa 200 bis 300 Suhler Volleyballfans kamen bei einem ziemlich spontanen Empfang des Bundesliga-Volleyballteams VfB Suhl Lotto Thüringen am Alten Rathaus Suhl zusammen. Die Volleyballerinnen kamen direkt von einem Date mit Mario Voigt in der Erfurter Staatskanzlei auf den Suhler Marktplatz vorgefahren. Unter dem Jubel der Fans präsentierten sie sich auf der Rathaustreppe. Ulf Greiser (1. Vizepräsident des VfB 91 Suhl) stellte das Team kurz vor und ließ das Pokal-Herzschlagfinale noch einmal Revue passieren. Auch der Suhler OB André Knapp war als Zuschauer in Mannheim dabei und würdigte neben der herausragenden spielerisch-kämpferischen Leistung des Volleyballteams auch die unermüdliche, kreative, mächtig gewaltige Unterstützung des Fanclubs alwaySUHLtras und aller mitgereisten Suhler Volleyballfans.

Als Webdesigner der VfB-91-Suhl-Vereins-Website (verein.vfb-suhl.de) fühle ich mich natürlich auch dem Bundesligateam verbunden und feuere sie bei Heimspielen in der Suhler Wolfsgrube (oder in Meiningen oder in Eisenach) an, war aber leider zum Pokalfinale in der SAP-Arena Mannheim nicht dabei: zu weit, zu teuer, zu viele Leute, zu laut und ehrlich gesagt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass der VfB Suhl gegen den Bundesliga-Primus aus Stuttgart eine Siegchance hat. Das am Wochenende davor 3:2 gegen Stuttgart gewonnene Bundesligaspiel sah ich eher als ein taktisches Spiel mit verdeckten Karten an (obwohl die Stuttgarterinnen es sich bestimmt so nicht vorgestellt hatten). Bei der Online-Live-Übertragung des Pokalfinales war ich aber doch total überrascht, wie die Suhler Wölfe mit den Stuttgarter Bärchen in den ersten beiden Sätzen Schlitten gefahren sind. Manchmal beschlich einen aber doch auch ein ungutes Gefühl, wenn sie eine sichere Punkteführung nicht so souverän bis zum Satzende durchbringen konnten. Nach einem Spieleinbruch im 3. Satz durch eine erfolgreiche Stuttgarter Aufschlagserie von Lucía Varela Gómez, die die Suhler Annahme nicht in den Griff bekam, dachte man schon daran, dass das Spiel auch kippen könnte. Um so trauriger, dass eine schöne, konsequent herausgespielte 5-Punkte-Führung im 4. Satz nicht zum Sieg reichte. Und als die schon etwas beruhigende 3-Punkte-Führung im entscheidenden Tiebreak durch kleine Inkonsequenzen im Suhler Spiel in ein 13:11 für Stuttgart umgedreht wurde, dachte ich schon, das war’s jetzt, das lässt sich so ein selbstbewusstes eingespieltes Team wie Stuttgart nicht mehr nehmen. Aber denkste: mit unbändigem Willen und ein wenig Glück konnten die Suhler Wölfinnen dem Endspieldruck standhalten und mit 4 Punkten in Folge diesen Satz wieder drehen und das Stuttgarter Team zur Verzweiflung treiben. Wöl-Finnin wäre in dem Fall auch richtig, denn die Finnin und Suhler Teamkapitänin Roosa Laakkonen hatte in einem Block zusammen mit Sanaá Dotson den entscheidenden 15:13-Siegpunkt im Tiebreak gemacht. Das grenzte schon an Majestätsbeleidigung gegenüber einem eigentlich schon vorher feststehenden Pokalsieger aus Stuttgart. Kein Regisseur hätte sich so einen spannend-dramatischen Spielverlauf ausdenken können.

Dass das erfolgreichste Bundesligateam Thüringens im Land und in der Stadt Suhl auch mal wahrgenommen und geehrt wird, war längst überfällig. Bestimmt würden sie sich auch über mehr Unterstützung im Alltag freuen, mehr als über werbewirksame Aufmerksamkeit bei prestigeträchtigen Siegen. Im Grunde nutzt ja die Ehrung der Stadt und dem Land mehr als den Geehrten. Aber schön war’s doch, das Team mal so nah und fröhlich zu erleben. Zum Abschluss wurde noch die Siegeshymne We Are The Champions (Queen passt ja auch ganz gut zu unseren Volleyball-Frauen) und die (un)heimliche Südthüringer Hymne, das Rennsteiglied, mitgesungen (wobei alle drei Strophen auch ein bisschen ermüdend für die in den letzten drei Tagen bestimmt arg strapazierten Spielerinnen und das ganze Team waren).

Mehr Informationen: volleyball-suhl.de/…

24.01. - 22.10.2026: Fotoclubausstellung "Thüringer Ansichten" in der Musikschule Suhl (Plakat, Foto: Julia Didelot)

Fotos für Fotoclub-Kontrast-Ausstellung Thüringer Ansichten Musikschule Suhl 2026

Die Jahresausstellung 2026 des Fotoclubs Kontrast in der Musikschule Suhl „Thüringer Ansichten“ ist aus dem Literaturkalender 2026 „Thüringer Ansichten“ entstanden. Seit 1997 arbeitet der Fotoclub mit dem Südthüringer Literaturverein zusammen, um Fotografie und Literatur zusammenzubringen. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden bisher 7 Literaturkalender: Das sind künstlerisch gestaltete Blätter mit Fotos und darin eingebundene Texte. Für die Fotoclubausstellung wurden die Blätter des Literaturkalenders durch 10 weitere Foto-Text-Gestaltungen ergänzt: insgesamt 40 großformatige (70 x 100 cm) Drucke auf Latexpapier mit Bildern von 14 Fotoclubmitgliedern, 4 befreundeten Fotografen, 2 bildenden Künstlern und einer Glasgestalterin + Texte von 27 (ursprünglich) Thüringer Autoren.

Meine Ausstellungsfotos sind (wie im Literaturkalender 2026): War Wald (Borkenkäfer-Brachfläche im Suhler Stadtwald, 2024), Totes Meer (bei Ein Bokek, Israel, 1998), Max-Klinger-Weinberg (im Blütengrund an der Unstrut, 2025), Moment der Ruhe (Geigerin Petra Onderufová, Wild Strings Trio, Rudolstadt Festival 2022) + Da braut sich was zusammen (Am Strand Ristna, Hiiumaa, Estland, 2022).