Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Bad Harzburg: Frühstück im Stadtparkhotel Alexandra (Foto: Andreas Kuhrt)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz (4)

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06.04.2026 Rundwanderung bei Bad Harzburg zu den Rabenklippen

Auf den Großen Burgberg

Ostermontagmorgen am Frühstücks-Tischlein-deck-dich bei Alexandra: es waren zwar keine gebratenen Tauben, aber gebratene, gekochte oder gerührte Ostereier wurden wie im Schlaraffenland serviert. Dann konnten wir sehr zufrieden unsere sieben, nein, acht Sachen packen und zu einer schönen letzten Osterwanderrunde im Bad Harzburger Wald aufbrechen. Unser Ziel waren die Aussichtsfelsen Rabenklippen (zufällig ist da auch eine Waldgaststätte dabei), die etwa 2,5 km Luftlinie südöstlich des Stadtrandes im Wald liegen und nur 350 m (aber eben auch 200 Höhenmeter) von unserem Grenzwanderweg Grünes Band/Harzer Grenzweg im Eckertal entfernt sind. Ein (im wahrsten Sinne des Wortes) herausragender Ausgangspunkt für Wanderungen bei Bad Harzburg ist der Große Burgberg (483 m) (mehr Informationen: Förderverein historischer Burgberg). Praktischerweise fährt vom Kurpark eine historische Kabinenseilbahn zum Burgberg. Die Burgberg-Seilbahn wurde 1929 in Betrieb genommen (älteste Seilbahn Norddeutschlands), gebaut von der damals führenden Firma der noch neuen Seilbahntechnik Adolf Bleichert & Co., Fabrik für Drahtseilbahnen, Leipzig-Gohlis. Für 4 € pro Person fährt man in 3 Minuten 190 Höhenmeter auf 480 m Länge von der Talstation in der Nordhäuser Straße 2 zur Burgbergstation. Am Aussichtsplateau hat man einen schönen Panoramablick über Bad Harzburg und das nördliche Harzvorland in Richtung Braunschweig (etwa 50 km entfernt), noch weiter nördlich liegen dann Hamburg (200 km), Dänemark (500 km) und Norwegen (750 km). Auf dem Burgberg gibts noch die Burgruine Harzburg: ehemalige Kaiserburg, um 1065 erbaut, eine Canossasäule: 19 m hoher Obelisk, Otto-von-Bismarck-Denkmal von 1877, die Harzsagenhalle von 1932 (die Goslarer Künstler Eduard und Franz Bergmann schufen einen Harzsagenschrein mit 14 sagenhaften Szenenfenstern aus Eichenholz und 125 Marmorskulpturen zu 14 Harzer Sagen), Plumbohms Aussichtsreich: Gast- und Logierhaus auf dem Burgberg, ursprünglich Hotel von 1860, in 1960er Jahren für ein Selbstbedienungsrestaurant abgerissen, 2014 Hotelneubau in Holzbauweise, vom Bau- und Immobilienunternehmer Dirk Junicke betrieben (www.curant-bauregie.de) und seit 2014 eine BaumSchwebeBahn vom Antoniusplatz am Burgberg ins Kalte Tal. Ganz schön was los da oben, aber was da nicht abgeht, ist die Post, denn im Naturpark Harz gibts keinen Autoverkehr, außer der Erdgasbus Linie 875 „Der grüne Harzer“, der auf der Wanderrunde Bad Harzburg – Molkenhaus – Rabenklippe – Abzweig Eckertalsperre -Radau-Wasserfall fährt. Das krasseste, was am Burgberg zu sehen war, war aber eine Einradfahrerin, die an der Canossasäule angerollt kam und die dann unverdrossen den Kaiserweg weiter aufwärts strampelte. Ich hab mal recherchiert: das kann eigentlich nur Rebekka Wiedener (www.goslarsche.de/Nachrichten/… | www.youtube.com/@rebekkawiedener1330 | www.instagram.com/becky_diebergziege) aus Bad Harzburg bei einer kleinen Ostermontagmorgenspazierfahrt sein: sie ist mehrfache Sächsische (studierte in Freiberg), Deutsche, Europa- und Weltmeisterin in verschiedenen Disziplinen des Berg-Einradfahrens – Cross Country, Trial, Marathon, Uphill, Downhill, je bergiger, desto besser. Ihre richtigen Touren macht sie z.B. auf dem 1800 km langen Arizona Trail (2017) oder European Divide Trail (2024), die längste offizielle Bikepackingroute der Welt: 7800 km diagonal durch Europa vom Cabo de São Vicente in Portugal bis Grense Jakobselv (norwegisch-russischen Grenze). Unvorstellbar für Osterwanderer (für diese Tour würden wir ungefähr 100 Jahre jeweils 4 Tage über Ostern brauchen).

Firstweg zur Rabenklippe

Aber wir wollen ja gar kein Leistungswandern machen, sondern einfach nur mal raus und für uns sonst unbekanntes Gebiet erkunden, denn ohne den Grünes-Band-Grenzwanderweg würden wir niemals in diese abgelegenen, meist untouristischen und vermeintlich unspektakulären Gegenden kommen. Wir folgten dann aber doch der Einradspur auf dem Kaiserweg, an dem wir eine Bank mit Aussicht fanden, auf die wir endlich mal alle acht zusammen passten. Ab der Säperstelle ging’s auf dem Firstweg weiter und man kommt zum Kreuz des deutschen Ostens, ein rund 20 m hohes Stahl-Holz-Konstruktion an der Uhlenklippe, das an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Böhmen und Mähren erinnern soll. Der Firstweg geht durch ziemlich lichten Fichtenwald weiter nach Osten und nach rund 5 km ab dem Burgberg erreichten wir das Waldgasthaus Rabenklippe. Rettung naht! Das Waldgasthaus liegt nicht nur idyllisch an einem Felsband im Wald mit freiem Blick nach Süden, sondern bietet auch leckeres Essen und Getränke: kann man nur empfehlen. Schon seit 1874 gab’s an diesem Aussichtspunkt einen Verkaufsstand: „Frau Johanne Schilling trug die Getränke in einer Kiepe auf die Höhe.“ (steht in der Gasthausgeschichte) Bald danach wurde ein festes Gasthaus errichtet, das seitdem von 5 Familien bewirtschaftet wurde. Seit 1999 wird die „Rabenklippe“ von Familie Gummich aus Bad Harzburg geführt (Inhaber: Bäckermeister Andreas Gummich). Direkt neben der schönen Terrasse kann man auf den Aussichtsfelsen Rabenklippe (555 m) steigen: mit freiem Blick über den Nordharz zum Brocken. Etwa 350 m entfernt und rund 200 Höhenmeter tiefer erkennt man den alten Kolonnenweg an der ehemaligen DDR-Grenze im Eckertal. Eigentlich wäre das ja unser Grünes-Band-Wanderweg gewesen, aber seit wir vor 2 Tagen am Rastplatz Kaffeehorst am Fuß des Wurmbergs nach Schierke und zum Brocken abgebogen sind, waren wir nicht mehr auf dem Grenzweg, der entlang des Flüsschens Ecker verläuft. Nur auf der Eckerstaumauer hatten wir die ehemalige DDR-Grenze gekreuzt, um nach Bad Harzburg (in Niedersachsen) zu kommen.

Wo sich Luchs und Hase Gute Nacht sagen

Bei der Rabenklippe gibts außerdem noch ein Luchsgehege (Livecam): Dieses Ausweichgehege wurde im Jahr 2000 im Rahmen des ersten Auswilderungsprogramms für Luchse in Deutschland eröffnet. In einem eingezäunten Waldgebiet von etwa 100 m Durchmesser (4 ha) leben einige Luchse, aktuell vielleicht 2, die wir gesehen haben. Die aus europäischen Wildparks stammenden Tiere werden im Wildgehege an die neue Umgebung im Harz gewöhnt und später ausgewildert. Zwischen 2000 und 2006 wurden 24 Luchse ausgewildert. Inzwischen hat sich stabile eine „Luchsbevölkerung“ von 90 Tieren im Nationalpark Harz und 70 im Umland eingestellt. Das Luchsprojekt dient dazu, die 1818 ausgerotteten Luchse im Harz wieder heimisch zu machen, um diese Tierart in freier Wildbahn zu erhalten und wieder ein natürliches Wald-Gleichgewicht (z.B. in Bezug auf das Schalenwild) herzustellen.

Eine Busfahrt, die ist lustig: Rückfahrt nach Walkenried

Die Rückwanderung nach Bad Harzburg war unspektakulär, wurde aber durch einen Feuerstein versüßt. Wir kamen dann am Alten Kaiserweg wieder in die Stadt und erreichten den Bus nach Braunlage mit Umstieg nach Walkenried. Dummerweise wurde in Braunlage in der Bahnhofstraße irgendwas gebaut, so dass sich die Umsteigestrecke in den Walkenriedbus von 5 m an der zentralen Bushaltestelle auf 800 m von der Marktstraße verlängerte, die Umsteigezeit von 10 Minuten blieb aber gleich. 2 Minuten davon brauchten wir, um uns und den Busfahrer davon zu überzeugen, dass sein Halt nicht der „neue“ Busbahnhof ist. Unterstützung hatten wir von einer Überzeugungstäterin, die den Umstieg schon einmal gegen die hartnäckige Busfahrermeinung gemeistert hatte. Also: falls ein Busfahrer der KVG Braunschweig in Braunlage Marktstraße anhält und nichts weiter sagt, könnt ihr schon mal eure Sachen packen und aussteigen, denn weiter fährt er nicht. Falls er sagt, das wäre die neue Endhaltestelle in Braunlage, glaubt ihm nicht und lauft um euer Anschlussleben durch die Bahnhofstraße zur anderen Endhaltestelle von Süden: genannt ZOB. Die KI weiß es besser: „Es gibt umfangreiche Vollsperrungen in der Lauterberger Straße und Bahnhofstraße… Die Arbeiten sollen voaussichtlich bis 30. Oktober 2026 andauern… Bis Ende Mai (könnte aber auch Oktober sein) ist der Busverkehr stark beeinträchtigt; Süd- und Nordharzer Linien sind getrennt, Umstiege erfordern Fußwege.“ Dank der Sprintqualitäten von Dietrich und Manu konnten wir unseren Anschlussbus doch noch erreichen (obwohl die gar nicht wussten, wo der Busbahnhof in Braunlage ist). Ich beschreibe mal kurz den Umsteigeweg: Marktstraße rund 100 m nach Süden – links abbiegen auf Herzog-Wilhelm-Straße – alle Cafés, Bars und Restaurants links und rechts liegen lassen – etwa 200 m bis Bahnhofstraße (geht einfach weiter geradeaus) – auf Bahnhofstraße etwa 350 m weiter nach Süden – an 5armiger Straßenkreuzung links abbiegen Am Buchholzplatz – nach rund 50 m haben sie das Ziel ZOB Braunlage erreicht und sehen vielleicht ihren Bus, möglicherweise aber nur von hinten. Wir haben uns schon ausgemalt, wie sich Manu vor den Bus schmeißt und Dietrich an die Tür klammert… Und tatsächlich ist unseren Bus gerade losgefahren, aber ganz entspannt erst mal vom Pausenhalt zur Abfahrtshaltestelle. Aber alles wird gut: Elvis persönlich hat uns gefahren…

Also, wir sind dann doch schon nach etwa einer Stunde Fahr- und Laufzeit relativ fix in Walkenried angekommen, der Bus hat zur Feier des Tages (also feiertags) am Klostertor angehalten, so dass wir nicht vom Bahnhof zurück laufen mussten. Am Kloster kamen wir auf der anderen Seite der Klosterkirchenruine an, an der vier vor 4 Tagen losgelaufen sind. Im Kloster-Café gabs noch einen Kurz-vor-Küchenschluss-Kaffee. Und dann war die Osterwanderung plötzlich zu Ende. Und wenn sie nicht gestolpert sind, dann wandern sie vielleicht nächstes Jahr weiter…

Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz

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Über Ostern 2026 setzten wir unsere Wanderung am Grünen Band (ehemalige Grenze DDR/BRD) vom Endpunkt der Vorjahresetappe am Kloster Walkenried fort. Wir waren wieder 4 Wanderpaare = 8 „Stammwanderer“ aus Suhl, Ilmenau und Arnstadt. Die drei Etappen führten dies mal durch den Hochharz: Walkenried – Hohegeiß – Schierke – Brocken – Bad Harzburg + eine Rundwanderung zur Rabenklippe bei Bad Harzburg.

Eigentlich wollten wir ja bei dieser Osterwanderung auf dem Brocken übernachten mit Etappen nach Sorge, Brocken und Eckertal (wie im Wanderführer „Grünes Band – der Norden“ von Anne Heartel). Die Übernachtung im Brockenhaus war knapp ein Jahr vorher gebucht und bestätigt. Da hatten wir die Rechnung aber ohne den Brockenwirt gemacht, denn der hat Ende 2025 bekanntgegeben, das Brockenhotel ab 2026 nicht weiterzubetreiben. Der neue Betreiber Timberjacks aus Göttingen will das Hotel nach Umbau erst 2027 als „Brocken Mountain Lodge“ (ich stelle mir diese „Berghütte“ dann wie am Kilimandscharo vor) wiedereröffnen. Damit war unsere Brocken-Übernachtung am 04. April geplatzt und wir mussten alle Unterkünfte mit annehmbaren Wanderetappen neu planen. Unsere neuen Unterkünfte waren: Mikes Fewo in Hohegeiß, Jugendherberge in Schierke und Stadtparkhotel Alexandra in Bad Harzburg, alle halbwegs preiswert und gut ausgestattet.

03.04.2026 Kloster Walkenried – Hohegeiß

Unsere erste Wanderetappe führte deshalb von Walkenried nach Hohegeiß, ein kleines Bergdorf (Ortsteil von Braunlage, etwa 850 Einwohner, auf 620 m Höhe) in Niedersachsen direkt an der ehemaligen DDR-Grenze, jetzt Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Der Parkplatz am Klosterweg beim Kloster Walkenried (Wanderstart auf 268 m Höhe) ist für die Wanderung am Grünen Band (hier auch Harzer Grenzweg genannt) ein guter Ausgangspunkt: gut ausgebaut, keine Gebühren oder Beschränkungen, direkt am Einstiegspunkt zur Tour. Die Anfahrt für unsere Grünes-Band-Osterwanderungen dauern inzwischen mit zunehmender Entfernung von Suhl natürlich immer länger: mit dem Auto von Suhl nach Walkenried etwa 2 h (160 km), eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert etwa 3,5 h (+ 1 km zusätzlicher Weg vom Bahnhof) und war deshalb keine annehmbare Alternative.

Osterwanderstart beim Kloster Walkenried

Nach der Verteilung der Osterdeko für die Rucksäcke und einen Blick auf die Ruine der Klosterkirche Walkenried gings kurz nach 10 Uhr los: ein 1,8 km kurzer Zuweg führt durch Wald und Felder zur Rotbuche an der ehemaligen DDR/BRD-Grenze zwischen Walkenried (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen). Der kleine Grenzübergang an dieser Stelle für Fußgänger, Autos und Güterzüge wurde am 11.11.1989 geöffnet. Daran erinnert eine damals gepflanzte Rotbuche, ein Gedenkstein zum 20. Rotbuchenfest 2009, ein übrig gebliebener DDR-Grenzpfahl, ein Info-Pavillon mit Schautafeln und natürlich die obligatorischen Grenzöffnungstafeln (bei denen sich inzwischen ein Grenzöffnungsdatumratewettbewerb etabliert hat). 200 m vor der Grenz-Rotbuche trifft man auf Thüringer Gebiet auf den Beton-Lochplatten-Kolonnenweg der DDR-Grenzer, ein Wahrzeichen, dass man auf dem richtigen Grenzweg am Grünen Band ist und ein Fluch für Wanderer und Radfahrer. Dieser Kolonnenweg begleitet auf ehemaligem DDR-Gebiet die gesamte Grenze und diente der Grenzkontrolle und Zugriff durch die Grenzsoldaten mit NVA-Fahrzeugen wie IFA P3, Trabant Kübel, Wartburg Kombi, MZ-Motorräder, Barkas, Robur und W 50. Zum Wandern oder Radfahren sind die umknickgefährlichen und rumpelnden Lochplatten alles andere als ideal, aber für Grenzwanderungen waren sie ja auch nicht vorgesehen. Trotzdem gefallen mir die Lochplatten eigentlich ganz gut, weil man weniger Betoneindruck und mehr Natur-Illusion durch den Bewuchs hat und manchmal kleine Blumenbeete darin entdecken kann.

Kolonnenweg bei Ellrich bis zur Wendeleiche

Der Harzer Grenzweg bei Ellrich ist erst mal ziemlich eben bis er nach dem Flüsschen Zorge (auf ca. 300 m Höhe) im Wald zum Spitzen Winkel (Kolonnenweg-Abzweig) in Richtung Großer Staufenberg (554 m) langsam ansteigt. Weil wir eine Schutzhütte fürs Mittagspicknick gesucht hatten, haben wir den Kolonnenweg im Ellricher Stadtwald verlassen, sind 300 m nach Niedersachsen rübergemacht und haben es uns in der Stiefmutter-Hütte mit Aussicht auf die Hundertmorgenwiese gemütlich gemacht. Bisher hatten wir auf dem Grünen Band keinen anderen Wanderer getroffen, aber in der Stiefmutter-Hütte ist die Stempelstelle 164 Stiefmutter der Harzer Wandernadel. Und diese Stempelstellen scheinen Wanderer und Biker magisch anzuziehen wie das Licht die Motten, zum Leidwesen von Peter, der unter dem Stempelkasten saß und für 4 oder 5 Stempler den Kopf einziehen musste. Nach einem ersten/zweiten Ostereierlikörchen gings weiter bergauf zur Wendel-Eiche, die direkt auf der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen in 586 m Höhe liegt (mit HWN-Stempelstelle 165). Das ist keine Leiche aus Wendezeiten, sondern eine inzwischen abgestorbene und entwurzelte früher mal 19 m hohe Traubeneiche, an deren Stamm 1901 eine Eisen-Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in der Baukrone gebaut wurde. Mit Blick zum Brocken und in das Südharzvorland war die Wendel-Eiche früher einer der beliebtesten Aussichtspunkte der Gegend. Während der DDR-Zeit waren Wander-Aussichtspunkte an der Grenze aber eher sinnlos, so dass die Eisenkonstruktion bis auf einen Spiralrest abgebaut wurde und nun ist das daniederliegende Baumskelett doch eine Art Baumleiche. Etwas neben der Wendel-Eiche gibts nun einen Brockenblick durch eine Waldschneise zum Wurmberg und Brocken in knapp 20 km Entfernung.

Von der Wendeleiche nach Hohegeiß

Direkt auf der ehemaligen DDR-Grenze geht es wieder bergab zum Ehrenplan (Wiese mit Schutzhütte, 562 m) und natürlich wieder bergauf zum Großen Ehrenberg (634 m). Der wirklich sehr steile Anstieg auf dem Kolonnenweg wird rechts auf dem moderater ansteigenden Ihlfelder Stieg umgangen (der tatsächliche Grenzverlauf nimmt meist auf topografische Hindernisse keine Rücksicht). Nach dem Großen Ehrenberg kommt man bald wieder auf den Kolonnenweg und nach insgesamt 13 km Strecke zum Dreiländerstein (579 m) an der Verbindungsstraße Hohegeiß (Niedersachsen) – Rothesütte (Thüringen). Der Grenzstein wurde 1750 gesetzt zwischen: Herzogtum Braunschweig (HB), Amt Benneckenstein (AB), wurde später umgepickert zu Königreich Preußen (KP) und Gräflich-Wernigeröder Forstgebiet (GW). Jetzt markiert der Stein das Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt. Damit hatten wir am Dreiländerstein das Thüringer Gebiet verlassen und sind auf unserer Wanderung nach Sachsen-Anhalt kommen. Ab dem Dreiländerstein (hier gibt’s auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel) steigt der Kolonnenweg in welligem Auf und Ab über 4 km bis auf 625 m Höhe in Hohegeiß. Neben dem Grenzweg verläuft die Straße B4 und man gewinnt erste einprägsame Eindrücke vom Fichtenwaldsterben im Harz – eine Art Ruhewald, nur, dass hier der Wald selbst gestorben ist.

Hohegeiß

Das Bergdorf Hohegeiß kam mir ein bisschen abgehängt vor. Immerhin gibt’s ein Kur- und Messehaus Panoramic (im Hochhausstil), einige Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die ansehnliche Holzkirche Zur Himmelspforte (1704), das heimelig-üppig dekorierte Antjes Blumen-Café (Antje Splieth sagte allerdings, dass sie das Café ab September 2026 nach 16 Jahren schließen will, um noch mal was anderes machen zu können) und das Landhaus Bei Wolfgang (Renate und Friedrich Backes) mit mediterranen und deutschen Spezialitäten (gemütlich, sehr freundlich-verbindlich, Spezialitätenpreise, Stammkunden, Vorbestellung ratsam). Unsere zwei Mikes Ferienwohnungen für 8 Personen waren groß, gut ausgestattet und preiswert. Im selben Haus betreibt Mike einen Brötchen- und Kaffeeladen, z.B. fürs Frühstück.