Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: 12-teiliges-Osterschmuck-Sortiment (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwander-Beginn mit 12-teiligem Osterschmuck-Sortiment: da sollte für jeden was dabei sein...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: 12-teiliges-Osterschmuck-Sortiment (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
die Rucksäcke warten schon am Parkplatz Klosterweg beim Kloster Walkenried...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
7 von 8 Osterwanderern am Karfreitag am Start bei kühlen 6°C
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Start am Kloster Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Klosterruine Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Kurzer Abstecher zum Kloster Walkenried: links: Klostergebäude, rechts: Ruine der romanischen Klosterkirche (1137)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Klosterruine Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: ehemaliger Grenz-Kolonnenweg bei Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Auf dem Kolonnenweg der DDR-Grenzer bei Ellrich (im Hintergrund Mitte: Großer Staufenberg bei Zorge, 554 m, da soll es heut noch vorbeigehen)...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: ehemaliger Grenz-Kolonnenweg bei Walkenried (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Grenzpfahl an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
an der ehemaligen DDR-Staatsgrenze zwischen Ellrich (Ost, Thüringen) und Walkenried (West, Niedersachsen)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Grenzpfahl an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Grünes-Band-Infopavillon an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Grünes-Band-Infopavillon (Harzer Grenzweg) am ehemaligen Grenzübergang Ellrich/Walkenried (für Pkw, Fußgänger, Güterzüge, am 12.11.1989 geöffnet)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Grünes-Band-Infopavillon an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Kolonnenweg an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Im Südharzvorland bei Ellrich ist der Harzer Grenzweg erst mal ziemlich eben
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Kolonnenweg an der ehemaligen Grenze zwischen Walkenried und Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: "Blumenbeet" im DDR-Kolonnenweg (Foto: Andreas Kuhrt)
Kleines "Blumenbeet" mit Veilchen in einer typischen Lochbetonplatte des DDR-Grenz-Kolonnenwegs
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: "Blumenbeet" im DDR-Kolonnenweg (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Spitzer Winkel am DDR-Kolonnenweg bei Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Nach dem Bach Zorge steigt der Grenzwanderweg durch den Wald langsam an: am Spitzen Winkel (eine Kolonnenweg-Gabelung) wird's warm
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Spitzer Winkel am DDR-Kolonnenweg bei Ellrich (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
Die Stiefmutter-Hütte liegt an einem Wanderweg auf niedersächsischem Gebiet ein wenig neben der Grenze zu Thüringen (am Fuß des Großen Staufenbergs bei Zorge)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
In der Hütte gibt's die Stempelstelle 164 der Harzer Wandernadel: für Wanderer und Biker sehr begehrt...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stempelstelle 164 Stiefmutter (Foto: Manuela Hahnebach)
für Peter eher lästig... (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Stempelstelle 164 Stiefmutter (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Eierlikör in der Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
aber außerdem gab's auch Ostereierlikör, was den Aufenthalt wieder etwas erträglicher machte
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Eierlikör in der Stiefmutter-Hütte bei Zorge (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hundertmorgenwiese (Foto: Andreas Kuhrt)
Blick über die Hundertmorgenwiese (Bergwiese im Elsbach-Tal, Landesforst Niedersachsen), auf der Höhe in der Bildmitte steht, nein liegt die Wendeleiche (Aussichtspunkt), unser nächstes Ziel
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hundertmorgenwiese (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Wendeleiche (Foto: Manuela Hahnebach)
Wendeleiche: ein bekannter Aussichtspunkt (586 m) direkt auf der Grenze (früher zwischen Preußen und Braunschweig): die eiserne Aussichtsplattform mit Wendeltreppe von 1901 an der damals 19 m hohen Traubeneiche wurde zu DDR-Zeiten zurückgebaut (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Wendeleiche (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Brockenblick an der Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
Wenige Meter neben der Wendeleiche gibt's nun den Brockenblick als Sichtschneise im Wald...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Brockenblick an der Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Brockenblick an der Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
links: Wurmberg mit Turm (971 m) bei Braunlage (Niedersachsen), rechts: Brocken mit Sendemast (1141 m) bei Schierke (Sachsen-Anhalt), da oben wollen wir übermorgen sein
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Brockenblick an der Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Wegpunkte Schwangere Jungfer und Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
Merkwürdige Wegpunkte: Schwangere Jungfer und Wendeleiche
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Wegpunkte Schwangere Jungfer und Wendeleiche (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Kolonnenweg bei Rothesütte (Foto: Andreas Kuhrt)
Der Wald am Grenzwanderweg sah noch sehr graubraun-nachwinterlich aus, aber der Laubwald war wenigstens noch da
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: DDR-Kolonnenweg bei Rothesütte (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Dreiländerstein von 1750 (Braunschweig/Preußen/Wernigerode, jetzt: Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt) bei Rothesütte (Foto: Andreas Kuhrt)
Dreiländerstein bei Rothesütte: Grenzstein von 1750: Herzogtum Braunschweig (HB)/Amt Benneckenstein (AB), später geändert zu Königreich Preußen (KP)/Gräflich-Wernigeröder Forstgebiet (GW), jetzt Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Dreiländerstein von 1750 (Braunschweig/Preußen/Wernigerode, jetzt: Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt) bei Rothesütte (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Kolonnenweg vom Dreiländerstein nach Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
Ab jetzt in Sachsen-Anhalt: ein paar Kilometer nach dem Dreiländerstein neben der Straße B4 in Richtung Hohegeiß...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Kolonnenweg vom Dreiländerstein nach Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Fichtenwaldsterben bei Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
bekommt man einen prägenden Eindruck vom Fichtenwaldsterben im Harz
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Fichtenwaldsterben bei Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Kolonnenweg bei Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
Da ist man froh über jedes Huflattich-Blümchen am Wegesrand
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Kolonnenweg bei Hohegeiß (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Geißbock-Skulptur als Wappentier (Foto: Manuela Hahnebach)
Willkommen in Hohegeiß: Geißbock-Skulptur des Wappentiers, also das graue drumrum (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Geißbock-Skulptur als Wappentier (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Andreas Kuhrt)
Im Bergdorf Hohegeiß (direkt an der Grenze in Niedersachsen): Evangelische Kirche "Zur Himmelspforte" von 1704...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Manuela Hahnebach)
typische Harzer Dennert-Tafel als Infoschild in Tannenbaumform (davon gibts hier im Westharz jede Menge) (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Manuela Hahnebach)
innen ist die Kirche nordisch-evangelisch schlicht (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Kirche Zur Himmelspforte (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Manuela Hahnebach)
Eine Institution in Hohegeiß: Antje's Blumen-Café (Antje will leider im September 2026 nach 16 Jahren aufhören) (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Andreas Kuhrt)
ist ein ganz schöner Deko-Hammer...
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Andreas Kuhrt)
Konditorn: gemütlich, freundlich und mit leckerem Kuchen (Torten waren Karfreitag Nachmittag leider schon aus)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Antjes Blumen-Café (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Mikes Fewo (Foto: Manuela Hahnebach)
Unsere Unterkunft in Hohegeiß: Mikes Fewo: 2 preiswerte geräumige Ferienwohnungen für je 4 Leute: eine im Haus, 1. Stock und diese im Anbau (frühere Backstube) (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Mikes Fewo (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Andreas Kuhrt)
Zum Abendessen ins Landhaus "Bei Wolfgang": mediterrane und deutsche Spezialitäten (noch so'ne Institution in Hohegeiß, besser vorbestellen)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Andreas Kuhrt)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Manuela Hahnebach)
Am Empfang ist nicht die Gastwirtin Renate, die war nämlich sehr nett und um das Wohl der Gäste bemüht (wenn auch die Getränkewünsche manchmal nicht gleich erhört wurden) (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Manuela Hahnebach)
Deutsche Spezialitäten heißen in Niedersachsen oft Schnitzel (z.B. Hamburger mit Vornamen), hier gabs aber Dank Küchenchef Friedrich Bakes auch Kaninchenfilet
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Manuela Hahnebach)
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Brockenblick vom Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Andreas Kuhrt)
Schon etwas näher dran: Brockenblick (links Wurmberg) vom Landhaus Bei Wolfgang in Hohegeiß
Osterwanderung Grünes Band 2026: Harz: Hohegeiß: Brockenblick vom Landhaus Bei Wolfgang (Foto: Andreas Kuhrt)

03.-06.04.2026 Osterwanderung Grünes Band: Harz

Harz 1 2 3 4

Über Ostern 2026 setzten wir unsere Wanderung am Grünen Band (ehemalige Grenze DDR/BRD) vom Endpunkt der Vorjahresetappe am Kloster Walkenried fort. Wir waren wieder 4 Wanderpaare = 8 „Stammwanderer“ aus Suhl, Ilmenau und Arnstadt. Die drei Etappen führten dies mal durch den Hochharz: Walkenried – Hohegeiß – Schierke – Brocken – Bad Harzburg + eine Rundwanderung zur Rabenklippe bei Bad Harzburg.

Eigentlich wollten wir ja bei dieser Osterwanderung auf dem Brocken übernachten mit Etappen nach Sorge, Brocken und Eckertal (wie im Wanderführer „Grünes Band – der Norden“ von Anne Heartel). Die Übernachtung im Brockenhaus war knapp ein Jahr vorher gebucht und bestätigt. Da hatten wir die Rechnung aber ohne den Brockenwirt gemacht, denn der hat Ende 2025 bekanntgegeben, das Brockenhotel ab 2026 nicht weiterzubetreiben. Der neue Betreiber Timberjacks aus Göttingen will das Hotel nach Umbau erst 2027 als „Brocken Mountain Lodge“ (ich stelle mir diese „Berghütte“ dann wie am Kilimandscharo vor) wiedereröffnen. Damit war unsere Brocken-Übernachtung am 04. April geplatzt und wir mussten alle Unterkünfte mit annehmbaren Wanderetappen neu planen. Unsere neuen Unterkünfte waren: Mikes Fewo in Hohegeiß, Jugendherberge in Schierke und Stadtparkhotel Alexandra in Bad Harzburg, alle halbwegs preiswert und gut ausgestattet.

03.04.2026 Kloster Walkenried – Hohegeiß

Unsere erste Wanderetappe führte deshalb von Walkenried nach Hohegeiß, ein kleines Bergdorf (Ortsteil von Braunlage, etwa 850 Einwohner, auf 620 m Höhe) in Niedersachsen direkt an der ehemaligen DDR-Grenze, jetzt Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Der Parkplatz am Klosterweg beim Kloster Walkenried (Wanderstart auf 268 m Höhe) ist für die Wanderung am Grünen Band (hier auch Harzer Grenzweg genannt) ein guter Ausgangspunkt: gut ausgebaut, keine Gebühren oder Beschränkungen, direkt am Einstiegspunkt zur Tour. Die Anfahrt für unsere Grünes-Band-Osterwanderungen dauern inzwischen mit zunehmender Entfernung von Suhl natürlich immer länger: mit dem Auto von Suhl nach Walkenried etwa 2 h (160 km), eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert etwa 3,5 h (+ 1 km zusätzlicher Weg vom Bahnhof) und war deshalb keine annehmbare Alternative.

Nach der Verteilung der Osterdeko für die Rucksäcke und einen Blick auf die Ruine der Klosterkirche Walkenried gings kurz nach 10 Uhr los: ein 1,8 km kurzer Zuweg führt durch Wald und Felder zur Rotbuche an der ehemaligen DDR/BRD-Grenze zwischen Walkenried (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen). Der kleine Grenzübergang an dieser Stelle für Fußgänger, Autos und Güterzüge wurde am 11.11.1989 geöffnet. Daran erinnert eine damals gepflanzte Rotbuche, ein Gedenkstein zum 20. Rotbuchenfest 2009, ein übrig gebliebener DDR-Grenzpfahl, ein Info-Pavillon mit Schautafeln und natürlich die obligatorischen Grenzöffnungstafeln (bei denen sich inzwischen ein Grenzöffnungsdatumratewettbewerb etabliert hat). 200 m vor der Grenz-Rotbuche trifft man auf Thüringer Gebiet auf den Beton-Lochplatten-Kolonnenweg der DDR-Grenzer, ein Wahrzeichen, dass man auf dem richtigen Grenzweg am Grünen Band ist und ein Fluch für Wanderer und Radfahrer. Dieser Kolonnenweg begleitet auf ehemaligem DDR-Gebiet die gesamte Grenze und diente der Grenzkontrolle und Zugriff durch die Grenzsoldaten mit NVA-Fahrzeugen wie IFA P3, Trabant Kübel, Wartburg Kombi, MZ-Motorräder, Barkas, Robur und W 50. Zum Wandern oder Radfahren sind die umknickgefährlichen und rumpelnden Lochplatten alles andere als ideal, aber für Grenzwanderungen waren sie ja auch nicht vorgesehen. Trotzdem gefallen mir die Lochplatten eigentlich ganz gut, weil man weniger Betoneindruck und mehr Natur-Illusion durch den Bewuchs hat und manchmal kleine Blumenbeete darin entdecken kann.

Der Harzer Grenzweg bei Ellrich ist erst mal ziemlich eben bis er nach dem Flüsschen Zorge (auf ca. 300 m Höhe) im Wald zum Spitzen Winkel (Kolonnenweg-Abzweig) in Richtung Großer Staufenberg (554 m) langsam ansteigt. Weil wir eine Schutzhütte fürs Mittagspicknick gesucht hatten, haben wir den Kolonnenweg im Ellricher Stadtwald verlassen, sind 300 m nach Niedersachsen rübergemacht und haben es uns in der Stiefmutter-Hütte mit Aussicht auf die Hundertmorgenwiese gemütlich gemacht. Bisher hatten wir auf dem Grünen Band keinen anderen Wanderer getroffen, aber in der Stiefmutter-Hütte ist die Stempelstelle 164 Stiefmutter der Harzer Wandernadel. Und diese Stempelstellen scheinen Wanderer und Biker magisch anzuziehen wie das Licht die Motten, zum Leidwesen von Peter, der unter dem Stempelkasten saß und für 4 oder 5 Stempler den Kopf einziehen musste. Nach einem ersten/zweiten Ostereierlikörchen gings weiter bergauf zur Wendel-Eiche, die direkt auf der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen in 586 m Höhe liegt (mit HWN-Stempelstelle 165). Das ist keine Leiche aus Wendezeiten, sondern eine inzwischen abgestorbene und entwurzelte früher mal 19 m hohe Traubeneiche, an deren Stamm 1901 eine Eisen-Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in der Baukrone gebaut wurde. Mit Blick zum Brocken und in das Südharzvorland war die Wendel-Eiche früher einer der beliebtesten Aussichtspunkte der Gegend. Während der DDR-Zeit waren Wander-Aussichtspunkte an der Grenze aber eher sinnlos, so dass die Eisenkonstruktion bis auf einen Spiralrest abgebaut wurde und nun ist das daniederliegende Baumskelett doch eine Art Baumleiche. Etwas neben der Wendel-Eiche gibts nun einen Brockenblick durch eine Waldschneise zum Wurmberg und Brocken in knapp 20 km Entfernung.

Direkt auf der ehemaligen DDR-Grenze geht es wieder bergab zum Ehrenplan (Wiese mit Schutzhütte, 562 m) und natürlich wieder bergauf zum Großen Ehrenberg (634 m). Der wirklich sehr steile Anstieg auf dem Kolonnenweg wird rechts auf dem moderater ansteigenden Ihlfelder Stieg umgangen (der tatsächliche Grenzverlauf nimmt meist auf topografische Hindernisse keine Rücksicht). Nach dem Großen Ehrenberg kommt man bald wieder auf den Kolonnenweg und nach insgesamt 13 km Strecke zum Dreiländerstein (579 m) an der Verbindungsstraße Hohegeiß (Niedersachsen) – Rothesütte (Thüringen). Der Grenzstein wurde 1750 gesetzt zwischen: Herzogtum Braunschweig (HB), Amt Benneckenstein (AB), wurde später umgepickert zu Königreich Preußen (KP) und Gräflich-Wernigeröder Forstgebiet (GW). Jetzt markiert der Stein das Dreiländereck Niedersachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt. Damit hatten wir am Dreiländerstein das Thüringer Gebiet verlassen und sind auf unserer Wanderung nach Sachsen-Anhalt kommen. Ab dem Dreiländerstein (hier gibt’s auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel) steigt der Kolonnenweg in welligem Auf und Ab über 4 km bis auf 625 m Höhe in Hohegeiß. Neben dem Grenzweg verläuft die Straße B4 und man gewinnt erste einprägsame Eindrücke vom Fichtenwaldsterben im Harz – eine Art Ruhewald, nur, dass hier der Wald selbst gestorben ist.

Das Bergdorf Hohegeiß kam mir ein bisschen abgehängt vor. Immerhin gibt’s ein Kur- und Messehaus Panoramic (im Hochhausstil), einige Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die ansehnliche Holzkirche Zur Himmelspforte (1704), das heimelig-üppig dekorierte Antjes Blumen-Café (Antje Seiffart sagte allerdings, dass sie das Café ab September 2026 nach 16 Jahren schließen will, um noch mal was anderes machen zu können) und das Landhaus Bei Wolfgang (Renate und Friedrich Backes) mit mediterranen und deutschen Spezialitäten (gemütlich, sehr freundlich-verbindlich, Spezialitätenpreise, Stammkunden, Vorbestellung ratsam). Unsere zwei Mikes Ferienwohnungen für 8 Personen waren groß, gut ausgestattet und preiswert. Im selben Haus betreibt Mike einen Brötchen- und Kaffeeladen, z.B. fürs Frühstück.